17/09/2026
Was darf guter Journalismus? Zum gestrigen rücken wir die Stimmen der Opfer in den Fokus. Wie sieht mediale aus Sicht des Opferschutzes aus?
Berichterstattung wirkt ambivalent: sie kann traumatisieren, aber auch schützen. Hier sind 8 Tipps, wie ein verantwortungsvoller, kindeswohlorientierter stattfinden kann.
Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass unverantwortungsvolle Berichterstattung weitreichende Folgen für betroffene Kinder und Jugendliche haben kann.
- Emotionale Belastungen: Gefühle von Scham, Angst, Wut
- Risiko der Stigmatisierung durch mediale Aufarbeitung
- Traumatisierung durch wiederholtes öffentliches Erleben der Ereignisse
- (erneuter) Verlust der Kontrolle und Privatsphäre
Aber auch nicht direkt betroffene Kinder und Jugendliche können Auswirkungen von unreflektiertem Mediengebrauch zu spüren bekommen. Ihr Sicherheitsgefühl kann geschwächt werden, zum Beispiel entwickeln sie eine Angst vor Betreuungseinrichtungen oder etwa weil die Täter*innen aus dem Vertrauensumfeld kommen. Oder sie erhalten einen unrealistischen Eindruck, dass Gewalt allgegenwärtig sei, wodurch Misstrauen, Rückzug oder übermäßige Angst gesteigert werden könnten.
Dabei kann eine kindeswohlorientierte Berichterstattung durchaus positive Effekte haben, wie etwa:
- Erhöhtes gesellschaftliches Bewusstsein für Kindesmissbrauch
- Betroffene werden ermutigt sich zu melden
- Öffentliche Debatten fördern Strukturreformen und Schutzmaßnahmen
- Druck auf Organisationen für Transparenz und bessere Prävention
- Förderung der Gewaltprävention durch Information & Gespräch mit Kindern & Jugendlichen
Wir als Kinderschutzorganisation appellieren daher an alle Journalist*innen, sich ihrer großen Verantwortung bewusst zu werden, eine traumasensible und sachliche Berichterstattung zu gewährleisten. Diese ist entscheidend, um Schutz statt zusätzlicher Verletzung zu bieten. Dabei muss eines immer im Mittelpunkt stehen: das Wohl des Kindes.