07/02/2026
Der Schutz des Wattenmeers ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen: Naturfreundinnen, Wissenschaftlerinnen sowie Mitgliedern von Verbänden und Vereinen, die sich mit Wissen, Herzblut und Ausdauer für dieses wertvolle Ökosystem einsetzen.
Gleichzeitig wurden auch kritische Stimmen aus Naturschutzverbänden und Organistationen laut. Sie mahnen, dass die geplante und teils bereits umgesetzte Industrialisierung vor der Küste und im Wattenmeerraum im Widerspruch zu den Schutzanforderungen des Nationalparks sowie zu den Zielen des Klima- und Artenschutzes steht.
Konkret benannt wurden unter anderem die wieder geplanten Gasbohrungen vor Borkum, der Einsatz von CCS-Technologien (Carbon Capture and Storage) im marinen Bereich, das Verklappen belasteten Baggerguts aus Elbe und Weser südlich vor Helgoland sowie der weiterhin erlaubte Einsatz von Schleppnetzen in hochsensiblen Gebieten, die den Meeresboden nachhaltig schädigen. Auch die sogenannte Chlorid-Reinigung im Zusammenhang mit LNG-Terminals sowie die steigenden Gefahren durch Havarien infolge zunehmenden Schiffsverkehrs wurden kritisch hervorgehoben.
Besonders besorgniserregend ist zudem die Entwicklung an Land: Das unmittelbar angrenzende EU-Vogelschutzgebiet Voslapper Groden, das für zahlreiche Vogelarten von großer Bedeutung ist, soll weiteren Industrie- und LNG-Vorhaben weichen. Gerade diese störungsarmen Rast- und Brutgebiete sind jedoch essenziell für den Erhalt vieler Vogelpopulationen.
Das Wattenmeer ist ein hochkomplexes, zusammenhängendes Ökosystem. Sein Schutz kann nur gelingen, wenn er über die Grenzen des Nationalparks hinaus gedacht wird. Industrie- und Infrastrukturprojekte dürfen nicht schrittweise das untergraben, was über Jahrzehnte mit großem Engagement aufgebaut wurde.