30/11/2025
🧶𝗪𝗼𝗹𝗹𝗲, 𝗱𝗶𝗲 𝘃𝗲𝗿𝗯𝗶𝗻𝗱𝗲𝘁
𝗪𝗶𝗲 𝗮𝘂𝘀 𝗥𝗲𝘀𝘁𝗲𝗻 𝗲𝗶𝗻 𝗲𝗰𝗵𝘁𝗲𝘀 𝗱𝗲 𝗣𝗲𝗿𝘀𝗼𝗻𝗮 𝗮 𝗣𝗲𝗿𝘀𝗼𝗻𝗮 𝘄𝘂𝗿𝗱𝗲?
Wir sind kein gewöhnlicher Verein. Ja, wir sammeln auch Gelder, klar. Vieles kostet Geld. Unser Herzstück ist etwas anderes: 𝗠𝗲𝗻𝘀𝗰𝗵𝗹𝗶𝗰𝗵𝗸𝗲𝗶𝘁. Füreinander da sein. Teilen statt messen. Geben statt nehmen.
Unser Verein sucht aktiv Menschen, die Unterstützung brauchen: kleine Wünsche im Alltag, Hilfsmittel, Momente gegen Einsamkeit, Dinge, für die oft die finanziellen Mittel fehlen.
𝗠𝗮𝗿𝗴𝗿𝗶𝘁 (𝟴𝟵) ist unser erstes Projekt.
Margrit lebte jahrelang mit ihrem Mann und ihrer Mutter in Spanien auf dem Festland.
Nachdem diese verstorben waren, war Margrit ganz alleine in Spanien. Ihr Bruder lebte schon lange mit seiner Frau auf Lanzarote und überredete Margrit auch auf die Insel zu kommen.
Eine schöne Finca wurde umgebaut und zack, war Margrit 2015 auf Lanzarote.
Nach einem Sturz in der Coronazeit, kam Margrit in die private Pflegevilla 𝗖𝗮𝗿𝗲𝗽𝗼𝗶𝗻𝘁 𝗖𝗮𝗿𝗺𝗲𝗻 in Costa Teguise, in der sie jetzt schon 3 Jahre lebt.
𝗘𝗶𝗻 𝗯𝗲𝘀𝗼𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲𝗿 𝗧𝗮𝗴 𝗼𝗵𝗻𝗲 𝗴𝗿𝗼𝘀𝘀𝗲𝗻 𝗔𝗻𝗹𝗮𝘀𝘀, 𝗻𝘂𝗿 𝗺𝗶𝘁 𝗴𝗿𝗼𝘀𝘀𝗲𝗺 𝗛𝗲𝗿𝘇𝗲𝗻
An diesem Tag arbeitet Sabrina bei Carepoint Carmen. Sabrina wies Margrit daraufhin, dass heute ein spezieller Tag sei und sie sich heute etwas schöner anziehen darf. Mit komischem Blick, aber ohne Wiederrede, zog sich Margrit was schönes an.
Punkt 12:00 Uhr klingelte es an der Tür der Pflegevilla. Draussen standen drei wunderbare Menschen aus unserem Verein – aktive Mitglieder – und sie waren richtig nervös. Man spürte dieses leise Antasten. «Wie geht es Margrit»? «Ist sie gut drauf»? «Hoffentlich fühlt sie sich heute gut.»
Es war ruhig. Langsam. Vorsichtig. 𝗗𝗲 𝗣𝗲𝗿𝘀𝗼𝗻𝗮 𝗮 𝗣𝗲𝗿𝘀𝗼𝗻𝗮 𝗲𝗯𝗲𝗻.
Brigitte, Elke und Ralf traten langsam ins Zimmer. Margrit hatte keine Ahnung um was es hier geht. Und dann zeigt sich unser Vereinsprinzip in der Praxis. 𝗚𝗲𝗺𝗲𝗶𝗻𝘀𝗮𝗺𝗸𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻 verbinden. Margrit und Brigitte hatten sich sogar schon vor dem Kennenlernen gegenseitig etwas geschenkt. Sabrina hatte das im Vorfeld überbracht. Diese kleine Gemeinsamkeit machte es noch einfacher, eine Verbindung herzustellen.
„𝗠𝗮𝗿𝗴𝗿𝗶𝘁 𝘄𝗶𝗿 𝗵𝗮𝗯𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗿 𝗲𝗶𝗻 𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻𝗸 𝗺𝗶𝘁𝗴𝗲𝗯𝗿𝗮𝗰𝗵𝘁“
Elke ist auf der Insel bekannt als „
𝗦𝗼𝗰𝗸𝗲𝗻 𝗘𝗹𝗸𝗲“. Sie strickt Socken und wer strickt, kennt es, es bleiben Reste übrig. Wolle kostet Geld. Die Reste liegen oft herum und genau da beginnt unser „Geben statt Wegwerfen“.
Elke kam an Margrits Bett, eine Tüte in der Hand – voll mit Wollresten – und sagte:
„𝗠𝗮𝗿𝗴𝗿𝗶𝘁 𝘄𝗶𝗿 𝗵𝗮𝗯𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗿 𝗲𝗶𝗻 𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻𝗸 𝗺𝗶𝘁𝗴𝗲𝗯𝗿𝗮𝗰𝗵𝘁“
Margrit: „𝗔𝗰𝗵 𝗱𝗮𝘀 𝗳𝗶𝗻𝗱𝗲 𝗶𝗰𝗵 𝗮𝗯𝗲𝗿 𝘁𝗼𝗹𝗹“
Elke: „𝗦𝗮𝗯𝗿𝗶𝗻𝗮 𝘀𝗮𝗴𝘁𝗲 𝗱𝘂 𝗯𝗮𝘀𝘁𝗲𝗹𝘀𝘁 𝗵ä𝗸𝗲𝗹𝘀𝘁 𝘂𝗻𝗱 𝘀𝘁𝗿𝗶𝗰𝗸𝘀𝘁 𝘂𝗻𝗱 𝘁𝘂𝘀𝘁 𝘀𝗼 𝘃𝗶𝗲𝗹. 𝗜𝗰𝗵 𝘀𝘁𝗿𝗶𝗰𝗸𝗲 𝗦𝗼𝗰𝗸𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗮 𝗯𝗹𝗲𝗶𝗯𝘁 𝗶𝗺𝗺𝗲𝗿 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀 ü𝗯𝗿𝗶𝗴.“
Margrit: „𝗔𝗰𝗵 𝘁𝗼𝗹𝗹 𝗦𝗼𝗰𝗸𝗲𝗻 𝘀𝘁𝗿𝗶𝗰𝗸𝗲𝗻 𝗸𝗮𝗻𝗻 𝗶𝗰𝗵 𝗷𝗮 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁.“
Elke: „𝗦𝗼𝗰𝗸𝗲𝗻 𝘀𝘁𝗿𝗶𝗰𝗸𝗲𝗻 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘀𝘁 𝗱𝘂 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁, 𝗮𝗯𝗲𝗿 𝗮𝘂𝘀 𝗱𝗲𝗻 𝗪𝗼𝗹𝗹𝗿𝗲𝘀𝘁𝗲 𝗸𝗮𝗻𝗻𝘀𝘁 𝗱𝘂 𝗮𝗹𝗹𝗲𝘀 𝗺ö𝗴𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗺𝗮𝗰𝗵𝗲𝗻“
Margrit: „𝗔𝗰𝗵 𝗱𝗮𝘀 𝗳𝗶𝗻𝗱𝗲 𝗶𝗰𝗵 𝗮𝗯𝗲𝗿 𝘁𝗼𝗹𝗹“
Das Eis war komplett gebrochen. Margrit kam aus dem Lachen gar nicht mehr raus. Sie nahm die Tüte entgegen mit so einer Freude, dass man es im Raum richtig spüren konnte. Das Video zeigt es, weil manche Momente nicht beschrieben werden können, man muss sie sehen.
Margrit sagte dann diesen Satz, der uns allen im Herzen geblieben ist.
„𝗗𝗲𝗿 𝗧𝗮𝗴 𝗵𝗶𝗲𝗿 𝗶𝘀𝘁 𝗷𝗮 𝘄𝗶𝗿𝗸𝗹𝗶𝗰𝗵 𝘀𝗲𝗵𝗿 𝗹𝗮𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗺 𝗧𝗩 𝗵𝗮𝗯𝗲 𝗶𝗰𝗵 𝗲𝘀 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘀𝗼, 𝗱𝗮𝗻𝗻 𝗯𝗶𝗻 𝗶𝗰𝗵 𝘀𝗼 𝗳𝗿𝗼𝗵, 𝗱𝗮𝘀𝘀 𝗶𝗰𝗵 𝗻𝗼𝗰𝗵 𝗶𝗿𝗴𝗲𝗻𝗱𝘄𝗮𝘀 𝘄𝘂𝗿𝘀𝗰𝗵𝘁𝗲𝗹𝗻 𝗸𝗮𝗻𝗻. 𝗠𝗶𝗿 𝗺𝗮𝗰𝗵𝘁 𝗲𝘀 𝗙𝗿𝗲𝘂𝗱𝗲, 𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲𝗻 𝘄𝗮𝘀 𝘇𝘂 𝗯𝗮𝘀𝘁𝗲𝗹𝗻."
Und genau darum geht es: Nicht um „Spendenprojekt“. Nicht um „Hilfsaktion“.
Es geht um 𝗪ü𝗿𝗱𝗲, 𝗦𝗶𝗻𝗻, 𝗙𝗿𝗲𝘂𝗱𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝘀 𝗚𝗲𝗳ü𝗵𝗹. 𝗜𝗰𝗵 𝗸𝗮𝗻𝗻 𝗻𝗼𝗰𝗵! 𝗜𝗰𝗵 𝗯𝗶𝗻 𝗻𝗼𝗰𝗵! 𝗜𝗰𝗵 𝗴𝗲𝗵ö𝗿𝗲 𝗻𝗼𝗰𝗵 𝗱𝗮𝘇𝘂!
Brigitte schenkte Margrit noch einen Weihnachtsstern im Topf. Dazu kam eine zweite Tüte Wollreste und natürlich etwas Süsses für zwischendurch, darf nicht fehlen, beim Wurschteln.
Der Besuch endete nicht hektisch. Nicht „wir müssen dann mal“. Sondern mit persönlichen Geschichten von Margrit. Zuhören. Zeit schenken. Da sein.
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𝗨𝗻𝗱 𝗱𝗮𝗻𝗻 𝗴𝗶𝗻𝗴 𝗱𝗮𝘀 „𝗪𝗼𝗹𝗹𝗽𝗿𝗼𝗷𝗲𝗸𝘁“ 𝗵𝗲𝗶𝗺𝗹𝗶𝗰𝗵 𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿 𝗵𝗶𝗻𝘁𝗲𝗿 𝗱𝗲𝗻 𝗧ü𝗿𝗲𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗩𝗶𝗹𝗹𝗮
Das Schönste: Das Projekt hörte nicht mit dem Besuch auf.
In der Pflegevilla gibt es noch eine weitere Bewohnerin: Monique. Sie strickt unheimlich gern. Ihr fehlt die Familie, die sie hier unterstützen kann, da diese in Frankreich leben. Und dann passierte etwas, dass man nicht kaufen kann:
Margrit gab einen Teil ihrer Wolle weiter und machte 𝗠𝗼𝗻𝗶𝗾𝘂𝗲 ebenfalls eine Freude.
𝗦𝗼 𝘄𝗶𝗿𝗱 𝗲𝘀 𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿𝗴𝗲𝗹𝗲𝗯𝘁.
Wenn wir als Verein dies vorleben, wird es auf der Insel geteilt. Genau das ist unser „Tun und Sein“: Wir bringen Menschen zusammen, damit Menschlichkeit ansteckend wird.
𝗱𝗲 𝗣𝗲𝗿𝘀𝗼𝗻𝗮 𝗮 𝗣𝗲𝗿𝘀𝗼𝗻𝗮.
𝗨𝗻𝗱 𝗵𝗶𝗲𝗿 𝗺𝗮𝗹 𝗱𝗶𝗲 𝗚𝗮𝗻𝘇𝗲 𝗙𝗿𝗲𝘂𝗱𝗲 𝗶𝗻 𝗕𝗶𝗹𝗱 𝘂𝗻𝗱 𝗧𝗼𝗻.