18/11/2025
📚 Aus unserer Serie "Geschichte(n) aus dem Markt Wildflecken"
➡️Die Geschichte der Balthasarmühle – ein verschwundenes Stück Wildfleckener Heimat⬅️
An der Grenze zu Oberbach stand einst die Balthasarmühle, deren Wurzeln bis ins 16. Jahrhundert reichen. Schon 1595 wird ein Müller an der unteren Mühle erwähnt. Über Generationen hinweg prägten vor allem die Familien Kirchner, Müller, Wirsing, Kleinhenz und später Hergenröther die Geschichte dieses kleinen, aber bedeutenden Anwesens.
Im 18. und 19. Jahrhundert war die Mühle nicht nur Mahl-, sondern zeitweise auch Ölmühle. Sie besaß einen Mahlgang und wurde über ein oberschlächtiges Wasserrad von der Sinn angetrieben. Mit ihren Nebengebäuden, Gärten und Fischwasserrechten war sie ein wichtiger Bestandteil des dörflichen Lebens.
Doch wirtschaftliche Not, Auswanderungen nach Amerika und hohe Schulden führten im Laufe des 19. Jahrhunderts zu häufigen Besitzerwechseln – bis hin zu mehreren öffentlichen Versteigerungen.
Nach 1900 verfiel die Mühle zunehmend. 1924 wurde sie im Kataster offiziell als erloschen vermerkt – das Abbruchmaterial fand später in vielen umliegenden Orten Wiederverwendung.
Heute erinnert vor Ort nichts mehr an die einst klappernden Mühlräder – doch die Natur hat sich das Gelände zurückgeholt. Seit den 1990er Jahren haben hier Biber ein neues Zuhause geschaffen. Ihre Dämme formen die Landschaft immer wieder um und bieten Lebensraum für Schwarzstörche, Bisam und viele weitere Arten.
📖 Ein ausführlicher Bericht über die Geschichte der Balthasarmühle erscheint in der Dezember-Ausgabe der Wildfleckener Nachrichten.
📷1: Balthasarmühle: So könnte die Mühle ausgesehen haben. (Zeichnung von Mathilde Knuchel)
📷2: Ein öffentlicher Aufruf in der Saalzeitung aus dem Jahr 1868. (Gemeindearchiv Zeitlofs, Saalzeitung Nr. 57 vom 10.03.1868)
📷3: Biberdamm: Hochwasser zerstörte den Damm – doch der Biber baute ihn immer wieder neu. (Foto: Walter Kömpel)
© von unserem ehrenamtlichen Ortschronisten Walter Kömpel