18/01/2026
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ghostet „Landshut“-Betroffene
Bundeszentrale für politische Bildung offenbart merkwürdiges Demokratieverständnis ausgerechnet bei geplantem „Demokratieraum“
Ehemalige „Landshut“-Geiseln und -Befreier, Familienangehörige ehemaliger Geiseln und interessierte Bürgerinnen bzw. Bürger unterzeichneten im Juli 2025 einen Offenen Brief. Adressat ist der Bundesminister des Innern und Heimat, Alexander Dobrindt.
Zentrale Forderung: „Die „Landshut“ muss bei der künftigen Ausstellung in Friedrhcshafen als jene Boeing 737 wiedererkennbar werden, in der sich das in den Kontext der Schleyer-Entführung eingebettete Drama abgespielt hat. Nur mit ihrem Lufthansa-Design ausgestattet kann sie zum Ankerplatz des gesamten Unternehmens werden.
Auch das Leitwerk, beide Flügel ebenso wie die Sitzreihen, ohne die das Gefühl einer furchtbaren Enge im Inneren nicht hinreichend nachvollzogen werden könne, sollten wieder angebracht werden. An einer entsprechenden Unterstützung durch die Lufthansa mangele es nicht.
Bis jetzt, Mitte Januar, steht eine Antwort von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt aus! Sein Ghosting erzeugt Politikverdrossenheit bei Frauen und Männern, die sich nicht nur als Betroffene, sondern als Bürgerinnen und Bürger zivilgesellschaftlich engagieren. bürgerschaftlich engagieren.
Auch die Bundeszentrale für politische Bildung erwähnt den „Offenen Brief“ auf ihrer „Landshut“-Projektseite mit keinem Wort. Stattdessen stellen sich Mitglieder der beiden Beratungskreise vor das aktuelle Gaming-Konzept. Vier von ihnen liefern eigene Statements.
https://www.bpb.de/themen/zeit-kulturgeschichte/lernort-landshut/570513/zum-umgang-mit-der-ehemaligen-lufthansa-maschine-landshut-einblick-in-fachliche-argumente/
Die Texte lesen sich schwülstig, die Argumente wirken verkopft. Nichts liegt näher als den Gegenstand „Landshut“ in der Ausstellung als Gegenstand zu behandeln.
Das Ghosting der Bundeszentrale für politische Bildung – eine von Steuergeld bezahlte Institution – offenbart ein merkwürdiges Demokratieverständnis ausgerechnet bei einem Projekt, das den Namen „Demokratieraum“ trägt. Wo bleibt der Meinungspluralismus auf einer Website, die für Meinungspluralismus werben will?
Martin Rupps
Foto: Henning Schacht für das BMI