Else Lasker Schüler Gesellschaft

Else Lasker Schüler Gesellschaft Die Mitgliederzahl beträgt rund 1200 (Stand 2021). Der Sitz ist die Herzogstr. 42 in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen). Foren fanden u. a.

Die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft ist eine gesellschaftspolitisch ambitionierte Literaturvereinigung, die der malenden Dichterin und jüdischen Exilantin Else Lasker-Schüler verpflichtet ist. Die Aktivitäten der Gesellschaft dienten dem Ziel, eines Zentrums für Verfolgte Künste, das inzwischen in Solingen realisiert wurde. Die Gesellschaft veranstaltet das Else-Lasker-Schüler-Forum (alle 1 bis 2

Jahre), Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Konzerte, Diskussionen und gibt eigene Bücher heraus. in Breslau, Prag, Zürich, Jerusalem, Tel Aviv und Wien statt, die eng mit der jüngsten deutschen Vergangenheit zu tun hatten.

Else Lasker-Schüler hatte Humor. Zum augenblicklichen kalten (Erkältungs-)Wetter hat sie, die sich auch Abigail nannte, ...
15/06/2026

Else Lasker-Schüler hatte Humor. Zum augenblicklichen kalten (Erkältungs-)Wetter hat sie, die sich auch Abigail nannte, das passende Geicht geschrieben:
Der Schnupfen
Ich habe ihn doch wieder! Niesen ist unmodern geworden.

In den Biedermeierjahren,
Als die Leute noch gemütvoll waren,
Wünschten sich: »Gesundheit!« beide Gatten.
Oder auch: »Zum Wohlsein! wenn Sie mir gestatten.«

Haben doch die meisten Leute im Laufe der Jahrzehnte der
Tournüre Artigkeit gewissenlos eingebüßt und opfern keine
Worte weiter zur Verherrlichung des Schnupfens.
Mit Rezepten sind sie bei der Hand.

Ich trage meinen Schnupfen heute noch mit Würde,
Und klage nicht das launige Sommerwetter an.
Ich finde, »klagen«, irgendwie absürde,
Wenn man noch eben etwas schnaufen kann.
Nahm ein Verleger mir nur meine Bürde,
Die ungedruckt an meinen Ästen hängt.
Die vielen Verse werden erst zur Zierde,
Wenn ein Verlag sich druckreif danach drängt.
Gedichte, die ich in den letzten Jahren schmierte,
Prosa hellrosa, cetera, was liegt daran -
In die ich en passant die Welt einschnürte,
Beweise lieferte, daß ich was kann.
Und erst was können könnt, postwendend postrestant.
Was drängt Ihr euch zu lindern meinen Schnupfen,
Als wären wir beinahe blutsverwandt.
- Am Abend führ ich in mein Nasenloch den Wattetupfen
-Vorher - in Glyzerin getaucht und - schnarche dann.

Else Lasker-Schüler hat im Frühling 1916 zwei Freunde verloren, die im Ersten Weltkrieg starben: Peter Baum und Franz Ma...
10/06/2026

Else Lasker-Schüler hat im Frühling 1916 zwei Freunde verloren, die im Ersten Weltkrieg starben: Peter Baum und Franz Marc. Jetzt haben wir wieder Kriege und deshalb sei daran erinnert, dass sich die Dichterin damals vor 110 Jahren mit der Zweitschrift „Neue Jugend“ von Wieland Herzfelde verbunden hat. Wenig später erscheint das Buch „Vom jüngsten Tag. Ein Almanach neuer Dichtungen“. In der Verlagswerbung hieß es dazu: „Es sollen die stärksten Einheiten heutiger Dichtungen in einem neuen Unternehmen vereinigt werden, das nicht mehr an der Gebundenheit von Zeitschriften leiden wird."
Der Almanach enthält Texte von Johannes R. Becher, Georg Heym, Franz Kafka, Georg Trakl, Walter Hasenclever, Franz Werfel sowie drei Gedichte von Else Lasker-Schüler, daruner „Weltende“ mit den genialen Anfangszeilen, die noch heute fragen lassen, wo war Gott war bei den Verbrechen von Hi**er, Stalin, Mao oder Pol Pot? Und wo ist Gott heute in Israel., n Gaza, in der Ukriane, im Iran oder Sudan?

Weltende
Es ist ein Weinen in der Welt,
Als ob der liebe Gott gestorben wär,
Und der bleierne Schatten, der niederfällt,
Lastet grabesschwer.

Komm, wir wollen uns näher verbergen …
Das Leben liegt in aller Herzen
Wie in Särgen.

Du! Wir wollen uns tief küssen –
Es pocht eine Sehnsucht an die Welt,
An der wir sterben müssen.

Foto: Franz Marc (Wikipedia)

29/05/2026

Der MNai neigt sich seinem Ende entgegen. Verabschieden wir den "Wonnemonat" mit MAIROSEN, ein Gedicht, das Else Lasker-Schüler a.s "Reigenlied für die großen Kinder" bezeichnet hat:

Er hat seinen heiligen Schwestern versprochen,
Mich nicht zu verführen,
Zwischen Mairosen hätte er fast
Sein Wort gebrochen,
Aber er machte drei Kreuze
Und ich glaubte heiss zu erfrieren.
Nun lieg' ich im düst'ren Nadelwald,
Und der Herbst saust kalte Nordostlieder Ueber meine Lenzglieder.
Aber wenn es wieder warm wird,
Wünsch' ich den heiligen Schwestern beid'
Hochzeit
Und wir - spielen dann unter den Mairosen...

15/05/2026

Dialog zwischen den Zeiten
Mit Texten von ELS und Nelly Sachs –
Kammeropern-Uraufführung in München
Am 10. Juni 2026 wird im Fat Cat im Münchner Gasteig ein neues musikalisch-szenisches Werk „Und dennoch Morgen — Fragmente zwischen Ohnmacht und Licht“ von Mathias Rehfeldt uraufgeführt. Entstanden im Rahmen des Projekts „Kunst mit Haltung“, eine kulturelle Initiative gegen Antisemitismus" der Europäischen Janusz Korczak Akademie, gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Die Veranstaltung ist gedacht als Dialog zwischen den Zeiten: unveröffentlichte Briefe aus dem Familienarchiv des Komponisten treffen auf Texte von Elser Lasker-Schülerr, Nelly Sachs und Elie Wiesel. Else Lasker-Schülers „Blaues Klavier“ hat Mathias Rehfeldt neu vertont und mit dem Nelly Sachs' „Chor der Geretteten“ zu einem zentralen Moment des Stücks verflochten. Auf der Bühne stehen junge Menschen aus den Projekten YouthBridge und Shalom Ukraine, die diese historisch-literarischen Stimmen mit ihren eigenen Erfahrungen von Krieg und Flucht verbinden.Kammeroper für Sopran, Bariton, Kammerorchester und Elektronik, Mitwirkende: Anna Krikheli, Sopran, und Bonko Karadjovm Bariton.
10. Juni 2026 · Einlass 18:00 · Beginn 19:00
Carl-Orff-Saal · Fat Cat / Gasteig · Rosenheimer Straße 5 · 81667 München
Eintritt frei · Teilnahme nur mit vorheriger Anmeldung unter [email protected]

10/05/2026

Zum heutigen Muttertag (10, Mai) eines der wunderbaren Gedichte von Else Lasker-Schüler, geschrieben vor 115 Jahren und immer noch zeitlos:
Meine Mutter

War sie der große Engel,
Der neben mir ging?

Oder liegt meine Mutter begraben
Unter dem Himmel von Rauch –
Nie blüht es blau über ihrem Tode.

Wenn meine Augen doch hell schienen
Und ihr Licht brächten.

Wäre mein Lächeln nicht versunken im Antlitz,
Ich würde es über ihr Grab hängen.

Aber ich weiß einen Stern,
Auf dem immer Tag ist;
Den will ich über ihre Erde tragen.

Ich werde jetzt immer ganz allein sein
Wie der große Engel,
Der neben mir ging.

Unzensiert: Briefe aus dem IranDie Apokalypse, die der mächtigste Mann der Welt, Donald Trump, dem Iran angedroht hat, i...
24/04/2026

Unzensiert: Briefe aus dem Iran

Die Apokalypse, die der mächtigste Mann der Welt, Donald Trump, dem Iran angedroht hat, ist glücklicherweise ausgeblieben. Vorerst. Das ändert nichts daran, dass im Iran ein verbrecherisches Regime die Menschen grausam unterdrückt und verfolgt werden. Auch Journalisten, Schriftstellerinnen und andere Künstler. Daran erinnert die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, die in Solingen im Namen von Else4 Lasker-Schüler das Zentrum für verfolgte Künstler initiiert hat, in einer Kooperationsveranstaltung mit dem Insel e.V. Wuppertal.
Die Veranstalter laden ein zu einem brandaktuellen Termin mit dem Titel: „Unzensiert – Briefe aus dem Iran"
Der deutsch-iranische Künstler Mehrdad Zaeri (Foto) stellt im Gespräch mit Torsten Krug die bislang unveröffentlichte, eindrucksvolle Korrespondenz einer Teheraner Autorin vor. Gelesen von der Schauspielerin Julia Wolff. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten am Sonntag, dem 26. April, um 18 Uhr in der INSEL, Wiesenstraße 6 in Wuppertal-Elberfeld.

Die Apokalypse, die der mächtigste Mann der Welt, Donald Trump, angedroht hat, ist glücklicherweise ausgeblieben. Vorers...
08/04/2026

Die Apokalypse, die der mächtigste Mann der Welt, Donald Trump, angedroht hat, ist glücklicherweise ausgeblieben. Vorerst für 14 Tage. Das ändert nichts daran, dass im Iran ein verbrecherisches Regime die Menschen grausam unterdrückt und verfolgt. Auch Journalisten, Schriftstellerinnen und andere Künstler. Daran erinnert die Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, die in Solingen das Zentrum für verfolgte Künstler initiiert hat, in einer Kooperationsveranstaltung mit dem Insel e.V.
Nach dem Auslaufen des Waffenstillstands im Nahen Osten laden die Veranstalter zu einem brandaktuellen Termin ein. Titel: „Unzensiert – Briefe aus dem Iran
Der deutsch-iranische Künstler Mehrdad Zaeri (Foto) stellt im Gespräch mit Torsten Krug die bislang unveröffentlichte, eindrucksvolle Korrespondenz einer Teheraner Autorin vor. Gelesen von der Schauspielerin Julia Wolff. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten am Sonntag, dem 26. April, um 18 Uhr in der INSEL, Wiesenstraße 6 in Wuppertal-Elberfeld.

"Es war ein FrühlingDen ich feierlich empfingBis dahin führte ichEin betusam Leben"Mit diesem Vers aus dem Nachlass von ...
02/04/2026

"Es war ein Frühling
Den ich feierlich empfing
Bis dahin führte ich
Ein betusam Leben"
Mit diesem Vers aus dem Nachlass von Else Lasker-Schüler wünscht die ELS-Gesellschaft allen in der Runde Frohe Ostern und ein ebensolches Pessach-Fest.
Die Zeichnung "Der Scheich und sein Freund Mschattre Zimt"von Else Lasker-Schüler steht für Toleranz zwischen Juden und Muslimen.

Am 17. April erhält Wolf Biermann in der Glashalle dere Stadtparkasse Wuppertal den Else Lasker-Schüler-Gesellschaft. Er...
24/03/2026

Am 17. April erhält Wolf Biermann in der Glashalle dere Stadtparkasse Wuppertal den Else Lasker-Schüler-Gesellschaft. Er wird sich dafür mit einigen seiner Lieder bedanken. Die Laudatio hält der renommierte Percussinist Günter Baby Sommer, der Wolf Biermann auch musikalisch begleiten wird. Es ist eine der selten gewordenen Gelegenheiten, Wolf Biermann auftreten zu sehen und zu hören.
Wer ndas erleben möchte, melde sich bitte an bei der
Else Laskier-Schüler-Gesellschaft:
Telefon 0202 - 305198
Mail: [email protected]
Wolf Biermann-Foto: Marco Maas/Wikipedia

Die Mondfrau sang im Boote - musikalische Annäherungen an Else Lasker-SchülerSWR Musikstunde: 23. - 27.03.2026, 9h05-10h...
19/03/2026

Die Mondfrau sang im Boote -
musikalische Annäherungen an Else Lasker-Schüler
SWR Musikstunde: 23. - 27.03.2026, 9h05-10h

Lyrikerin und Liebende, Performance-Künstlerin und Pionierin der Autorinnenrechte, Orientbegeisterte und Heimatliebende, Vertriebene, selten Gefeierte und viel Geschmähte: Die Biographie von Else Lasker-Schüler (1869-1945) ist genauso schillernd wie erschütternd. Ihre klang- und machtvollen Verse allein sind bereits Musik.
Keine Dichterin der deutschen Sprache ist - in buchstäblich allen musikalischen Sparten - öfter vertont und gesungen worden: von bekannten Namen wie Paul Hindemith und Friedrich Hollaender über André Previn bis Katja Ebstein, aber auch von selten gehörten Tonschöpfern wie Wilhelm Rettich, Erich Walter Sternberg oder Gil Shohat.
Unter musikalischen Vorzeichen folgt Autor Stefan franzen, Mitglied der ELS-Gesellschaft, in der SWR Musikstunde dem wechselvollen Weg der „größten Lyrikerin, die Deutschland je hatte“ (Gottfried Benn) von Elberfeld nach Berlin und schließlich ins Exil in der Schweiz und Palästina.
Die Sendungen werden jeweils am gleichen Abend um 23h wiederholt und stehen nach der Ausstrahlung ein Jahr lang in der Mediathek ARD Sounds zum Abrufen bereit.

Viel Freude beim Zuhören!
Das Foto von Else Lasker-Schüler zeigt sie mit einer Flöte. Es war eine ihrer vielen Selbstinszenierungen. Sie beherrschte kein Musikinstrument.

Adresse

HerzogStr. 42
Wuppertal
42103

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