06/04/2025
Der Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl 2025
Für viele Soziolog/innen/en ist der Wahlerfolg der rechtsextremen AfD kein Wunder. Die Wahlforschung hat uns immer wieder bestätigt, dass junge Menschen weniger an klassische Parteien als ältere Generationen gebunden sind. Eine Kombination aus allgemeiner Geschichtsvergessenheit (v.a. kritische Geschichtsanalyse) und Rechtsruck in der ostdeutschen Jugendkultur der letzten 30 Jahre, die auch westdeutsche junge Menschen "angesteckt" hat, tun ihr Übriges. Zudem bedient sich die AfD, wie schon Hitlers Propagandaminister, Joseph Goebbels, eines ausgeklügelten Systems aus Propaganda und Manipulation über die Social-Media. Laut der Politologin Riedl kann die AfD hier einen jahrelangen Vorsprung im Vergleich zu anderen Parteien vorweisen, v.a. auch weil Algorithmen rechtspopulistische Inhalte bevorzugen würden.
Es geht letztlich um die Kontrolle derjenigen Medien, die v.a. von jüngeren und technologieafinen Generationen konsumiert werden. Ein "Heer" an richtigen Profile von militanten Parteisympathisanten, Parteikameraden und vielen falschen Profilen, die sich vor der Bundestagswahl nochmal verdrei- oder vervierfacht hatten, versuchten kritische Stimmen durch Wiederholungen, Beleidigungen und Diffamierungen zum Schweigen zu bringen oder zu unterdrücken. Das Symbol des blauen Herzens vereinfachte die Verstärkung der Wahrnehmung, dass die AfD mittlerweile auf breiter Gesellschaftsebene salonfähig sei und zur Volkspartei "mutiere". Selbst kritische und mündige Social-Media-Nutzer/innen hatten und haben das Gefühl, das sie durch die ständigen Fake-News, der Angst-Propagandameldungen und statistische Verdrehung der Realität, indoktriniert werden. Eine alte Strategie, die Joseph Goebbels schon bewusst einsetzen konnte, um komplexe Sachverhalte auf einfache Schlagworte und Feindbilder zu reduzieren. Die ständigen Wiederholungen halfen dabei, sie im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. Auch die AfD arbeitet mit wenigen, leicht verständliche Botschaften, die Emotionen ansprechen und zum Handeln auffordern: das größte Feindbild der AfD sind Geflüchtete und Menschen mit "Migrationsgeschichte" als Exlusionsetikettierung. Sie werden als neue "Sündenböcke" dargestellt, etwa für soziale Missstände, Unsicherheit und Verarmung in der Gesellschaft. Benachteiligte Bevölkerungsgruppen mit/ohne Migrationsgeschichte werden von der AfD gezielt und manipulativ gegeneinander ausgespielt. Auf Social-Media werden sie von einem "Heer" an falschen und richtigen Profilen von AfD-Politiker/innen und Followern mit salonfähigen, aber auch nicht so salonfähigen Kommentaren untertützt, die die AfD und Umfeld als unsozial, exkludierend, rassistisch, und menschenverachtend entlarvt. Sie verharmlosen den Holocaust, hetzen gegen muslimische Menschen und vertreten ein Weltbild, das die Rechte von queeren Menschen, Frauen und Menschen mit Behinderung einschränken will. Der Appell an unsere instiktiv-geleiteten Emotionen wie Angst, Hass, Stolz und Hoffnung funktioniert auch wieder in unserer wehrhaften Bundesrepublik Deutschland, um die Menschen zu manipulieren. Die AfD schürt Angst vor äußeren und inneren Feinden, weckt den Stolz auf einen aggressiven und gewaltbereiten "Patriotismus" und verspricht eine bessere Zukunft unter ihrer Führung. Anders als den N***s in der Weimarer Republik funktioniert die Inszenierung von Massenveranstaltungen nicht immer so reibungslos. Mittlerweile ist auch die "schweigende Mehrheit" aufgewacht und ist bereit, Widerstand zu leisten. Es wird aber nicht einfach sein, den Vorsprung der AfD, v.a. auf Social-Media aufzuholen, weil sie bereits in Ostdeutschland, aber auch in vielen westdeutschen ländlichen Gebieten auf eine breite Mehrheit zählen kann, die die Feindbilder angenommen haben und die AfD als die Partei der „nationalen Einheit zwischen Ost und West“ identifizieren. Lange Zeit galt die Antifa-Bewegung als linksradikal und demokratiefeindlich. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir heute wieder eine breite Demokratie-Bewegung brauchen, die als wehrhafte Demokratie die Freiheit, Menschenrechte und Würde jedes einzelnen Menschen als neue (alte) Leitidee "feiert" und "faschistoide" Parteien mit allen Mitteln sozial und politisch "isolieren" muss. (EUROSOR 2025)
***s ***zi ̃a
Foto: Quelle Repubik.