Angefangen hatte damals alles mit einer etwas wackligen Idee und einem recht handfesten : "Klar, da machen wir mit!" Das Technik-Kollektiv der ZBO Zerbst, Betriebsteil Güterglück, hielt Wort. Innerhalb von 8 Tagen hatten sie in kostenloser Feierabendarbeit den Dorfteich eingeschalt. Nach und Nach kamen immer mehr Helfer.
*Zitat aus der Volksstimme vom 14.09.1974
2Damals" das war das Jahr 1971. DI
e dicke Schlammschicht im Teich wurde zum Teil abgesaugt oder mittels Bagger verladen und abtransportiert. Dadurch konnte der Wassservorrat um das etwa fünffache vergrößert werden. Als Uferbefestigung entschied man sich für Faschinen ( Holzpfähle) und für eine Betonkante. Gleichzeitg erhielt der Teich seine noch heute erhaltene achteckige Form. Vorbereitet und begleitet wurde diese Umgestaltung vom damaligen Bürgermeister Jürgen F. und freiwillige Helfer legten mehrere Rosenbeete an. Zur weiteren Gestaltung des Teiches und für die Erhaltung der Wasserqualität wurde von ihm eine Springbrunnenanlage gebaut. Als Züchter exotischer Vögel errichtete er später unter den Weiden eine Voliere mit massiven Gebäude als Unterschlupf für verschiedene Sitticharten. Schön anzusehende Mandarinen- und Brautenten schwammen auf dem Teich. stellte sie aus seinem Bestand zur Verfügung und Übernahm auch ihre Betreuung. Zum brüten und als Unterschlupf baute er aus Holz und Schilf kleine schwimmende Hütten. Als Schwimmkörper wurden Teile von ausgediehnten Kohlebadeöfen verwendet. Die Pflege der Rosenbeete übernahmen Erich L. und seine Frau Berta. Die TEichanlage wurde zum Schmuckstück des Ortes. Das Gelände zwischen Dorfteich und der Schlehenhecke wurde nicht gepflegt, kein schöner Anblick direkt neben dem neu gestaltetem Dorfteich. Der Vorstand und die Mitglieder der LPG "Schwarzbuntzucht" Güterglück nahmen sich der Situation der ungepflegten Fläche an und entschieden sich für die Variante eines kleines Tiergeheges. Diese Variante beinhaltete gleichzeitig den Gedanken, den Dorfteich in seiner Gesamtheit als Freizeit-, Erholungs-, und Lernstätte zu nutzen. Auf Worte folgten Taten. HAndwerker der LPG und Rentner beginnen 1973 mit dem BAu der Ställe und den Zäunen für die Gehege. Mai 1974:
Die inzwischen angeschafften Tiere sind in ihr neues Zuhause eingezogen und können von nun an besucht werden. Tierbestand: 1 Pärchen Zwergziegen
1 Pärchen Karakulschafe
1 Shetlandpony
Mit der erstbelegung der geheg übernehmen die Famile Karl und Joachim B. in ihrer Freizeit die Pflege und Fütterung der Tiere. Das regelmäßige Säubern der Gehege und der Ställe gehört mit dazu. Anfallende Reperaturen werden ebenfalls erledigt. Oktober1974:
Den "Tag der Repuplik" am 07 Oktober nimmt die LPG Güterglück zum Anlass, das Tiergehege der Gemeinde zu schenken.
1975-1979
Um den Besuchern einen abwechslungsreichen
Tierbestand zu zeigen, werden in diesem Zeitraum auch Milchschafe, Merinoschafe und Schwarzkopfschafe angeschafft. Diese Schafe werden jährlich geschoren. Die Wolle wird in Zerbst abgegeben und zu dieser Zeit noch gut bezahlt. Das GEld wird wieder für Tierzukäufe und anderen anfallenden Kosten eingesetzt.
1980:
Wie kann auch in den nächsten Jahren den Besuchern ein abwechslungsreicher Tierbestand gezeigt werden? Kann eventuell der MAgdeburger Zoo helfen??
Überrascht über die Existenz des Tiergeheges und über das in Zukunft anstehende Problem, ist das Ergebniss des ersten Gespräches mit der Leitung des Zoos sehr positiv. August können folgende Tiere gegen Bezahlung geholt werden:
1 Paar Zackelschafe
1Paar Kamerunschafe
1 Paar Hängohrziegen (auch Damara- Ziegen genannt)
Besonderer Schwerpunkt seitens des Zoologischen Gartens auf die "Auslagerung" der Zackelschafe gelegt. Diese Tierart ist vom aussterben bedroht und auch Anlagen wie in Güterglück haben zur weiteren Züchtung und Bildung einer Genreserve gute Vorrausetzungen. Zusätzlichen sollen auch noch 2 Pfauen in Güterglück zu sehen sein. Die Pfauen entwickeln sich gut und gewöhnen sich an die neue Umgebung. Nachts schlafen sie immer auf demselben Ast der Weide. Leider wird die Freude getrübt. Beide Tiere verschwinden über Nacht ohne jegliche Spur. Schade. Ein Bürger aus Lübs bietet 2 selbst großgezogene Schwäne an. Da es auf dem Teich etwas ruhig geworden ist, kommt das Angebot gelegen und wird angenommen. Zwei stolze Schwäne sind neuer Blickfand auf dem Dorfteich.