14/08/2026
💡 Zwischen Erkenntnis und Umsetzung: Hitzeschutz braucht jetzt Verbindlichkeit
Mit der Eröffnung des HeatFuture Lab Thüringen schafft die Universität Erfurt einen Ort, an dem die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels sichtbar, erfahrbar und diskutierbar werden. Das Zukunftslabor verbindet Wissenschaft, gesellschaftlichen Dialog und die Frage, wie wir auch künftig gesund durch immer heißere Sommer kommen können.
Passend dazu wurde am Dienstag der Hitzeaktionsplan des Landes Thüringen veröffentlicht. Er beschreibt 21 Maßnahmen, mit denen gesundheitliche Risiken durch Hitze reduziert und insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen besser geschützt werden sollen. Dabei wird ausdrücklich hervorgehoben, dass Hitzeschutz eine ressortübergreifende Aufgabe ist und zugleich zur Stärkung gesundheitlicher Chancengerechtigkeit beitragen muss.
Die Veröffentlichung des Plans ist ein wichtiger Meilenstein. Sie darf jedoch nicht der Schlusspunkt sein. Denn die Herausforderungen sind bekannt, die Handlungsempfehlungen liegen auf dem Tisch und vielerorts existieren bereits gute Ansätze, Projekte und Erfahrungen. Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt jetzt: bei der abgestimmten und koordinierten Umsetzung.
Für die AGETHUR ist Hitzeschutz deshalb mehr als ein weiteres Themenfeld. Die gesundheitlichen Folgen von Hitze betreffen nahezu alle Lebenswelten von Kitas und Schulen über Kommunen und Betriebe bis hin zu Pflegeeinrichtungen und Quartieren.
Gleichzeitig zeigt sich immer wieder: Hitze trifft nicht alle Menschen gleich. Wer in dicht bebauten Quartieren lebt, körperlich arbeitet, gesundheitlich vorbelastet ist oder nur begrenzten Zugang zu kühlen Rückzugsorten hat, trägt ein höheres Gesundheitsrisiko. Deshalb ist Hitzeschutz auch eine Frage der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit.
Unser Anspruch als AGETHUR ist es, gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern der Landesgesundheitskonferenz Thüringen und im Netzwerk Hitzeschutz dazu beizutragen, dass aus Einzelmaßnahmen ein tragfähiges Gesamtsystem wird: abgestimmt zwischen Landesebene, Kommunen, Gesundheitswesen, Sozialbereich, Bildung und Zivilgesellschaft.
Die Zeit der Modellprojekte und Pilotmaßnahmen allein ist vorbei. Jetzt braucht es dauerhafte Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und eine koordinierte Umsetzung, damit Hitzeschutz dort ankommt, wo er gebraucht wird: bei den Menschen.
Hitze ist längst keine Herausforderung der Zukunft mehr. Die Umsetzung wirksamer Maßnahmen ist eine Aufgabe der Gegenwart.