22/10/2025
« Le premier qui dit la vérité, il doit être exécuté. » (Guy Béart)
Dr. Gérard Schockmel ist in der rezenten Debatte der erste und offenbar einzige Abgeordnete, der den Mut hat, mit Herz und Vernunft das Erheben der Abtreibung zum Grundrecht in der Verfassung als ein Unding zu entlarven. „Es geht um Leben und Tod“, mit diesen Worten hat der erfahrene Arzt und Humanist in seinem viel geschmähten Interview im Radio 100,7 den Nerv der Problematik getroffen. Ein Recht (oder Freiheit) zu töten soll ein Grundwert unseres Staates, unserer Gesellschaft werden, derweil vom Recht auf Leben keine Rede mehr ist, und die Menschen- und Kinderrechtserklärungen diesbezüglich schier missachtet werden. In seinem Beitrag im LW (11./12. Oktober) stellt er zu Recht fest, dass das Einschreiben eines „einseitigen Rechts“ in die Verfassung die Gesellschaft spaltet und ein Teil der Bürger sich vom Grundgesetz nicht mehr vertreten fühlt. Als echter Liberaler erkennt und benennt er die intolerante Vorgehensweise des radikal militanten Feminismus, den er vom berechtigten Feminismus einer Simone Veil scharf abgrenzt, und der es geschafft hat, fast eine ganze Abgeordnetenkammer in seinen Bann zu ziehen: Ein Schwarm von Fischen oder Vö**ln, wie er bildhaft ins Schwarze traf. In der Tat wären die meisten Gewählten von sich aus nicht auf die Idee gekommen, diese Verfassungsrevision vorzuschlagen. Außer "Déi Lénk" hat keine Partei sie vor den letzten Wahlen gefordert! Es hat keine öffentliche Debatte gegeben. 558 Unterschriften sind wahrlich kein politischer Auftrag der Bevölkerung. Obwohl eine Verschärfung des bestehenden Abtreibungsgesetzes keineswegs angedacht ist, wird urplötzlich ein Gespenst heraufbeschworen, dem man mit der Verfassung als Waffe Einhalt zu gebieten trachtet. Zynisch und herablassend dankt Marc Baum dem liberalen „Schwurbler“, dass es endlich jemanden gibt, der ihm die Rechtfertigung seines ideologischen Verfassungsänderungsvorschlags liefert. Diese Rhetorik zeugt zutiefst von seiner Verachtung Andersdenkender, die er mit dem „hiesigen Feminismus“ teilt. Erinnern wir daran, dass die Präsidentin des Planning Familial, dessen exklusives Konzept der „sexuellen und reproduktiven Gesundheit“ längst staatliches Dogma ist, allen Ernstes behauptet, dass ein Fötus kein Leben sei, und dieser Befund dem Recht auf Abtreibung zugrunde liege (cf. Femmes Magazine, 25.4.2024 „L’IVG au Luxembourg. Sur le bon chemin?“).
Dem wackeren Arzt gebühren Hochachtung, Unterstützung und Dank in dieser dunklen Zeit.
André Grosbusch