29/10/2026
Zivilschutzübung fordert Einsatzkräfte unter realistischen Bedingungen
Vom 23. bis 25. Oktober 2026 trainierten Teileinheiten des THW-Ortsverbandes Gelsenkirchen auf dem THW-Übungsgelände in Münster verschiedene Aufgaben im Zivilschutz. Im Mittelpunkt standen die feldmäßige Unterbringung und Versorgung eigener Einsatzkräfte sowie das Einsatzspektrum der Bergungsgruppen, der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung, sowie der Räumgruppe. Stürmische und widrige Wetterbedingungen sorgten dabei für zusätzliche Herausforderungen.
Am Freitagabend, 23. Oktober, verlegten die an der Übung beteiligten Einheiten des THW-Ortsverbandes Gelsenkirchen nach Münster. Nach der Verpflegung und einer Sicherheitsunterweisung begannen die ersten Übungsaufträge. Neben dem Aufbau des Camps standen bereits erste Aufgaben in einem angenommenen Schadensgebiet auf dem Programm.
Das Übungsszenario sah Sabotagehandlungen und daraus resultierende Schäden an verschiedenen Infrastrukturen vor. Für die Bergungsgruppen ASH und EGS ergaben sich daraus unterschiedliche Einsatzaufträge. Trainiert wurden unter anderem das Erkunden von Schadensstellen, das Schaffen von Zugängen, die Rettung von Personen sowie Beleuchtungs- und Abstützmaßnahmen.
Die einzelnen Szenarien waren so angelegt, dass nicht allein die Abarbeitung der Einsatzaufträge im Vordergrund stand. Den Helferinnen und Helfern und ihren Führungskräften wurde zugleich ausreichend Gelegenheit gegeben, Ausbildungsinhalte praktisch zu erlernen, vorhandene Kenntnisse zu vertiefen und Arbeitsabläufe innerhalb der Einheiten zu festigen.
Zusammenarbeit mit dem DRK Gelsenkirchen
Am Samstag wurde die Übung durch Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Gelsenkirchen verstärkt. Im Mittelpunkt standen insbesondere die organisationsübergreifende Zusammenarbeit an der angenommenen Schadensstelle sowie die gemeinsame Versorgung und Übergabe verletzter Personen.
Damit konnten wichtige Schnittstellen zwischen technischer Rettung und medizinischer Versorgung unter Übungsbedingungen praktisch trainiert werden. Gleichzeitig bot die Zusammenarbeit beiden Organisationen die Möglichkeit, Abläufe und gegenseitige Anforderungen besser kennenzulernen.
Dass neben einer geplanten Übung jederzeit auch ein realer Einsatz erforderlich werden kann, zeigte sich noch am Samstagnachmittag. Der Zugtrupp des THW Gelsenkirchen wurde durch die Feuerwehr Gelsenkirchen unter dem Stichwort „Sturmschaden Gebäude“ in die Gelsenkirchener Innenstadt alarmiert.
Da die eigenen Bergungskräfte zu diesem Zeitpunkt in die Übung in Münster eingebunden waren, wurde eine Bergungsgruppe des benachbarten THW-Ortsverbandes Herten hinzugezogen. Gemeinsam mit den Einsatzkräften aus Herten und der Feuerwehr Gelsenkirchen wurde der Einsatz im Stadtgebiet abgearbeitet. Damit zeigte sich zugleich, wie die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung verschiedener THW-Ortsverbände auch parallel zu laufenden Ausbildungsmaßnahmen gewährleistet werden kann.
Einsatzbereitschaft auch in der Nacht
Für die in Münster befindlichen Einsatzkräfte wurde die Ausbildung bis in die Abendstunden fortgesetzt. Anschließend bot das gemeinsame Grillen mit den Einsatzkräften des DRK Gelsenkirchen Gelegenheit zum fachlichen Austausch über die absolvierten Übungsszenarien und zur organisationsübergreifenden Kameradschaftspflege.
Auch während der Nacht wurde die Einsatzbereitschaft auf die Probe gestellt. Die an der Übung teilnehmende Fachgruppe Räumen (FGr R) wurde zu einem realen Einsatz nach Gladbeck alarmiert. Nachdem die Einsatz- und Abrückebereitschaft hergestellt worden war, wurde die Einheit noch vor dem Ausrücken wieder abbestellt. Die Alarmierung zeigte dennoch, dass unsere Einsatzkräfte auch außerhalb ihres Heimatstandortes sowie unter erschwerten Wetter- und Rahmenbedingungen kurzfristig einsatzbereit sein können.
Am Sonntagmorgen standen nach dem gemeinsamen Frühstück der Rückbau des Camps und die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft auf dem Ausbildungsplan. Auch das Fahren im geschlossenen Verband wurde im Rahmen der Rückverlegung praktisch geübt. Gegen 17 Uhr endete das Übungswochenende nach einer abschließenden Verpflegung durch das Küchenteam unterstützt von den Johannitern.
Gemeinsam vorbereitet auf unterschiedliche Einsatzlagen
Das Übungswochenende verband fachliche Ausbildung, Zivilschutzthemen und organisationsübergreifende Zusammenarbeit unter anspruchsvollen äußeren Bedingungen. Der THW-Ortsverband Gelsenkirchen bedankt sich bei allen an der Vorbereitung und Durchführung beteiligten Kräften, beim DRK Gelsenkirchen für die gemeinsame Übung sowie beim THW-Ortsverband Herten für die Unterstützung beim Einsatz im Gelsenkirchener Stadtgebiet.
Ein besonderer Dank gilt den Helferinnen und Helfern, die sich trotz der widrigen Wetterverhältnisse den vielfältigen Übungsszenarien stellten, sowie dem Küchenteam, das während des gesamten Wochenendes die Versorgung der Einsatzkräfte sicherstellte und für gute Laune gesorgt hat.
Das Wochenende hat einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig eingespielte Abläufe, eine verlässliche Einsatzbereitschaft und die Zusammenarbeit zwischen dem THW und seinen Partnerorganisationen für die Bewältigung unterschiedlicher Einsatzlagen sind.
Technisches Hilfswerk - Ortsverband Herten
DRK-Kreisverband Gelsenkirchen e.V.
Feuerwehr Gelsenkirchen