20/10/2026
Jugenddienste in Südtirol: Gemeinsam die Zukunft der Jugendarbeit gestalten
Bei einer zweitägigen Klausur haben sich die Geschäftsführungen der Südtiroler Jugenddienste mit gesellschaftlichen Veränderungen, aktuellen Herausforderungen und gemeinsamen Perspektiven bis 2035 auseinandergesetzt. Im Mittelpunkt standen die Stärkung der Fachkräfte, verlässliche Rahmenbedingungen und die gesellschaftliche Bedeutung der Jugendarbeit.
Wie verändern sich die Lebenswelten junger Menschen? Welche Anforderungen kommen auf die Jugendarbeit zu? Und wie können die Jugenddienste auch künftig verlässliche Anlaufstellen und Begleiter für junge Menschen bleiben? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Geschäftsführungen der Südtiroler Jugenddienste bei einer zweitägigen Klausur, die von der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste (AGJD) organisiert wurde.
Ziel des Treffens war es, aktuelle Entwicklungen gemeinsam zu reflektieren, neue Impulse aufzunehmen und Perspektiven für eine zukunftsfähige Jugendarbeit zu erarbeiten.
Neue Impulse und gemeinsame Perspektiven
Zum Auftakt besuchten die Teilnehmenden das SmartLab in Rovereto. Die Einrichtung der Cooperativa Sociale Smart ist in verschiedenen Bereichen der Jugend- und Kulturarbeit tätig. Der Austausch ermöglichte Einblicke in andere Arbeitsansätze und bot Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen und Anregungen für die eigene Tätigkeit mitzunehmen.
Anschließend setzte die Gruppe ihre Klausur in Castelfeder in Montan unter dem Leitgedanken „Blick 2035: Wie bleiben Jugenddienste zukunftsfähig?“ fort. Dabei standen sowohl gesellschaftliche Veränderungen als auch die organisatorischen und fachlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Jugendarbeit im Mittelpunkt.
Zu den Themen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen, zählen psychische Gesundheit, Digitalisierung, gesellschaftliche Vielfalt, politische Bildung und demokratische Teilhabe. Gleichzeitig müssen die Jugenddienste Antworten auf strukturelle Fragen finden: Wie lassen sich qualifizierte Fachkräfte gewinnen und langfristig halten? Wie können Mitarbeitende kontinuierlich weitergebildet und auf neue Aufgaben vorbereitet werden? Und welche Rahmenbedingungen braucht es, um eine nachhaltige Finanzierung sicherzustellen?
Jugendarbeit als wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt
Ein weiterer Schwerpunkt war die gesellschaftliche Bedeutung der Jugendarbeit und die Frage, wie diese stärker sichtbar gemacht werden kann. Jugenddienste schaffen Räume für Begegnung und Beteiligung, fördern die persönliche Entwicklung und unterstützen junge Menschen dabei, selbstständig und verantwortungsbewusst zu handeln. Zudem leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Diese Leistungen sollen künftig noch deutlicher gegenüber Politik, Verwaltung und Gesellschaft vermittelt werden. Dafür braucht es auch eine stärkere gemeinsame Interessenvertretung, um die Anliegen der Jugenddienste sichtbar zu machen und ihre Position langfristig zu stärken.
„Jugendarbeit ist weit mehr als Freizeitgestaltung. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, zur Demokratiebildung und zur Entwicklung junger Menschen. Damit sie diese Aufgaben auch in Zukunft erfüllen kann, braucht es qualifizierte Fachkräfte, verlässliche Rahmenbedingungen und eine starke gemeinsame Stimme für die Anliegen der Jugenddienste“, betont Karlheinz Malojer, Geschäftsführer der AGJD.
Blick nach vorne
Die Klausur bot Raum, bestehende Arbeitsweisen kritisch zu hinterfragen, unterschiedliche Sichtweisen einzubringen und erste gemeinsame Schwerpunkte zu entwickeln. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun vertieft und schrittweise in konkrete Maßnahmen überführt werden.
Die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste ist der Zusammenschluss der Jugenddienste in Südtirol. Sie unterstützt die Einrichtungen in ihrer täglichen Arbeit, fördert ihre fachliche Weiterentwicklung und stärkt die landesweite Vernetzung. Die 17 Jugenddienste sowie Nëus Jëuni Gherdëina und das Jugendbüro Passeier sind gemeindeübergreifend tätig und in nahezu allen Südtiroler Gemeinden präsent.
Ihr gemeinsames Ziel ist es, junge Menschen auf dem Weg zu selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten zu begleiten und ihnen eine aktive Teilnahme am demokratischen Leben zu ermöglichen. Mit dem Blick auf das Jahr 2035 wollen die Jugenddienste ihre Arbeit weiterentwickeln, auf neue Herausforderungen vorbereitet sein und ihre Rolle als wichtige Partner für junge Menschen in Südtirol stärken.
Weitere Informationen: www.jugenddienst.it
Foto, Smart Lab Rovereto