Medizinischer-Hilfsdienst-Nordrhein e.V.

Medizinischer-Hilfsdienst-Nordrhein e.V. Förderung der Medizinischen Bildung im Ausland sowie Bereitstellung Medizinischer Ausstattung an Gemeinnützige Hilfsorganisationen

Trotz der ständigen Gefahr für Leib und Leben gehen internationale Organisationen davon aus, dass weiterhin Millionen Zi...
09/05/2026

Trotz der ständigen Gefahr für Leib und Leben gehen internationale Organisationen davon aus, dass weiterhin Millionen Zivilisten in den frontnahen Gebieten in der Ukraine leben.

Der Wandel der Kriegsführung verwandelt dabei immer größere Gebiete in Todeszonen. Neben den klassischen Waffensystemen wie z. B. Artillerie, Raketen und Minen spielen Drohnen eine immer größere Rolle. Dies zeigt sich auch bei den anfallenden Verletzungsmustern, wobei Explosionsverletzungen mit all ihren Folgen den größten Teil ausmachen.

Netze, wie sie in vielen strategisch wichtigen Frontregionen und Städten zu finden sind, sollen dabei vor direkten Angriffen durch Drohnen schützen.

Drohnendetektoren sollen das Signal der Drohnen abfangen. Sie funktionieren allerdings nur bei funkgesteuerten Drohnen und auch da nur bei bestimmten Frequenzen. Um die Aufklärung und Störung dieser Drohnen zu erschweren, werden immer mehr Drohnen eingesetzt, die über Glasfaser gesteuert werden.

Einschränkungen bei der Strom- und Wasserversorgung, bei der Versorgung mit Lebensmitteln oder bei sonstigen Dingen des täglichen Bedarfs sind die Regel.

Leider meiden viele große Organisationen diese Regionen, da sie den Einsatz ihrer Helfer vor Ort für zu gefährlich halten. Um eine effektive Hilfe leisten zu können, muss man das System verstehen und prüfen, was wirklich notwendig ist. Eine Schule, die z. B. nicht mehr in Betrieb ist, benötigt nicht noch den 20. Generator, während die einzige funktionierende Klinik nun auch die Versorgung von Kindern übernehmen muss, obwohl sie nicht über die passende Ausstattung verfügt.

Das die Versorgung von Brandverletzten eine komplexe Aufgabe ist, hatten wir in unserem letzten Beitrag ja schon erwähnt...
30/04/2026

Das die Versorgung von Brandverletzten eine komplexe Aufgabe ist, hatten wir in unserem letzten Beitrag ja schon erwähnt.

Was es heißt, diese spezielle Patientengruppe mit wenig Personal und einem höheren kriegsbedingten Patientenaufkommen zu versorgen, wollen wir in diesem Beitrag etwas näher erläutern:

1. Ein adäquates Schmerzmanagement verbessert nicht nur die Patientenzufriedenheit, sondern trägt unter anderem zu einer Stärkung des Vertrauens in die Behandlung bei. Es ermöglicht eine frühere Mobilisation und hat weitreichende positive psychische Einflüsse wie verbesserten Schlaf oder generell eine verbesserte emotionale Stabilität. Leider wird der Einsatz von Opiaten bei Interventionen wie Verbandwechseln aufgrund der höheren bürokratischen Hürden kritisch gesehen. Die Patienten erhalten vor diesen Maßnahmen lediglich eine Spritze mit Dexketoprofen, eine effektive Analgesie bleibt so aus.

2. Mangel an grundlegenden Materialien: Davon betroffen sind z. B. einfache Distanzgitter, die das Verkleben des Verbandes mit der Wunde verhindern sollen, Octenidin, das für die Wundantiseptik wesentlich besser geeignet wäre als Jod, oder einfach nur eine adäquate intensivmedizinische Überwachung, gerade bei schweren, großflächigen Verbrennungen.

3. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Infektionsmanagement. Infektionen, die hinterher in einer Sepsis enden, sind die häufigste Todesursache bei Schwerbrandverletzten. Durch die defekte Hautbarriere können Erreger frei in den Körper eindringen. Der schlecht durchblutete Eschar (verbranntes Gewebe) stellt dazu noch einen idealen Nährboden für die eingedrungenen Erreger dar. Die systemischen Reaktionen nach der Verbrennung führen zusätzlich noch zu einer Schwächung des Immunsystems. Diese oberflächlich angeschnittenen Punkte verdeutlichen, dass hygienisches Arbeiten unabdingbar ist. Leider sind die Kliniken hier in der Ukraine teilweise in einem schlechten baulichen Zustand, wodurch hygienisches Arbeiten nicht immer möglich ist (ein Beispiel dafür ist z. B. das Verbrennungsbad aus lackierten Holzlatten).

Es sind nur einige der vielen Punkte die hier zusammen kommen.

Wir besuchten heute eine unserer Partnerkliniken, die sich auf die Behandlung von Schwerbrandverletzten spezialisiert ha...
28/04/2026

Wir besuchten heute eine unserer Partnerkliniken, die sich auf die Behandlung von Schwerbrandverletzten spezialisiert hat. In dem betreffenden Oblast ist sie die einzige Abteilung, die sich auf die Versorgung dieser komplexen Verletzten spezialisiert hat.

Was uns bei jedem Besuch aufs Neue auffällt, sind die ganzen Patches der behandelten Soldaten bzw. der Einheiten, denen sie angehören.

In der Abteilung wurden im Jahre 2025 insgesamt 213 Brandverletzte behandelt, welche sich je nach Verbrennungsausmaß teilweise bis zu 2–3 Monate hier in Behandlung befanden.

Durch die Entwicklung des Krieges, den immer häufigeren Einsatz von Drohnen und den damit verbundenen Wandel der Verletzungsmuster ist die Verbrennungschirurgie eine Disziplin, die im vierten Kriegsjahr immer wichtiger wird.

Da die Behandlung dieser Patienten eine kostenintensive Angelegenheit ist, die das Budget der Klinik überschreitet, haben wir uns entschieden, diese Klinik in Zukunft im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen.

Nach langen Tagen der Vorbereitung haben wir endlich alle Hürden gemeistert und sind nun wieder auf dem Weg in die Ukrai...
25/04/2026

Nach langen Tagen der Vorbereitung haben wir endlich alle Hürden gemeistert und sind nun wieder auf dem Weg in die Ukraine.

Mit dabei sind erneut verschiedene medizinische Materialien, die wir sowohl für unsere Partner in der Ukraine als auch für unsere eigene Arbeit vor Ort benötigen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Sponsoren, die unsere Arbeit vor Ort in der Ukraine möglich machen.

Wir sagen Danke,heute waren wir in Regensburg zu Besuch und haben dort jede Menge medizinisches Material abgeholt, das u...
19/04/2026

Wir sagen Danke,
heute waren wir in Regensburg zu Besuch und haben dort jede Menge medizinisches Material abgeholt, das uns in den kommenden Tagen in die Ukraine begleiten wird.

Seit der großen Invasion im Jahr 2022 sammeln die Helfer der AG Ukrainehilfe vor allem medizinisches Material, investieren unzählige Stunden und stellen sicher, dass nur funktionsfähiges Material geliefert wird. Was die Arbeit von vielen anderen Organisationen unterscheidet, ist, dass auch die Nachlieferung der benötigten Verbrauchsmaterialien unterstützt wird. Das von ihnen bereitgestellte Material kommt bereits in diversen Kliniken in der Ukraine zum Einsatz.

Wir hoffen auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit und bedanken uns für die unglaubliche Unterstützung unserer Projekte.

Adresse

Quellenstr . 32
Wuppertal
42117

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