23/12/2025
Eine „Welt der Götter“ in der Burgenzeitschrift „ARX“: 90. Ausgabe (2025-2) erschienen – Online-Register ausgebaut
Die diesjährige Winternummer der burgenkundlichen Zeitschrift ARX ist erschienen. Jede im Abonnement erhältliche und bei der Athesia Buchhandlung in Bozen aufliegende Ausgabe wird halbjährlich von Burgenliebhabern sehnlichst erwartet. Dieses Mal ist es das 90. Heft. Dessen Titelbild von Peter Daldos verrät mit einem Streiflicht auf die Gewölbeansätze eines Saales der Fahlburg in Prissian, dass es auch um die Fahlburg, vor allem aber um tragende Themen der Kulturgeschichte geht.
Die von namhaften Autoren behandelten Beiträge entführen die Leserschaft über den Schlossbau in Südtirol, Graubünden, Oberösterreich oder Slowenien in eine Welt, die den Göttern zu gehören scheint. Die Themen der Spätrenaissance und des Barock führen selbst in alpinen Lagen in ausgedehnte Gärten, die dem Duft der Zitrusfrüchte unterliegen, und in Schlossbauten, die unübersehbar von der Mythologie, der Astronomie und Astrologie sowie der Esotherik des 17. Jahrhunderts beeinflusst wurden. Sie erklären sich aus der Sehnsucht nach dem Schönen und dem Guten in der Welt.
Der bekannte Kunsthistoriker Leo Andergassen beschreibt die bemalten Holzdecken der Fahlburg in Prissian, während der Londoner Architekt Giuseppe Simone Montanaro zwischen Palladianismus und Alchemie der universellen Architektur und Astrologie in Zemono folgt. Dem Malerischen in der Architektur geht ein Essay von Jörg Christöphler auf den Grund. Der Beitrag von Günther Kleinhanns hat die berühmten Merian-Stiche im Auge, wenn er das Schloss Bernau in Fischlham im oberösterreichischen Traunviertel beschreibt. Die geographische Nähe führt zu einem von Elisabeth Gruber, Angelika Kölbl, Thomas Kühtreiber und Miriam Landkammer gemeinschaftlich verfassten Beitrag zum Göttweiger Hof in Stein an der Donau, der hier als Musterbeispiel eines klösterlichen Wirtschaftshofes beschrieben wird. Inhaltlich leiten beide letztgenannten Beiträge über zur Garten- und Architekturgeschichte des Schlosses Ortenstein in Graubünden, die der erst kürzlich bei einer Südtiroler Tagung referierende Marcus Richard Köhler behandelt. Wenn er seine ausgezeichneten Studien unter dem Titel „Zwischen Raubnest und Feenschloss“ vorstellt, dann geschieht dies weniger aus dem eigenen Hang zur Romantik, sondern im Geiste jener, die auf Ortenstein Gartenbaugeschichte schrieben.
Von der Orangeriekultur im Alpenraum, insbesondere in den Klöstern und geistlichen Stiften, spricht auch ein Bericht über eine in Brixen abgehaltene Tagung zum Thema. Der Nachrichtenteil der ARX befasst sich auch ausführlicher mit dem ernstzunehmenden Thema der Klosterauflösungen, hier des Stiftes Engelszell in Oberösterreich. Aus Südtirol wirft ein Kurzbericht über einen „Spaziergang durch Vahrn“ ein Licht auf den altgehegten Wunsch der Städter, der sommerlichen Hitze zu entfliehen. Von Reisezielen der Burgenvereine aus Südtirol und Bayern erzählen die Berichte von Studienfahrten nach Ober- und Niederösterreich sowie an den Mittelrhein. Letztere beinhaltete einen Freundschaftsbesuch bei der Deutschen Burgenvereinigung.
Das lateinische „arx“ bezeichnet die „Burg“. Der Begriff wurde im Jahr 1979 zum Titel der angesehenen Zeitschrift zur Burgenkunde, Denkmalpflege, Kunst- und Kulturgeschichte, die seither jeweils im Sommer und im Winter eines Jahres erscheint.
Mit der derzeitigen Auflage von 1.800 Exemplaren spricht die vom Südtiroler Burgeninstitut herausgegebene Burgenzeitschrift eine überregionale Leserschaft an, die über den redaktionell in den Fokus genommenen süddeutschen Sprachraum hinausreicht.
Die Redaktion der ARX freut sich über „die hohe Wertschätzung, die Architekten, Denkmalpfleger und Kunsthistoriker der ‚ARX‘ seit viereinhalb Jahrzehnten entgegenbringen". Sie ist dem Herausgeber und der dreiköpfigen Redaktion aus Bayern, Österreich und Südtirol ein wesentlicher Antrieb, um weiterhin am Erscheinen der Hefte zu arbeiten. Beide sind darüber hinaus dankbar für die Unterstützung durch die Autoren und den finanziellen Beitrag vom Amt für Kultur sowie jener, die Anzeigen schalten.
Als Beitrag der ARX an die Wissenschaft wird auf der Webadresse des Südtiroler Burgeninstituts www.burgeninstitut.com eine Recherchemöglichkeit zu allen bisherigen ARX-Artikeln angeboten, direkt zu den Artikeln der einzelnen Ausgaben der ARX oder über ein knapp 300-seitiges, verschlagwortetes Gesamtverzeichnis zu den Inhalten der bisherigen Ausgaben. Dessen Erarbeitung wurde von der Stiftung Sparkasse unterstützt.