31/05/2026
Rückblick: https://kleineherzen.de/tagebuch/2013
Herztöne
Benefiz-Konzert von Bundeswehr und Polizei bringt 7.500 Euro für die Kinder-Herzklinik der Medizinische Hochschule Hannover/ MHHnova
Soldaten und Polizeibeamte sind von Berufs wegen nicht leicht aus der Fassung zu bringen. Aber diesmal ist ihnen die Erschütterung deutlich anzusehen. Dr. Michael Sasse, leitender Oberarzt der Intensivstation in der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, hat sie in das sogenannte „Abschiedszimmer“ geführt. Jetzt drängen sich zwölf gestandene Männer in dem freundlich hellen Raum, in dem viel zu oft Eltern versuchen, den Tod eines Kindes zu begreifen. Dr. Sasse: „In Hannover behandeln wir mehr Schwerstfälle als auf jeder anderen Kinder-Intensivstation in Deutschland. Etwa 40 Prozent unserer Patienten haben einen angeborenen Herzfehler, aber es gibt ein weites Spektrum - von Krebskindern bis zu Unfallopfern.“ - Informationen zu einem wichtigen Thema.
Eigentlich waren die Gäste in Uniform am letzten Montag gekommen, um einen gemeinsamen Erfolg bekannt zu geben: Heeresmusikkorps I der Bundeswehr, Polizeiorchester Niedersachsen und Bundespolizeiorchester Hannover hatten am 28. Februar ein Benefiz-Konzert gegeben. „DIE GLORREICHEN DREI“ spielten bekannte Filmmelodien, und die Ränge im Großen NDR-Sendesaal waren voll: Knapp 1200 Zuhörer applaudierten begeistert. Der Reinerlös des Konzerts ging zu gleichen Teilen an den Verein „Lachen helfen“, der in Afghanistan Schulen und Krankenhäuser aufbaut, und an „Kleine Herzen Hannover e.V.“.
Wofür die Kleinen Herzen ihren Anteil von 7.500 Euro verwenden werden, konnten sich alle Beteiligten ansehen. Unter Führung von Professor Philipp Beerbaum, Direktor der MHH-Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin, ging es auch auf die Kinder-Herzstation. Hier haben die Kleinen Herzen - zusammen mit einem Partner-Verein - Eltern-Kind-Zimmer eingerichtet, die Küche und das Stationszimmer umgebaut. Noch in diesem Jahr soll damit begonnen werden, eine zweite Station für Patienten mit angeborenem Herzfehler herzurichten; ein neues Spielzimmer und ein Eltern-Ruheraum sind geplant, im Raum für die Echo-Kardiographie werden die „Verschönerungsarbeiten“ so schnell wie möglich beginnen. Die Gäste sahen den Alt-Zustand: unpersönlich, trist. Prof. Beerbaum: „Uns geht es nicht um Luxus-Sanierung, aber darum, den kleinen Patienten Ängste zu nehmen, ihnen die Untersuchung so angenehm wie möglich zu machen. Wir wollen im Betreuungsumfeld das erreichen, was für uns auf medizinischem Gebiet selbstverständlich ist: Es sollen Qualitätsstandards gesetzt werden. Dabei helfen uns die Kleinen Herzen.“
Geld ist knapp - auch für die MHH. Das weiß auch die Vorsitzende der Kleinen Herzen, Ira Thorsting: „Es ist richtig, wenn die vorhandenen Mittel vor allem in die medizinische und technische Ausstattung gesteckt werden. Dass sie da gut eingesetzt sind, beweist der internationale Ruf der Klinik. Aber auch für die Unterbringung und die seelisch-soziale Betreuung der Patienten und ihrer Familien soll etwas geschehen. Da helfen wir gerne.“
Nicht alleine! Die Vertreter von Polizei und Bundeswehr sagten spontan zu: Es wird weitere Benefiz-Aktionen für die Kleinen Herzen geben! Oberst Michael Rondé, Stellvertretender Kommandeur des Landeskommandos Niedersachsen: „Man denkt immer, der Staat wird es schon richten. Wir haben heute gesehen, dass moderne Technik allein nicht reicht. Daher müssen wir Bürger beitragen, dass kleine Herzen nicht nur mit Verstand, sondern auch mit Herz behandelt werden.“