13/10/2026
Ausstellungseröffnung:
Wann? Freitag, 16. Oktober um 16 Uhr
Wo? Café Monti, Merseburger Straße 103
Mit Gespräch mit der „Stimme 221“ und Jugendlichen
Im Jahr 2024 fasste die Projektgruppe „Tagebuch der Gefühle“ einen Entschluss, wir wollten ein unüberhörbares Zeichen gegen Antisemitismus und Hass zu setzen. Was als Idee in Halle (Saale) begann, breitete sich über ganz Deutschland aus. Wir fragten Menschen nach ihren tiefsten Gedanken und Emotionen zu einem Tag, der unsere Gesellschaft erschütterte, den 9. Oktober 2019.
An diesem Tag riss ein rechtsterroristischer Anschlag zwei unschuldige Menschen mitten aus dem Leben. Jana Lange und Kevin Schwarze wurden im Alter von nur 40 und 20 Jahren ermordet. Über 1.000 Menschen folgten unserem Aufruf und teilten ihre Erinnerungen mit uns. Unter all diesen Zeugnissen berührte uns die „Stimme 221“ auf ganz besondere Weise, denn sie gibt dem Schicksal von Jana Lange ein Gesicht.
Jana kam gerade vom Mittagstisch im „Elisabettisch“. Ein Bekannter begleitete sie noch zur Bahn und verabschiedete sich - er war vermutlich der letzte Mensch, der lebend mit ihr sprach. Kurz darauf, auf ihrem Heimweg zu Fuß, passierte sie die Synagoge in der Humboldtstraße. Als sie einen Mann ansprach, der gerade einen Sprengsatz zur Explosion gebracht hatte, wurde sie hinterrücks und auf grausame, entmenschlichende Weise ermordet.
Die „Stimme 221“ ist das Protokoll dieses letzten Treffens, festgehalten von jenem Bekannten. Seine Gedanken und Gefühle bilden das Herzstück und die Vorlage für diesen Comic.
Wir haben dieses Werk geschaffen, um Jana und Kevin ein Denkmal zu setzen. Besonders euch, den Schülerinnen und Schülern, möchten wir zeigen, welche Folgen Hass hat. Wir erzählen diese Geschichte, damit das Geschehene im Bewusstsein bleibt, damit die Opfer nicht vergessen werden - und vor allem, damit so etwas nie wieder passiert!