08/10/2026
🗓️31 OKT ⌚ 17:00 Uhr
📍mon ami
Mit KI erstellte Inhalte fluten das Internet und die Social-Media-Kanäle. Viele von ihnen sind so skurril oder überdreht, dass man ihnen die KI sofort ansieht. Andere sind so täuschend echt, dass man auf den ersten Blick kaum sagen kann, ob es authentisches Bild- oder Filmmaterial ist.
Von dieser Art Fakes geht eine enorme Gefahr für den öffentlichen Diskurs aus. Besonders deutlich wird dies in der Auseinandersetzung mit der Geschichte der NS-Herrschaft, des Zweiten Weltkrieges und des Holocaust. Schon seit langem ist der Bereich umkämpftes Terrain in geschichtspolitischen Kontroversen: Geschichtsrevisionismus, Holocaust-Leugnung und Relativierung der NS-Verbrechen haben mit dem Aufstieg des Autoritarismus, dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und den Kriegen in Nahost noch einmal deutlich zugenommen – und KI scheint ihren Akteuren ein neues Werkzeug an die Hand zu geben.
All dies ist nicht auf Deutschland beschränkt, sondern mit globalen, transnationalen Konflikten eng vernetzt. Die Fakes sind Teil gezielter Desinformation, aber auch von Kontroversen in vielen Ländern in Debatten um "ihre" Deutung der Geschichte zwischen 1933/39 und 1945. Welche (unterschiedlichen) Funktionen nehmen solche Fakes in diesen Debatten ein? Woher kommen sie, wer nutzt und verbreitet sie? Woran erkennt man sie? Wie tiefgreifend sind die Veränderungen in unserer Erinnerungskultur?
Prof. Dr. Jens Christian Wagner (Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Professor an der FSU Jena)
Dr. Alice Volkwein (Historikerin, Inspectrice générale de l’Education, du Sport et de la Recherche, Co-Autorin eines Berichts über KI an Schulen und KI-Bildung in Frankreich)
Dr. Fabien Théofilakis (Historiker, Co-Direktor des deutsch-französischen Centre Marc Bloch an der HU Berlin)
Nataliia Tkachenko (Koordinatorin für deutschsprachige Bildungsprogramme an der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau in Oświęcim)
Einführung und Moderation: Berit Kö (Historikerin, Projekt »Geschichte statt Mythen«)
In Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.
Foto: Lukas Severin Damm © Gedenkstätte Buchenwald