22/08/2023
Vor 24 Jahren besetzten Aktivistinnen des Netzwerks der KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und Karawane das Büro der Grünen Partei in Köln und klagten die Verbrechen der BRD und der NATO an und stellten klare Forderungen.
Wo stehen wir heute in 2023?
Darüber diskutieren wir vom 1. bis 3. September 2023 in Wuppertal:
http://thecaravan.org/files/caravan/20230901_programm.pdf
KARAWANE Presseerklärung
Heute, am 4. Juni haben in Köln Flüchtlinge aus Afrika, Asien, Latein Amerika und dem Nahen Osten gemeinsam mit UnterstützerInnen aus Europa und den USA einen Hungerstreik gegen rassistischen Terror und für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden begonnen. Wir haben das Büro des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen am Ebertplatz 23 besetzt.
Wir haben diesen Hungerstreik heute, da der EU-Gipfel stattfindet, begonnen und wir werden auch dann noch im Hungerstreik sein, wenn der G7- Gipfel vom 18. bis zum 20. Juni tagen wird.
Wir hungern nach Gerechtigkeit
Am 28. Mai, wurde Aamir Mohamed Ageeb, ein sudanesischer Flüchtling, nur ein paat hundert Kilometer von Köln entfernt in einem Flugzeug während eines gewaltsamen Abschiebeversuches aus Deutschland von BGS-Beamten getötet. Die Aussage von Otto Schily, dem Innenminister Deutschlands, er werde nun keine Abschiebungen per Flugzeug mehr durchführen, wenn sich die betroffenen Flüchtlinge körperlich dagegen wehren, erscheint uns angesichts der Tatsache, daß bei dem gerade stattfindenden EU-Treffen neue Strategien erarbeitet werden, um die Festung Europa weiter zu stärken und noch weit mehr Menschen als bisher gewaltsam abzuschieben, lächerlich. Abschiebung ist niemals freiwillig! Todesfälle während der Abschiebung sind der extremste Ausdruck der systematischen Menschenrechtsverletzungen an Flüchtlingen in Deutschland und Europa. Sobald Flüchtlinge Europa erreichen, sind
sie mit emniedrigender Behandlung ausgesetzt, werden mißhandelt und müssen unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. In Deutschland wurde zum Beispiel von den Behörden festgelegt, daß ein Flüchtling in einem Raum von vier Quadratmetern auskommen muß, während einem Hund gesetzlich ein Lebensraum von neun Quadratmetem zusteht. Flüchtlinge werden gezwungen in Lagern mitten im Wald zu leben, wo sie quasi Gefängnisinsassen sind.
Wir sind hier, weil Ihr unsere Länder zerstört
Köln, als die gastgebende Stadt der EU/G8-Gipfel, wird zugleich die Flüchtlinge und Unterdrückten beherbergen müssen, die die Konsequenzen ihrer Politik darstellen. Wir versammeln uns hier, um uns unseren Unterdückern entgegenzustellen. Dabei werden wir nicht nur auf die rassistische Realität, mit der wir hier in Deutschland konfrontiert sind, hinweisen, sondern auch auf die Gründe unserer Flucht: Die Brutalität der Diktaturen und der faschistischen Regime in den Ländern, aus denen wir kommen und wie Deutschland und alle anderen G7- Staaten genau diese Regime unterstützen und stabilisieren, um ihre Gewinne zu maximieren.
Diese Treffen der mächtigsten Staaten der Welt finden in einer Zeit voller Gewalt und Ungerechtigkeit
statt.
Mit unglaublicher Arroganz ist das türkische Regime auf dem Weg, den Vorsitzenden der PKK, Abdullah Öcalan, zu ermorden, um den kurdischen Freiheitskampf zu zerstören. Die Hungerstreikende fordern die EU- und G7- Gipfel auf, massiven Druck auf die Türkei auszuüben, um diese barbarische Schauspiel zu stoppen und eine politische Lösung für die kurdische Frage zu finden.
Nach mehr als 70 Tagen ununterbrochener Bombardierung, massiver Zerstörung und unglaublichem Leiden der jugoslawischen Bevölkerung ist klar, daß der Nato- Angriff auf Jugoslawien nicht mit Menschenrechten zu tun hat. Ebenfalls ist klar, daß die kosovo-albanischen Flüchtlinge als Mittel zu Rechtfertigung des US- geführten Nato- Angriffs benutzt werden.
Die Hungerstreikerenden forden die Mitglieder der EU und G7 auf, unmittelbar die Nato- Angriffe einzustellen.
Wir, die Flüchtlinge im Hungerstreik, fordern, insbesondere von der deutschen rot- grünen Regierungskoalition, nicht weiter Gründe für unsere Flucht zu schaffen - nicht weiter deutschen Militarismus und Expansionismus mit Menschenrechten zu rechtfertigen - nicht weiter mit faschistischen Regimes und Diktaturen wie der Türkei, Peru, Sri Lanka, Nigeria, Togo etc. zu kollaborieren und sie zu stützen, sondern wirklich anzufangen, Menschenrechte zu verteidigen, indem ein sofortiger genereller Abschiebestop ausgerufen wird.
Wir fordern den grünen Bundesaußenminister Joschka Fischer, auf, unverzüglich ein Treffen mit ihm, dem Bundesinnenminister Otto Schily und den Hungerstreikerenden zu arrangieren, um ihnen unsere Forderungen zu überreichen und zu diskutieren.
Cornelius Yufanyi und Venant Adoville Saague — Kamerun, Donny Ohia, Roberts Tunde Emmanuel und Adebayo Babatunde — Nigeria, Yigit Senayl, Ali Beydagi und Fatma Beydagi — Kurdistan, Alex Alayo— Peru, Marusaleem Jeyathas -Tamil Eelam, Viraj Mendis - Sri Lanka, Komlan Glokpon und James Atayi — Togo, Warren Stowe — USA, Tom Kucharz - Deutschland
Unterstützt die Hungerstreikenden! Sendet Faxe an das Büro der Grünen (0221/9777889) und fordet diese auf, nicht weiter Druck auf die Hungerstreikenden auszuüben und sie ihre Aktion ungestört forsetzen zu lassen.