Das Ziel damals wie heute - Erbe erhalten – Erbe gestalten. November 1922 gründeten engagierte Bürger*innen in Zörbig einen Verein, dessen Ziel es war, die Geschichte Zörbigs zu bewahren und im Kontext der Bemühungen des Geschichtsschreibers Reinhold Schmidt (1847-1906) entsprechende Sachzeugnisse und Gegenstände zu sammeln, zu bewahren und auszustellen. Die Initiative zum Heimat-Verein ging dabei
maßgeblich von Lehrer*innen aus, darunter Charlotte Lindner (1879-1966) und Otto Schmidt (1898-1959), die bei den Schülern nicht nur die Kenntnis großer Geschichte(n) sondern auch die der unmittelbaren Heimat näher bringen und gezielt Interesse für die Regional- und Stadtgeschichte erzeugen wollten. Otto Schmidt, der mit seinen Schülern die Felder rund um Zörbig nach Zeugnissen der Ur- und Frühgeschichte absuchte und sich so den respektvollen Namen „Scherbel-Schmidt“ erwarb, wollte mit anderen ein Museum entstehen lassen, dessen erste historisch wertvolle Dinge er von Dachböden, Scheunen usw. aus Zörbig und den umgebenden Ortschaften zusammentrug. Bereits ein Jahr später hatte man durch gezieltes Nachfragen und die Zusammenarbeit mit der Stadt das Ziel erreicht: In zwei Kammern auf dem Dachboden der Schule wurde die erste Ausstellung eingerichtet und als bescheidenes Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Erbe erhalten – Erbe gestalten. Was vor bald einhundert Jahren durch die Entschlossenheit weniger als Verein entstand und im Lauf der Zeiten, Systeme und Umbrüche bis heute Bestand hat, ist das Bewahren, Sammeln und die Idee von „Heimat“ für die Geschichte der Stadt Zörbig im heutigen KulturQuadrat Schloss Zörbig.