23/08/2026
Un jour peut-être, les juges comprendront le mal qu’ils font aux enfants en les forçant à rester ou à continuer à voir le parent violent!
Neurowissenschaftliche Forschung zeigt, dass das Aufwachsen unter chronischer familiärer Gewalt die Reaktion des sich entwickelnden Gehirns auf mögliche Bedrohungen beeinflussen kann.
In einer 2011 von Forschern unter anderem um Eamon McCrory am University College London durchgeführten Studie zeigten Kinder, die familiärer Gewalt ausgesetzt gewesen sind, eine erhöhte Aktivität in der Amygdala und der anterioren Insula, wenn sie wütende Gesichter betrachtet haben. Diese Hirnregionen sind an der Erkennung und Verarbeitung emotional bedeutsamer Bedrohungen beteiligt. Die Kinder zeigten jedoch nicht einfach dieselben Gehirnmuster wie Menschen mit Kampferfahrung. Vielmehr wurde eine teilweise überlappende verstärkte Reaktion auf Bedrohungen festgestellt.
Die Forscher weisen darauf hin, dass eine erhöhte Aktivität in der Amygdala und der anterioren Insula zuvor auch bei psychisch unauffälligen Soldaten nach Kampfeinsätzen beobachtet worden ist. Der Vergleich bezieht sich somit auf eine bestimmte neuronale Reaktion auf Bedrohungen und bedeutet nicht, dass die Gehirne der Kinder denen von Kriegsveteranen entsprechen.
Wichtig ist außerdem, dass die Studie Kinder untersucht hat, die familiärer Gewalt ausgesetzt gewesen sind, und eine erhöhte Reaktion insbesondere auf wütende Gesichter festgestellt hat. Die Forscher haben daher keine allgemeine Überreaktion auf sämtliche emotionalen Reize nachgewiesen. Sie haben die erhöhte Bedrohungssensibilität als mögliche Anpassung an eine gefährliche Umgebung beschrieben, die gleichzeitig mit einer erhöhten Anfälligkeit für spätere psychische Probleme verbunden sein könnte.
Spätere Übersichtsarbeiten haben ebenfalls Zusammenhänge zwischen belastenden Kindheitserfahrungen und einer erhöhten Aktivität der Amygdala sowie der Insula beschrieben. Dabei wird betont, dass solche Muster eher eine Anpassung an Umweltbedrohungen als eine einfache Form von „Hirnschädigung“ darstellen können. Um die langfristigen Folgen genauer zu verstehen, sind weitere Längsschnittstudien erforderlich.
Die Forschung unterstützt daher eine präzisere Aussage: Chronische familiäre Gewalt kann mit messbaren Veränderungen der bedrohungsbezogenen Hirnaktivität verbunden sein, wobei bestimmte Reaktionsmuster denen nach Kampfeinsätzen ähneln können. Sie zeigt jedoch nicht, dass Kinder buchstäblich das Gehirn von Soldaten entwickeln.
Quellen: McCrory, E. J., De Brito, S. A., Sebastian, C. L., Mechelli, A., Bird, G., Kelly, P. A., & Viding, E. (2011). Heightened neural reactivity to threat in child victims of family violence. Current Biology, 21(23), R947–R948.