Fritz Bauer Forum

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Fritz Bauer Forum Forschung 🔬, Kunst 🎨 und Dialog 💬 "Im Kampf um des Menschen Rechte“ (Fritz Bauer)

Einen Tag nach den Knessetwahlen treffen wir Prof. Dr. José Brunner,   und  , Emeritus der Fakultät für   am Cohn-Instit...
29/10/2026

Einen Tag nach den Knessetwahlen treffen wir Prof. Dr. José Brunner, und , Emeritus der Fakultät für am Cohn-Institut für Wissenschaftsphilosophie und Ideengeschichte der Universität Tel Aviv. Wir sprechen über Identitätspolitik in . Wie das Hamas-Attentat vom 7. Oktober 2023 die nach dem versuchten Justizputsch der Regierung Netanjahu entstandene Demokratiebewegung mit einem Schlag beendet hat.

Allerdings war es eine Demokratiebewegung, die um sich selbst kreiste, die arabisch-palästinensische Bevölkerung und besonders das Leiden der in der Westbank waren darin zunächst nicht eingeschlossen, betont José Brunner. Das kam erst nach und nach. Das Hamas-Attentat hat dann die aufgrund des Holocaust dominierende Opferidentität der Israelis erneut verstärkt. Mehr setzen auf Krieg und Härte als auf Demokratie und Verständigung. Es ist eine Gesellschaft, die sich kollektiv als Opfer und in ständiger Verteidigungsbereitschaft erlebt. Die Frage, wieso sie das Leid von anderen nicht wahrnehmen kann, ist – so paradox dies klingt – zugleich die Antwort.

Dr. Yael Netzer ist Forschungsleiterin am Zentrum für Digitale Geisteswissenschaften der   in  , sie promovierte in Info...
28/10/2026

Dr. Yael Netzer ist Forschungsleiterin am Zentrum für Digitale Geisteswissenschaften der in , sie promovierte in Informatik mit Schwerpunkt Computerlinguistik. Wir treffen sie in , wo sie uns als leitendes Mitglied von „Edut 710“ erklärt, wie man ein Archiv eines Ereignisses „in realtime“ aufbaut.

Zwei Tage nach dem 7. Oktober 2023 begannen Dutzende Freiwillige, die Zeugnisse von Überlebenden auf Film festzuhalten, daraus entstand „Edut 710“ – ohne institutionelle Unterstützung und ohne Budget. Heute umfasst das Archiv über 2.000 Videozeugnisse und ein Suchsystem, das die Aussagen, Personen und Orte durch eine Kennung miteinander verknüpft. Yael Netzer erklärt uns, welche ethischen und moralischen Fragen unter den extremen Notfallbedingungen beim Aufbau des Archivs zu beantworten sind und wie die Persönlichkeitssphäre der Überlebenden beim Umgang mit den Quellen geschützt werden kann. Wir sprechen darüber, ob es für Opfer des Krieges in kein solches Archiv der Gegenwart gibt.

Erfahrungen aus Israel zur Wahl 2026 | Bericht von einer Reise Die Leiterin des Fritz Bauer Forums, Dr. Irmtrud Wojak, u...
28/10/2026

Erfahrungen aus Israel zur Wahl 2026 | Bericht von einer Reise

Die Leiterin des Fritz Bauer Forums, Dr. Irmtrud Wojak, und der Fotograf Ryszard Bartkiewicz besuchten im Oktober Freunde*innen und Gesprächspartner*innen vor dem Hintergrund der Knesset-Wahlen in Israel.

Es ist eine Reise in ein aufgewühltes Land mit einer traumatisierten Gesellschaft vor einer Schicksalwahl. Am 27. Oktober wählt Israel eine neue Regierung. Nach dem 7. Oktober 2023, dem brutalen Angriff der Hamas auf die Kibbuzim am Rand des Gazastreifens und des nachfolgenden brutalen Krieges in Gaza, ist es die erste Parlamentswahl. Sie ist damit zugleich eine Entscheidung über die Amtsführung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und seine rechtsextremen und nationalreligiösen Koalitionspartner.

Weitere Informationen zur Veranstaltung findet ihr hier: https://fritz-bauer-forum.de/de/veranstaltungen/event/erfahrungen-aus-israel-zur-wahl-2026-berichte-von-einer-reise/

Am Tag vor den gestrigen  -Wahlen trafen wir Eldad Joffe. Er ist seit Oktober 2023   des arabisch-jüdischen Dorfes Neve ...
28/10/2026

Am Tag vor den gestrigen -Wahlen trafen wir Eldad Joffe. Er ist seit Oktober 2023 des arabisch-jüdischen Dorfes Neve Shalom/Wahat as Salam („Oase des Friedens“). Nach dem 7. Oktober mussten die Tore des Ortes vor Überfällen der Hamas und vor radikalen jüdischen Siedlern geschlossen werden. Eldad Joffe erzählt, wie sich die Bewohnerschaft häufig traf und darum kämpfte, ihre Trauer zu teilen. Was den Wahlausgang betrifft, ist er mehr als skeptisch. Er sagt, die internationale Gemeinschaft müsse mehr Druck ausüben.

Der Ort liegt auf einem Hügel zwischen Tel Aviv und Jerusalem, über dem Ayalon Valley, an der früheren „grünen Grenze“ im Niemandsland. Es ist der einzige Ort, wo sich Israelis und Palästinensern gezielt zu einem Zusammenleben entschieden haben. Es gibt eine zweisprachige Grundschule, eine gemeinsame Bibliothek, Ausstellungs- und und einen „Garden of Rescuers“. Ähnlich wie im „Garten der Menschrechte“ im Fritz Bauer Forum wird hier Menschen gleich welcher Nation, Herkunft und Religion gedacht, die verfolgten Menschen in der Not geholfen haben.

Roni Keidar, die jüngst ihre   „On the border of hope“ veröffentlichte, lebt im Moshav Netiv HaAsara an der Nordgrenze v...
27/10/2026

Roni Keidar, die jüngst ihre „On the border of hope“ veröffentlichte, lebt im Moshav Netiv HaAsara an der Nordgrenze vom . Am 7. Oktober 2023 ermordete die Hamas 21 der Bewohner*innen, die Keidars konnten sich verstecken. Wie die Kibuzzim wurde auch der Moshav evakuiert, die meisten Bewohner*innen kehrten inzwischen zurück.

Roni Keidar will ihr Engagement in der nicht aufgeben, für die sich die über achtzigjährige seit Jahrzehnten engagiert: in der Organisation „Frauen wagen Frieden“, mit dem „Lightroom“, einem Projekt in der Nähe des Kibbuz Beeri, das Raum bietet, sich gegenseitig kennenzulernen und mit „Kol acher“ („Other Voice“), der NGO, die auf Dialog zwischen Israelis und Palästinensern aus Gaza setzt, Tanz- und Dramagruppen organisiert hat, was jetzt unmöglich geworden ist.

Roni Keidar sagt, sie wäre nach der Evakuierung lieber nicht zurückgekehrt. Andererseits wisse sie, die Menschen in Gaza haben keine Schutzräume, wie sie und ihre Familie. „Israel ist ein kleines Land,“ fügt sie noch hinzu. Sie meint damit, sie seien ohnehin nirgends sicher, also könne sie auch wieder in ihr Haus zurückkehren.

Hamza Abu Howidy | Muscheln am Strand von Gaza »Manchmal fühle ich mich wie der einsamste Palästinenser auf der Welt.«  ...
27/10/2026

Hamza Abu Howidy | Muscheln am Strand von Gaza

»Manchmal fühle ich mich wie der einsamste Palästinenser auf der Welt.« Hamza Abu Howidy erzählt uns vom Aufwachsen im Gaza der 2000er Jahre, von seiner Familie, besonders seinem Vater, der ihm beim Muschelsammeln die großen Lektionen des Lebens beigebracht hat, aber auch von den blutigen Kämpfen zwischen Fatah und Hamas, direkt vor seiner Haustür, und wie sehr das Leben in Gaza von Terror geprägt war. Jahre später protestiert er gegen die Hamas und wird festgenommen, gefoltert und muss fliehen. Heute zählt er zu den wichtigsten politischen Stimmen aus der palästinensischen Exilgemeinde, dabei lässt er sich weder von pro-israelischer noch pro-palästinensischer Seite vereinnahmen. Ein sehr persönliches Buch, das Hoffnung und Plädoyer zugleich für eine demokratische und friedliche Lösung des Nahostkonflikts ist.

Weitere Infromationen zur Veranstaltung findet ihr hier: https://fritz-bauer-forum.de/de/veranstaltungen/event/hamza-abu-howidy-muscheln-am-strand-von-gaza/

Heute wählt   eine neue   und Ministerpräsident  |s extrem rechts-religiöses Regierungsbündnis wird den Voraussagen nach...
27/10/2026

Heute wählt eine neue und Ministerpräsident |s extrem rechts-religiöses Regierungsbündnis wird den Voraussagen nach die Mehrheit verlieren. Dem Oppositionsbündnis um den Ex-General Gadi und die Demokraten wird allerdings auch keine Mehrheit in Aussicht gestellt.

Die Koalitionsverhandlungen können sich von daher schwierig gestalten. Um die nach dem 7. Oktober 2023 zum Teil weit nach rechts abgewanderte politische Mitte einzufangen, haben die Demokraten ein Bündnis mit den arabischen Parteien ausgeschlossen. Der entscheidende Konflikt, um den es geht und durch dessen Fortdauer die in Israel unter Druck steht, die Siedlungen im Westjordanland und der Krieg in Gaza, werden damit ausgeklammert.

Micha (Michael) Ben Hillel lebt im Kibbuz Nir Am. Der Kibbuz wurde 1943 während des Völkerbundmandats gegründet, etwa 10...
26/10/2026

Micha (Michael) Ben Hillel lebt im Kibbuz Nir Am. Der Kibbuz wurde 1943 während des Völkerbundmandats gegründet, etwa 100 Familien leben hier ganz nahe am . Sie wurden nach dem 7. Oktober 2023 für ein Jahr nach evakuiert, der größte Teil kehrte nach Nir Am zurück.

Micha Ben Hillel, dessen Familie aus den USA nach Israel einwanderte, erzählt uns die Geschichte des Kibbuz und über das Leben quasi direkt am Zaun und der Mauer zum Gazastreifen. Die Tunnel der Hamas reichten nahe an den Kibbuz, der sich als einer der wenigen am 7. Oktober verteidigen konnte. Mit der Gewalttat der hat hier, wie in den anderen Kibbuzim, die wir besuchen und die jahrelang mit Raketen und „Feuerballons“ aus Gaza rechnen mussten, dennoch keiner gerechnet.

Mitte September war Magdalena als Teil des Programms „Building Cultures of Remembrance“ (BCOR) mit Teilnehmer*innen aus ...
26/10/2026

Mitte September war Magdalena als Teil des Programms „Building Cultures of Remembrance“ (BCOR) mit Teilnehmer*innen aus und in Frankfurt und Berlin unterwegs. Neben Stadtrundgängen und Workshops gab es spannende Inputs verschiedener Referent*innen zu den Themen , und sowie anregenden Austausch zwischen den Teilnehmer*innen. Im November wird das Programm in den USA weitergeführt.

Das BCOR-Programm wird von der internationalen Organisation Cultural Vistas organisiert und vom Transatlantikprogramm der Bundesrepublik Deutschland mit Mitteln aus dem Europäischen Wiederaufbauprogramm (ERP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie von der Hans & Berthold Finkelstein-Stiftung finanziert und richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Deutschland und den Vereinigten Staaten.

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