17/10/2026
Die Armutsgefährdung steigt, untere Einkommen verlieren an Boden. Gleichzeitig geraten genau jene Menschen besonders unter Druck, die schon heute schlechter abgesichert sind.
Bei neunerhaus erleben wir täglich, was abstrakte Armutskennzahlen im Leben von Menschen bedeuten. Bei obdach-, wohnungslosen und armutsbetroffenen Menschen bündeln sich soziale Ausschlüsse: unsicheres Wohnen, fehlendes Einkommen, gesundheitliche Belastungen und schwierige Zugänge zu Unterstützung.
Gleichzeitig wird der Ton gegenüber armutsbetroffenen Menschen rauer.
Ausgerechnet jene Personengruppen, die am stärksten von Armut betroffen sind – Menschen ohne Arbeit und/oder mit Sozialhilfebezug – geraten ins Zentrum eines zum Teil diffamierenden politischen und medialen Diskurses.
"Wir beobachten einen ‚Klimawandel im Sozialen‘: Sozialleistungen und soziale Angebote werden eingeschränkt, während der Ton gegenüber armutsbetroffenen Menschen rauer und stigmatisierender wird", so neunerhaus Geschäftsführerin Elisabeth Hammer.
Gesetzliche Verschärfungen, restriktive Verwaltungspraxis und gesellschaftliche Abwertung verstärken einander. Das gefährdet nicht nur einzelne Menschen. Wenn soziale Sicherheit erodiert, geraten gesellschaftlicher Zusammenhalt, Stabilität und Lebensqualität für alle unter Druck.
Aus unserer Arbeit wissen wir aber auch, was wirkt: armutsfeste und verlässliche Sozialleistungen, leistbares und dauerhaftes Wohnen, niederschwellige Gesundheitsversorgung und soziale Angebote, die Menschen stärken.
Armut zu verhindern ist keine Frage von Wohltätigkeit.
Es ist eine Investition in soziale Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. 🤝
Wie wir armutsbetroffene Menschen behandeln, ist dabei zentral.