Landsmannschaft der Deutschen aus der Ukraine e.V.

Landsmannschaft der Deutschen aus der Ukraine e.V. Landsmannschaft der Deutschen aus der Ukraine e.V.

Landsmannschaft der Deutschen aus der Ukraine e.V.  setzt ihre systematische Arbeit zum Schutz der Rechte der Deutschen ...
26/04/2026

Landsmannschaft der Deutschen aus der Ukraine e.V. setzt ihre systematische Arbeit zum Schutz der Rechte der Deutschen im postsowjetischen Raum fort.

Am 23. April fand in der Parlamentarische Versammlung des Europarates Parliamentary Assembly of the Council of Europe ( ) ein Treffen mit der Präsidentin der PACE, Petra Bayr, statt.
Vyacheslav Bodrov (Redekop) nahm als Teil einer Delegation von Vertretern verschiedener Völker mit Unterstützung der ukrainischen Seite an dem Treffen teil.

Im Verlauf des Treffens wurden die Lage der Deutschen in Krisenregionen sowie grundlegende Probleme der Deutschen im postsowjetischen Raum thematisiert, die internationale Aufmerksamkeit und konkrete Lösungen erfordern.



23/04/2026

Mein Name ist Vyacheslav Bodrov (Redekop). Ich bin Vorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus der Ukraine e.V. der sowie Referent für Krisenregionen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland der Gruppe Baden-Württemberg ( LmDR e.V. ) . Heute setzen wir unsere systematische Arbeit zum Schutz der Rechte der Deutschen im postsowjetischen Raum fort.

Uns schreiben Menschen aus verschiedenen Regionen des postsowjetischen Raums, und seit Januar 2025 bis zum heutigen Tag haben wir mehr als 150 Schreiben erhalten. Uns schreiben deutsche Familien, die berichten, dass ein Problem besteht. Uns schreiben deutsche Organisationen aus dem Gebiet des postsowjetischen Raums.

Deshalb sind wir hier in der PACE und vertreten die Rechte der Deutschen aus Krisenregionen – derjenigen, die Hilfe benötigen. Heute haben wir an einer Veranstaltung mit der Präsidentin der PACE, Petra Bayr, teilgenommen und ihr Informationen über die Probleme der Deutschen im postsowjetischen Raum aus Krisenregionen übergeben.

Wir werden unsere Arbeit und unseren Einsatz für die Rechte der Deutschen im postsowjetischen Raum weiter fortsetzen.





Wir vereinen die Völker im Kampf um ihre Rechte!Die Landsmannschaft der Deutschen aus der Ukraine nahm an einer internat...
28/03/2026

Wir vereinen die Völker im Kampf um ihre Rechte!

Die Landsmannschaft der Deutschen aus der Ukraine nahm an einer internationalen Veranstaltung teil, die Parlamentarier, Experten sowie Vertreter von Völkern und Organisationen zusammenbrachte, die Deportationen und Repressionen erlebt haben. Die Vizepräsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Maria Mezentseva, unterstützte die Initiative, die Deportationen von 1941 in der Sowjetunion als Akt des Völkermords anzuerkennen.

Alle deportierten Völker haben ein gemeinsames Schreiben an das Ukrainische Institut für Nationale Erinnerung und die Werchowna Rada der Ukraine vorbereitet, um die offizielle Anerkennung dieser Deportationen als Akt des Völkermords zu initiieren. Vertreter von Völkern und Organisationen setzen sich zudem für die Schaffung internationaler Mechanismen zum Schutz der Rechte dieser Gemeinschaften und für die Sicherung ihres Rechts auf historische Erinnerung, Selbstbestimmung und internationale Vertretung ein.

Die Landsmannschaft der Deutschen aus der Ukraine drückt ihre volle Solidarität mit anderen Völkern aus, die von Repressionen und Deportationen betroffen sind, und unterstützt gemeinsame Anstrengungen zur Wiederherstellung von Gerechtigkeit und zur Stärkung der Stimme der Völker auf internationaler Ebene. Gemeinsam für Gerechtigkeit und Erinnerung!

16/02/2026
30/01/2026

Deutsche aus dem postsowjetischen Raum bringen ihre Anliegen in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates ( ) vor. Damit wird ein neues Niveau des Rechtsschutzes erreicht.

Mein Name ist Vyacheslav Bodrov, der Familienname meiner deutschen Vorfahren ist Redekop.

Ich bin Vorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus der Ukraine e.V. sowie Referent für Krisenregionen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe Baden-Württemberg. LmDR e.V.

Heute, hier im Gebäude der PACE, sprechen wir über das Thema der Deutschen des postsowjetischen Raumes.

Dies ist das Ergebnis einer vierjährigen Arbeit, die leider bisher nicht von Erfolg gekrönt war.
Wir gehen nun auf eine neue Ebene.

Leider hat die deutsche Minderheit im postsowjetischen Raum auch nach 80 Jahren keine vollständige Rehabilitierung erfahren und lebt weiterhin an den Orten der stalinistischen Deportation.

Deutschland hat immer betont, dass es Verantwortung für das Schicksal der deutschen Minderheit im postsowjetischen Raum übernimmt.
Es wurde stets gesagt, dass die Türen nach Deutschland offenstehen.

Doch jetzt, in Zeiten der Katastrophe und des umfassenden Krieges in der Ukraine, sehen wir, dass Deutsche aus Russland, die sich gegen die Mobilisierung aussprechen, keine ausreichende Unterstützung erhalten.

Mehr noch: Die Türen nach Deutschland sind geschlossen.

Sogar jene Deutschen aus der Ukraine, die nach Deutschland gekommen sind, können nicht als Spätaussiedler anerkannt werden.

Wir sind entschlossen, die Situation zu verändern, und wir kämpfen und werden weiterkämpfen für die Rechte der Deutschen im postsowjetischen Raum.

Sechs Monate Hoffnung: Warum so viele Deutsche aus der Ukraine scheitern müssenSeit Beginn des russischen Angriffskriege...
20/12/2025

Sechs Monate Hoffnung: Warum so viele Deutsche aus der Ukraine scheitern müssen

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges sind mehr als eine Million Ukrainerinnen und Ukrainer mit dem Schutzstatus nach §24 AufenthG nach Deutschland geflohen. Unter ihnen befinden sich auch zahlreiche Menschen deutscher Volkszugehörigkeit. Wäre ihr Antrag im Herkunftsgebiet gestellt worden, und wären dort alle erforderlichen Unterlagen prüfbar gewesen, hätten viele aus diesem Personenkreis gute Chancen gehabt, als Spätaussiedler anerkannt zu werden.

Doch genau das ist in Kriegszeiten nahezu unmöglich – insbesondere in Regionen wie der Ostukraine, die von Zerstörung, Besatzung und Unsicherheit geprägt sind. Dokumente fehlen oder sind unzugänglich, Ämter arbeiten nicht, Reisen sind gefährlich oder verboten. Für diese außergewöhnliche Situation hat das Bundesverwaltungsamt (BVA) zwar eine Übergangslösung geschaffen: Kriegsflüchtlinge deutscher Abstammung dürfen ihren Antrag in Deutschland stellen – allerdings nur innerhalb der ersten sechs Monate nach ihrer Einreise.

Diese Frist können jedoch die wenigsten einhalten. Die Anforderungen an Sprachkenntnisse, Dokumente, Nachweise der Abstammung und der bürokratische Aufwand sind unter Kriegsbedingungen kaum zu bewältigen. Damit droht vielen Betroffenen, die Anerkennung als Deutsche zu verlieren – möglicherweise für immer.

Weil die Situation immer komplexer wird und die Betroffenen kaum Chancen sehen, beschloss der Landesvorstand der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in Baden-Württemberg, einen besonderen Ansprechpartner für Deutsche in Kriegs- und Krisenregionen zu benennen: Herrn Vyacheslav Bodrov.

Durch ihn erfuhr man von mehreren Demonstrationen und Mahnwachen, bei denen sich Betroffene vor Institutionen und Veranstaltungsorten Gehör verschaffen wollten.

… Doch der Erfolg blieb gering. Kaum jemand nahm sich Zeit, zuzuhören oder nachzufragen. Besonders beschämend ist, dass selbst einige Politikerinnen und Politiker mit russlanddeutschen Wurzeln sowie Personen russlanddeutscher Abstammung, die sich im vorpolitischen Raum lautstark inszenieren, kaum Interesse zeigten. Viele dieser selbsternannten „Sprachrohre“ scheuen die wirkliche Verantwortung, meiden den direkten Austausch mit Betroffenen und beschränken sich auf symbolische Auftritte ohne Substanz. Damit lassen sie genau jene Menschen im Stich, deren Anliegen sie eigentlich vertreten sollten.

Die Redaktion von Wir Hier hat deshalb beschlossen, tiefer zu gehen. Wir wollten nicht über, sondern mit den Menschen sprechen. Wir wollten verstehen, was die russlanddeutschen Familien aus der Ukraine bewegt, welche Sorgen sie tragen und welche Hoffnungen sie noch haben.

Am besten lässt man in einer solchen Situation diejenigen zu Wort kommen, die es betrifft. In den folgenden Interviews schildern sie ihre Geschichten – eindrucksvoll, offen und oft schmerzhaft. Jede von ihnen steht stellvertretend für viele.

-

Interview mit Olga K. (geb. Reze)

Mein Name ist Olga K., geborene Reze. Die Geschichte meiner Familie ist geprägt von Leid, Vertreibung und einem langen Weg der Suche nach Sicherheit.

Mein Großvater, Reze Jakow Korneewitsch, sein Sohn und seine älteste Tochter wurden während des Krieges in ein Arbeitslager verschleppt. Nur mein Großvater und seine Tochter kehrten zurück. Sein Sohn überstand die harte Arbeit und die ständige Unterernährung nicht – er starb dort.

Mein Vater wurde zusammen mit seiner Mutter, seinen Brüdern und Schwestern in die Sondersiedlung in der Region Kostanai verbannt. Später schlossen meine Eltern die Ehe, und 1966 kam ich im Krasnodarer Gebiet zur Welt. Meine Großeltern – mein Großvater Reze und meine Großmutter aus der Familie Baer – waren damals noch am Leben. Sie sangen mir deutsche Lieder und spielten Geige. Zu Hause wurde ausschließlich unser deutscher Dialekt gesprochen.

Kurz bevor ich in die Schule kam, ließen sich meine Eltern scheiden. Meine Mutter nahm mich mit in den Donbass, in die Region Luhansk. Dort besuchte ich die Schule und begann bereits mit 16 Jahren zu arbeiten.

Drei Jahre später heiratete ich, und meine Kinder kamen zur Welt – unter ihnen drei Söhne. Ich war so glücklich über sie … Doch Jahre später sollte ich unter Tränen erleben, wie man Männer in den Krieg schickt.

2014 wurde die Krim annektiert, und es begannen die Kämpfe.

Mein jüngster Sohn, Albert, fürchtete sich nachts in seinem Bett zu schlafen – am Abend setzten die Beschüsse ein. Aus dem Keller war er kaum herauszubekommen. Im Sommer war es stickig, im Winter klirrend kalt. Die Wände froren, und wir wärmten uns mit heißen Wasserflaschen. Dieser Zustand konnte nicht ewig dauern: ständiger Schlafmangel, ständige Angst.

Meine jüngste Tochter rief uns zu sich in die Region Kiew. Wir kamen mit den Kindern, und langsam begann sich unser Leben zu stabilisieren. Vor allem schliefen wir endlich unter einem friedlichen Himmel. Doch die Freude hielt nicht lange.

An einem frühen Morgen im Jahr 2022 riss mich ein Geräusch aus dem Schlaf, das ich nur zu gut kannte: die Erde bebte. Ich wollte nicht glauben, dass der Krieg uns wieder eingeholt hatte. Wie konnte das sein … Alles hatten wir in Luhansk zurückgelassen – das Haus, den Garten. Zwei karierte Taschen nahmen wir mit: mehr war nicht möglich.

In der Kiewer Region mussten wir wieder bei null anfangen. Und wieder Keller.

Kinder, Enkelkinder …

Schließlich fassten wir den Entschluss, auf die historische Heimat zu fliehen.

Das Schicksal der „ewig Vertriebenen“, das schon meinen Großeltern auferlegt war, holte auch mich und meine Kinder ein. Auch mein jüngster Sohn Albert blieb nicht verschont: Mit 18 Jahren stand er an der Frontlinie, dem sogenannten „Nullpunkt“, und wurde schwer verwundet. Bis heute ist er in Behandlung.

Mit 21 Jahren wirkt er wie ein erwachsener, erfahrener Mann. Sein Foto erschien in deutschen Nachrichten und verbreitete sich in mehreren Ländern. Albert steht auf der schwarzen Liste der Russischen Föderation – weder er noch ich könnten jemals nach Luhansk zurückkehren. Es wäre eine Reise ohne Rückkehr. Man würde uns ins Gefängnis werfen – und mit uns tun, was immer man will.

Seit Ende Juni 2022 bin ich in Deutschland, aufgenommen nach §24. Durch den ständigen Stress verpasste ich Fristen; die geforderte halbjährige Frist war schlicht unmöglich einzuhalten – allein auf die Sprachkurse wartete man ein halbes Jahr.

Ich hoffe und bete, dass das Gesetz für Spätaussiedler gelockert wird. Mehr bleibt uns nicht.

In Bochum lebt meine Tante Olya sowie mehrere Cousins und Cousinen. Vor über 30 Jahren sind sie selbst aus Kasachstan nach Deutschland gekommen.

-

Interview mit Wassilij Butler

Ich heiße Wassilij Nikolajewitsch Butler und wurde im Jahr 1954 im Norden Kasachstans geboren – dort, wohin man meine Eltern einst verbannt hatte. Ich kam unter Kommandanturaufsicht zur Welt. Unser kleiner Ort war eine geologische Erkundungssiedlung, überall standen Bohrtürme.

Ich bin ethnischer Deutscher, ebenso wie meine Mutter und mein Vater. Die Geschichte meiner Familie unterscheidet sich kaum von der vieler anderer deutscher Familien in der Sowjetunion.

Zu Beginn des Krieges, nach dem Erlass von 1941, wurde mein Großvater zusammen mit der gesamten Familie nach Kasachstan auf ein Sondersiedlungsgebiet deportiert. Vor der Deportation lebten sie in Aserbaidschan.

Mein Großvater wurde 1941 gemeinsam mit seinem ältesten Sohn verhaftet und in die sogenannte „Trudarmee“ geschickt – nach Sibirien, in den Krasnojarsker Krai.

Mein Vater war damals erst zwölf Jahre alt: ein Kind, das zusammen mit der Familie in der Verbannung leben musste. Und mein Großvater wurde mit dem älteren Sohn ins Arbeitslager gebracht.

Später ließ man meinen Großvater frei, weil er dort seine Gesundheit verloren hatte. Er wurde praktisch zum Sterben nach Hause entlassen. Meine Mutter erzählte, dass er kurz nach seiner Rückkehr verstarb. Er war erst 50 Jahre alt – ein Alter, in dem ein Mann eigentlich im vollen Kräftezustand sein sollte.

Heute lebe ich wegen des Krieges nach §24 in Deutschland.

Seit 1970 hatte ich in der Ukraine gelebt: Ich ging zum Studium dorthin, gründete eine Familie, und wir führten ein gutes Leben.

Doch dann kam die russische Armee und besetzte unsere Stadt im Gebiet Luhansk. Wir verloren alles. Unsere Wohnung, unser Besitz – alles blieb in der sogenannten „LNR“. Und ich wollte unter keinen Umständen unter russischer oder prorussischer Herrschaft leben. Also flohen wir zunächst nach Charkiw und von dort weiter nach Deutschland. Hier sind wir nun.

Wenn ich auf die Geschichte meiner Vorfahren schaue, sehe ich eine tragische Linie:

Mein Urgroßvater, dessen deutscher Name Goltfrid lautete, lebte einst auf dem Gebiet der heutigen Ukraine. 1917 wurde er von den Bolschewiki beraubt. Meinen Großvater ließ später Stalin zugrunde gehen – in der Trudarmee.

Und nun hat es schließlich auch mich getroffen: Unter Putins Herrschaft blieb mir nur die Flucht. So sieht der Weg unseres Volkes aus – und meiner Familie.

Ich bin inzwischen 71 Jahre alt, nächstes Jahr werde ich 72. Und ich wünsche mir, meinen Lebensabend in der Heimat meiner Vorfahren verbringen zu dürfen. Die Ukraine steht – selbst nach einem möglichen Kriegsende – vor enormen Herausforderungen, und die Korruption macht alles zusätzlich schwer. Für ältere Menschen wird es sehr schwierig. Deshalb möchte ich gern in Deutschland bleiben. Doch es gibt große Hürden.

Zum Beispiel habe ich keinerlei Dokumente über meinen Großvater. Nur ein paar alte Fotos sind erhalten geblieben. Im Geburtsschein meines Vaters steht zwar seine Nationalität als „deutsch“, ebenso bei meiner Mutter. Aber offizielle Unterlagen meines Großvaters existieren nicht mehr.

Wir haben ihn in einer Liste der „Opfer politischer Repressionen in der UdSSR“ gefunden. Dort steht, dass er im Jahr … als Deutscher, Staatsbürger der UdSSR, parteilos, vom NKWD Aserbaidschans allein aufgrund seiner Nationalität verhaftet wurde.

Um an Dokumente zu kommen, müsste man sich an den FSB in Russland wenden – nach Moskau. Doch Sie verstehen selbst: Ein Ukrainer, mitten im Krieg … Welche Behörde wird da etwas herausgeben?

Deshalb stehe ich nun vor der großen Schwierigkeit, die nötigen Dokumente nicht beschaffen zu können. Ohne sie ist es, besonders angesichts der strengen Gesetze in Deutschland, sehr problematisch. Die Fristen sind kurz, und während des Krieges ist vieles schlicht nicht zu leisten.

Was wünsche ich mir?

Ich hoffe, dass die deutsche Regierung für Menschen wie mich eine Lösung findet. Wir sind ethnische Deutsche, unsere Vorfahren kamen einst aus Deutschland. In Russland haben sie nichts Gutes erfahren – und das Ergebnis dieser langen Wege ist heute an unserem Schicksal zu sehen.

Und selbst wenn der Krieg endet – wohin soll ich zurückkehren? Unsere Stadt und unsere Wohnung sind von Russland besetzt. Ich habe keinen Ort, an den ich zurückkönnte.

Mein Sohn lebt mit seiner Familie ebenfalls in Deutschland, in der Nähe von Frankfurt. Ich habe zwei Enkelkinder. Sowohl mein Sohn als auch meine Schwiegertochter arbeiten seit dem ersten Tag. Sie haben Kurse absolviert, sich integriert – ihnen geht es gut. Die Enkel besuchen die Schule.

Mein Sohn weiß noch nicht, ob er eines Tages zurückkehren möchte. Aber ich würde gern in Deutschland bleiben. Das ist mein Wunsch.

-

Bericht von Elena Jaufman

Mein Name ist Elena Jaufman, ich bin 42 Jahre alt und komme aus der Ukraine. Mein Großvater, ein ethnischer Deutscher, wurde 1939 aus der Krim nach Kasachstan deportiert.

Mein Vater wurde bereits dort geboren und erlebte sein ganzes Leben lang Diskriminierung aufgrund seiner deutschen Herkunft.

Im Jahr 2020 stellte ich einen Antrag als Spätaussiedlerin.

Zu diesem Zeitpunkt konnte ich jedoch die Anforderungen nicht vollständig erfüllen:

Mir fehlte das Sprachniveau B1, da ich nach der Scheidung mein Kind allein großzog und weder die finanziellen noch die körperlichen Ressourcen hatte, um den Sprachkurs zu absolvieren. Außerdem lag mir keine Ausreiseerlaubnis des Vaters meines Kindes vor.

Im März 2022, nach Beginn des Krieges in der Ukraine, kam ich mit meiner Tochter nach Deutschland – in die historische Heimat meiner Vorfahren. Unmittelbar nach unserer Ankunft begann ich, Sprachkurse für mich und eine passende Schule für meine Tochter zu suchen.

Doch der Stress und die traumatische Situation des Kriegs führten bei mir zu einer schweren Depression. Dadurch war es mir nicht möglich, die deutsche Sprache schnell genug bis zum Niveau B1 zu erlernen und rechtzeitig ein Sprachzertifikat vorzulegen. So konnte ich die Sechsmonatsfrist des Gesetzes leider nicht einhalten.

Jeden Tag erleben wir als Familie die Belastung und die Angst um unsere Angehörigen, die weiterhin im Kriegsgebiet leben.

Hinzu kommt: Aufgrund einer kürzlich durchgeführten Operation bin ich derzeit aus medizinischen Gründen nicht arbeitsfähig. Deshalb kann ich momentan auch die gesetzliche Forderung nach vollständiger finanzieller Selbstständigkeit nicht erfüllen. Nach meiner Genesung möchte ich jedoch unbedingt arbeiten und mich vollständig integrieren.

Ich wünsche mir sehr, dauerhaft in der Heimat meiner Vorfahren leben zu dürfen. Meine Tochter besucht zurzeit ein College, zeigt hervorragende Leistungen und integriert sich hervorragend.

Ein großer Teil unserer Familie lebt bereits seit vielen Jahren in Deutschland; meine leibliche Schwester ist 2021 ebenfalls mit ihrer Familie nach Deutschland übergesiedelt.

Heute verfüge ich über alle erforderlichen Dokumente. Dennoch sind die Anforderungen des aktuellen Spätaussiedlergesetzes für mich – wie für viele andere Deutsche aus dem postsowjetischen Raum – unter den gegebenen Umständen kaum zu erfüllen.

-

Bericht von Konstantin Affeld

Mein Name ist Konstantin Affeld. Ich wurde 1987 in der Ukraine, in der Stadt Odessa, geboren. Ich bin Deutscher väterlicherseits. Mein Vater stammt aus dem Gebiet Omsk, wurde 1950 geboren und verstarb 2005. Auch mein Großvater, geboren 1928 in der Region Omsk, war Deutscher. Er erhielt 2014 die Aufnahme als Spätaussiedler und übersiedelte nach Deutschland, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 2021 lebte. Sowohl meine Urgroßmutter als auch mein Urgroßvater waren ethnische Deutsche.

Mein Urgroßvater, Herman Affeld, wurde 1890 in der Wolhynischen Provinz geboren. Im Jahr 1900 kam er mit seinen Eltern sowie Geschwistern in die Omsker Region. Auch meine Urgroßmutter, Paulina Affeld (geb. 1892), kam im selben Jahr mit ihrer Familie dorthin. Sie heirateten 1913 und bekamen sechs Kinder.

In den Jahren 1932–1933 wurde mein Urgroßvater enteignet („entkulakisiert“). Am 16. November 1934 verurteilte ihn das Sonderkollegium des Westsibirischen Regionalgerichts in Omsk nach Artikel 58-10-11-14 des Strafgesetzbuchs der RSFSR zu drei Jahren Lagerhaft. Erst am 12. April 1989 wurde er durch den Präsidiumsbeschluss des Obersten Sowjets der RSFSR rehabilitiert. Aus dem Lager kehrte er nie zurück; in den Listen der Erschossenen wird er jedoch nicht geführt.

Zwei ihrer Söhne wurden während des Zweiten Weltkriegs zur Trudarmee einberufen, einer von ihnen starb dort. Meine Urgroßmutter blieb allein zurück – mit zwei kleinen Kindern und ihrem hochbetagten Vater. Nach unseren Informationen stand sie als Deutsche unter Kommandanturaufsicht, mit strengen Aufenthaltsbeschränkungen. Mein Großvater war 1941 erst 13 Jahre alt.

Niemand aus der Familie hat jemals seine deutsche Herkunft verschwiegen.

Im Jahr 2022 kam ich mit meiner Familie nach Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine nach Deutschland. Im Februar 2025 stellte ich den Antrag S mit einem minimalen Dokumentensatz, da ich zu diesem Zeitpunkt keine Unterlagen meiner Vorfahren besaß.

Ich erklärte im Antrag, dass ich verpflichtet sei, innerhalb von sechs Monaten nach der Einreise meine Sprachkenntnisse nachzuweisen. Zum Zeitpunkt der Antragstellung war ich bereits erwerbstätig, zuvor hatte ich ein Praktikum im Rahmen meiner Arbeitsaufnahme absolviert. Parallel dazu begann ich – unter äußerst schwierigen Umständen – mit der Beschaffung von Dokumenten aus Russland. Als ukrainischer Staatsbürger ist dies beinahe unmöglich: Vier Anwälte lehnten es ab, mich per Vollmacht zu vertreten, aus Angst um ihre eigene Sicherheit. Bis heute konnte ich die Unterlagen nicht erhalten, da der Prozess sehr viel Zeit und Geld erfordert.

Im ersten Zusatzschreiben des BVA wurde ich aufgefordert, bestimmte Dokumente des Standesamts sowie Gehaltsnachweise einzureichen. Zu diesem Zeitpunkt war ich jedoch gezwungen, meine Arbeitsstelle zu kündigen, weil sich zeigte, dass das Unternehmen äußerst unzuverlässig war: unregelmäßige Lohnzahlungen, chaotische Arbeitszeiten und weitere Probleme.

Die geforderten Gehaltsnachweise konnte ich daher nicht einreichen – nicht aus eigenem Verschulden.

Ich teilte all dies meinem Berater ehrlich mit und bat um Zeit, um eine neue Anstellung zu finden. Stattdessen erhielt ich umgehend einen Ablehnungsbescheid. Mein Fall wurde inhaltlich kaum geprüft – sobald sichtbar war, dass ich vorübergehend ohne Arbeit war, erfolgte die Ablehnung.

Derzeit suche ich aktiv nach einer Arbeit, lerne weiter Deutsch, sammle weiterhin Dokumente und habe meine Ingenieursabschlüsse anerkennen lassen.

Meine Familie besteht aus vier Personen: meiner Frau und unseren zwei Kindern im Alter von neun und eineinhalb Jahren.

Das Spätaussiedlergesetz sollte für alle gleichermaßen gelten und nicht selektiv. De facto verlangt das aktuelle Verfahren jedoch – zusätzlich zum vollständigen Dokumentensatz – eine stabile Beschäftigung innerhalb eines sehr begrenzten Zeitrahmens.

Die Situation, in der sich die Deutschen aus der Ukraine befinden, erfordert dringend eine Lösung. Viele haben in der Ukraine alles verloren, sie haben keine Heimat mehr, zu der sie zurückkehren könnten.

Und dennoch scheint Deutschland sich in dieser schwierigen Lage von den eigenen Nachkommen abzuwenden.

-
Bericht von Valerij Sch. (geb. Lange)

Ich heiße Valerij Sch. (bei der Geburt Lange), bin 64 Jahre alt und ein ethnischer Deutscher aus der Ukraine. Geboren und aufgewachsen bin ich in der Region Saporischschja, in der Kleinstadt Kamjanka-Dniprovska, unweit von Enerhodar, wo sich das größte Atomkraftwerk Europas – das Kernkraftwerk Saporischschja – befindet.

Meine Familie stammt von deutschen Kolonisten ab, die in der Ukraine Landwirtschaft und Viehzucht betrieben. Von den fünf Kindern meines Urgroßvaters Adolf Lange überlebte nach den Repressionen der 1930er-Jahre sowie den Verfolgungen während und nach dem Zweiten Weltkrieg niemand. Aus der Familie Lange blieb nur meine Mutter übrig, geboren im Mai 1941.

Auf Grundlage des Erlasses des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 28. August 1941 über die Umsiedlung der Wolgadeutschen wurde mein Großvater Robert Lange im September 1941 in den Arbeits- und Internierungslagerkomplex von Solikamsk deportiert. Dort starb er 1943 infolge von Unterernährung (Dystrophie vierten Grades), begleitenden Krankheiten und unmenschlichen Haftbedingungen.

Nach all den Repressionen und Verfolgungen waren sowohl aus der Familie Lange (väterlicherseits) als auch aus der Familie Jakob (mütterlicherseits) kaum Angehörige übriggeblieben – viele verschwanden spurlos, andere wurden deportiert, verfolgt oder starben in der Verbannung.

Ich wuchs in der Sowjetunion auf, in einer Zeit, in der man seine deutsche Herkunft verschweigen musste. Unsere Familie sah sich gezwungen, den Nachnamen zu ändern, um Diskriminierung und Repressionen zu entgehen.

Vor der russischen Invasion im Februar 2022 planten wir, als Spätaussiedler nach Deutschland zu übersiedeln. Die Unterlagen waren fast vollständig vorbereitet. Auch wollte ich vor dem Krieg meinen deutschen Geburtsnamen wieder annehmen, doch durch die plötzliche Besetzung wurde es unmöglich – und sogar gefährlich. Rückblickend hat mich das gerettet. Die Geschichte wiederholt sich.

Das Leben unter Besatzung war von ständiger Angst geprägt. Soldaten durchsuchten Häuser, kontrollierten Telefone und behandelten jeden Kontakt zu Europa oder zur Ukraine als Verdacht. Menschen mit deutschen Namen waren besonders gefährdet. Viele versteckten Dokumente, um zu überleben. Ein ethnischer Deutscher wurde nur wegen seines deutschen Nachnamens schwer misshandelt – darüber berichtete sogar die deutsche Zeitung Bild.

Auf den besetzten Gebieten herrscht aggressive Propaganda, die sich am Kult des „Sieges“ im Zweiten Weltkrieg orientiert. Alles, was mit dem Westen verbunden wird, gilt als feindlich. Menschen werden in „unsere“ und „fremde“ eingeteilt. Für die Besatzungsmacht sind deutsche Namen, Familiendokumente oder Schriftstücke auf Deutsch Anlass für Misstrauen.

Man sieht deutlich: Die Folgen des Zweiten Weltkriegs und der sowjetischen Repressionen sind bis heute nicht überwunden – sie bestimmen weiterhin das Leben vieler ethnischer Deutscher.

Mit dem Beginn der großangelegten Invasion 2022 und der raschen Besetzung des Südens der Ukraine wurde die Rückkehr zu meinem ursprünglichen deutschen Namen völlig ausgeschlossen und lebensgefährlich. Ich wusste, dass das Auffinden solcher Dokumente fatale Folgen haben könnte. Zum zweiten Mal in meinem Leben rettete mir das Verbergen meiner deutschen Herkunft das Leben – erst in meiner Kindheit, dann in der Okkupation.

Die Flucht aus Enerhodar war fast unmöglich. Die Ausreisen waren blockiert, Menschen wurden nicht herausgelassen.

Erst nach Monaten des Wartens und großer Kosten gelang es mir. An jeder Kontrollstelle drohten Durchsuchungen, Verhöre und Telefonkontrollen. Dokumente über deutsche Vorfahren musste ich verstecken. Ein einziger Fehler hätte Freiheit oder Leben gekostet.

Seit November 2024 lebe ich in Deutschland. Hier ist es sicher – doch der Weg hierher war schwer. Viele ethnische Deutsche, die Deutschland erreicht haben, stoßen nun auf neue Hindernisse: bürokratische Hürden, fehlendes Verständnis für ihre Situation und mangelnde Unterstützung seitens der deutschen Behörden.

Für den Status als Spätaussiedler nach dem BVFG müssen Dokumente vorgelegt werden, die wegen Krieg und Besatzung oftmals unmöglich zu beschaffen sind. Die Frist für die Einreichung der Unterlagen beträgt lediglich sechs Monate – viel zu wenig für Menschen, die in Deutschland schlicht Schutz vor Krieg suchen.

Auch ethnische Deutsche, die noch in der Ukraine leben, stehen vor unlösbaren Aufgaben: fehlende Dokumente, keine Möglichkeit, Prüfungen abzulegen, keine sicheren Wege zur Ausreise. Unter Beschuss oder in besetzten Gebieten sind alle Anforderungen des Gesetzes praktisch unmöglich umzusetzen.

So sind viele gezwungen, lediglich den Schutz nach §24 AufenthG zu beantragen – wie gewöhnliche Kriegsflüchtlinge, ohne Anerkennung ihres deutschen Hintergrunds und ihrer historischen familiären Erfahrungen. Trotz der Reformen des BVFG 2023 erhalten viele weiterhin Ablehnungen. Deshalb scheuen viele davor zurück, überhaupt Anträge beim BVA zu stellen.

Für mich, der aus einem besetzten Gebiet geflohen ist, ist die Empfehlung, „nach Kriegsende zurückzukehren und dann Dokumente einzureichen“, nicht hinnehmbar.

Niemand weiß, ob oder unter welchen Bedingungen eine Rückkehr jemals möglich sein wird. Mein Alter erschwert die Erfüllung der verschärften gesetzlichen Anforderungen zusätzlich. Heute werden ethnische Deutsche in Deutschland faktisch wie Arbeitsmigranten behandelt – das ist ungerecht.

Gerade die Nachkommen jener, die einst Deportationen, Enteignungen und Repressionen erlitten, geraten erneut in Gefahr. Die Folgen des Zweiten Weltkriegs, der stalinistischen Verfolgung und des heutigen Krieges sind untrennbar miteinander verbunden. Die Geschichte setzt sich fort – und wieder werden wir vertrieben.

Ich spreche nicht nur für mich, sondern für Tausende ethnische Deutsche, die weiterhin in besetzten oder frontnahen Regionen leben. Sie leben in ständiger Gefahr, ohne sichere Ausreisemöglichkeit und ohne systematische Unterstützung.

Ich hoffe, dass Deutschland uns hört – jene, die in ihre historische Heimat zurückkehren wollen, nicht nur als Geflüchtete, sondern als Nachkommen deutscher Familien, die Krieg, Lager, Entrechtung und Vertreibung überstanden haben.

Ich möchte glauben, dass sich die Geschichte diesmal nicht wiederholt – und dass ich meinen ursprünglichen Namen zurückerhalten und als der leben darf, der ich bin, in meinem historischen Zuhause.

-
Anonym. Persönlicher Bericht

Meine Familie träumte bereits seit den 1990er-Jahren davon, nach Deutschland überzusiedeln. Doch damals war es für uns nicht möglich.

Mit den Gesetzesänderungen für Spätaussiedler im Jahr 2013 erhielten wir endlich eine Chance und begannen, Unterlagen und Nachweise zusammenzustellen. Ich bin sowohl väterlicherseits als auch mütterlicherseits deutscher Abstammung.

Wir stellten 2018 einen Antrag, doch leider reichte mein Sprachniveau zu diesem Zeitpunkt nicht aus.

Das Leben in der Ukraine machte es mir unmöglich, die deutsche Sprache umfassend zu erlernen. Qualifizierte Sprachschulen kosteten viel Geld, das wir nicht hatten.

Deutsche aus dem postsowjetischen Raum können nicht einfach auf ihre historische Heimat reisen, um dort Deutsch zu lernen – obwohl offiziell immer wieder betont wurde, wir seien eine „Brücke der Freundschaft“. Es war paradox: Wir sollten Deutsch lernen, konnten aber nicht dorthin, wo es am besten möglich gewesen wäre. Hinzu kam, dass uns deutsche Behörden jahrelang rieten, „nicht zu drängen“, da wir in den Herkunftsländern gebraucht würden.

Nach Beginn des Krieges wurde uns gesagt, dass wir nun unter besonderen Bedingungen nach Deutschland kommen könnten. Doch diese „besonderen Bedingungen“ bedeuteten in Wirklichkeit:

Wer nicht innerhalb von sechs Monaten den vollständigen Dokumentensatz einreicht, verliert das Recht auf Aufnahme als Spätaussiedler für immer – und das mitten in Kriegszeiten.

Statt Unterstützung fühlte es sich wie ein Schlag ins Gesicht an.

Umso größer war der Schock, als wir erfuhren, dass das Spätaussiedlerprogramm möglicherweise geschlossen werden soll.

Jahrelang sagte man uns, wir sollten uns Zeit lassen – und nun wird uns entgegengehalten: „Warum seid ihr nicht früher gekommen?“

Der Stress und die Umstände des Kriegs führten dazu, dass ich die Vorgaben nicht vollständig erfüllen konnte. Sprachkurse waren überfüllt; allein auf einen Platz musste ich mehr als ein halbes Jahr warten.

Viele Spätaussiedler hörten nach der Einreise den Rat, zur Sicherheit zurück in die Ukraine zu reisen – trotz Raketenangriffen – um die Sechsmonatsfrist nicht zu verletzen.

Das erschien uns zutiefst widersprüchlich und ungerecht. Sprachkurse und juristische Unterstützung kosten viel Geld, und gleichzeitig wurden wir in Kriegszeiten zusätzlich zeitlich unter Druck gesetzt.

Mit den neuen Änderungen im Spätaussiedlergesetz von 2023 wurde uns außerdem mitgeteilt, dass wir innerhalb einer streng festgelegten Frist eine Arbeitsstelle finden müssen.

Dabei kommen Menschen aus aller Welt nach Deutschland, doch ausgerechnet ethnische Deutsche aus der Ukraine – traumatisiert vom Krieg – sollen sofort Arbeit aufnehmen, selbst Ältere und Studierende. Schafft man das nicht, heißt es: Man müsse auf das Ende des Krieges warten.

Damit wird die Möglichkeit, in die historische Heimat zu kommen, praktisch auf null reduziert.

Menschen, für deren Schutz und Aufnahme sich Deutschland seit Jahrzehnten politisch verantwortlich erklärt hat, fühlen sich im Krieg plötzlich im Stich gelassen.

Ich stellte meinen Antrag beim BVA und erhielt eine Ablehnung, weil ich aufgrund meines Studiums noch keine Arbeit gefunden hatte. Ich bin Ingenieur, und für meine berufliche Tätigkeit benötige ich ein B2-Zertifikat.

Doch das Gesetz erlaubt mir nicht, zuerst zu lernen; gleichzeitig kann ich ohne Sprachkenntnisse nicht in meinem Beruf arbeiten.

Viele ethnische Deutsche schweigen über ihre Probleme aus Angst, offene Kritik könnte negative Folgen haben und ihre Verfahren gefährden.

Gerichtskosten sind hoch, und die neuen gesetzlichen Vorgaben lassen kaum Spielräume. Tatsächlich kann ich nicht in die Ukraine zurückreisen, um erneut Unterlagen einzureichen.

Manche behaupten, es müsse so sein – doch für mich ist das angesichts des Krieges absurd und zutiefst schmerzhaft.

In einer der schwierigsten Phasen der Geschichte scheint Deutschland sich von uns abzuwenden – von jenen, die sich seit Jahrzehnten bemühen, in die Heimat ihrer Vorfahren zurückzukehren.








Adresse

Avenue De L'Europe
Strasbourg
67075

Site Web

Notifications

Soyez le premier à savoir et laissez-nous vous envoyer un courriel lorsque Landsmannschaft der Deutschen aus der Ukraine e.V. publie des nouvelles et des promotions. Votre adresse e-mail ne sera pas utilisée à d'autres fins, et vous pouvez vous désabonner à tout moment.

Partager