21/06/2026
Sonderausstellung „Metamorphose: Unsere Welt der Insekten“ im Schloss Clemenswerth eröffnet
Die Sängerin Katja Kupke aus Lehe legte mit ihrer Interpretation des Chansons „Mein Freund der Baum“ der Sängerin Alexandra die Spur der Ausstellung. Die Moll dominierte „Hymne des neuen Öko-Zeitalters“ akzentuierte in den 1968er Jahren die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt als freundschaftlich emotional neu.
Landrat Marc-André Burgdorf begrüßte die zahlreichen Gäste im Schatten des „Waldschlosses Clemenswerth“. So ambivalent die Insekten als artenreichste Tiergruppe, so facettenreich auch die Ausstellung. "Für den Mix aus historischer und zeitgenössischer Kunst als Schnittstelle zur Ökologie sei die barocke Schlossanlage Programm", so der Landrat.
Dr. Christiane Kuhlmann, seit 2024 Museumsdirektorin am Emslandmuseum Schloss Clemenswerth, stellte die Teamarbeit rund um die Ausstellung heraus, vom Kollektiv der Gärtner über die NABU-Jugend des NABU Werlte/Sögel bis hin zur Kuratorin Miriam Heidemann. „Die Schlossanlage als großen Garten neu begreifen“, ein Gedanke, den die engagierte Kunsthistorikerin in den kommenden Jahren neu umsetzen möchte. Als eine erste kleine Wegmarke bezeichnete sie den im Rahmen der Ausstellung neu angelegten Insektengarten. Kuhlmann konnte die renommierten Künstlerinnen Joos van de Plas und Sonngard Marcks für die Ausstellung gewinnen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise dem Thema Insekten angenommen haben.
Ebenfalls neu im „Sögeler Schlossteam“ ist die Kunsthistorikerin Miriam Heidemann. Für sie Programm, die schlosseigenen Ressourcen zu nutzen und neu zu interpretieren. So gaben die zahlreichen Insekten als Statisten der floralen Motive auf Tellern und Terrinen historischer Porzellanobjekte der Sammlung des Kölner Kurfürsten und Bauherrn Clemens August von Schloss Clemenswerth Anregung. „Wer sich kulturhistorisch den Insekten nähert, kommt an Maria Sibylla Merian nicht vorbei. Ihr Lebenswerk beschreibt die Symbiose aus Kunst und Natur. Ihr barockes Hauptwerk über die Metamorphose der Insekten und ihre Futterpflanzen hat Zeichen gesetzt, dies zum einen im Verstehen- lernen von Natur und als Meilenstein der frühen Emanzipation von Frauen in der Wissenschaft“, so Heidemann. Die Ausstellung will nach ihren Worten die Wertschätzung an der Natur aufgreifen und den Bogen spannen vom Barock bis in die Gegenwart, wo das Insektensterben eine nie dagewesene Dimension erreicht hat.
Inspiriert von den Darstellungen der Naturforscherin Maria Sibylla Merian übersetzt die niederländische Künstlerin Joos van de Plas die Metamorphose in ihre ganz besondere künstlerische Sprache. Ihre Spurensuche führte sie bis nach Südamerika, wo das Hauptwerk ihrer Protagonistin entstand. Studien an musealen Objekten folgten. Ihre Leidenschaft ließ sie sogar Schmetterlinge züchten. Sie begeistert mit ihren komplexen Zeichnungen, Installationen, Collagen, Gemälde und Filmen.
Auch die Wolfenbütteler Künstlerin Sonngard Marcks liebt florale Motive und die Vielfalt ihrer Bewohner. Die international ausgezeichnete Künstlerin gilt mit ihrer detailreich colorierten Fayencekeramik zu den Meistern der modernen Keramik. Sie sieht sich durch ihre Kunst als Anwalt der Natur und thematisiert als einen Schaffensschwerpunkt die Artenvielfalt ihrer ostwestfälischen Heimat, so auch für die Porzellanmanufaktur Fürstenberg im Jahr 2022 zum 275-jährigen Jubiläum eine feine Tafelinstallation zum Thema Artenvielfalt. Sie ist in Sachsen im Schloss Pillnitz zu sehen.
Nicola Brinker von der NABU-Jugend (NAJU) Werlte/Sögel nähert sich der Thematik über die Faszination. Mit den Augen eines Kindes die Natur entdecken, die Farben und Formen bewundern, für die NAJU Programm. Einbettet in Vitrinen zeigt sie an eindrucksvollen Modellen die Metamorphose, und das nicht ohne Mahnung. Die Aussage: „Es liegt in unseren Händen und unserer Verantwortung, wohin die Reise beim Schutz der Artenvielfalt geht – insbesondere beim Schutz der Insekten als artenreichste Tiergruppe“, des Insektenforschers Dr. Martin Sog als Lettern an der Museumswand soll zum Nachdenken anregen und zum Handeln auffordern.
Die Ausstellung ist bis zum 06. September geöffnet.
Begleitprogramm zur Ausstellung
• Do 25.06. | Do 23.07. | Do 13.08. | So 06.09. // 16 Uhr:
Ausstellungsrundgang mit Kuratorin Miriam Heidemann
• So 05.07. | Sa 29.08. // 14 Uhr: Naturnah klar! So wird der
eigene Garten insektenfreundlich. Andreas Brinker vom NABU
Werlte/Sögel erläutert, was uns Insekten nützen, und gibt
Tipps, wie sich der eigene Garten insektenfreundlich gestalten
lässt.
• So 26.07. // 16 Uhr: Von Insekten und Blumen – Eine
Märchenerzählung von Anita Jacobi
• So 02.08. // 14 Uhr: Eine Tafel für die Käfer: Keramikkünstlerin
Sonngard Marcks über das Zusammenspiel von Malerei und
Plastizität
• Sa 29.08. // 13 Uhr: Auf den Spuren Merians: Ein Gespräch mit
Künstlerin Joos van de Plas