Palliativnetz Lörrach

Palliativnetz Lörrach Nicht alles dreht sich ums Sterben. Es geht ums Leben – bis zuletzt.

Macht mit und stimmt für uns.Ihr könnt täglich für uns voten.Herzlichen Dank ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️Danke fürs Lesen und Teilen. ...
01/09/2026

Macht mit und stimmt für uns.
Ihr könnt täglich für uns voten.
Herzlichen Dank ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️

Danke fürs Lesen und Teilen.

Mit den besten Grüßen
Mario Steffens
Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer
Palliativnetz Lörrach gGmbH












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Es sind die lokalen Initiativen, die sich vor Ort für einen lebenswerte und weltoffene Gesellschaft einsetzen. Und es ist unsere Arbeitsgemeinschaft, die ebenfalls dieses Miteinander Füreinander lebt. Uns als dm-drogerie markt ist es darum ein Herzensanliegen, diese Initiativen wertzuschätzen und...

Danke an Friedrich Merz und der tollen Bundesregierung für so eine wunderbare "Gesundheitsreform"
01/09/2026

Danke an Friedrich Merz und der tollen Bundesregierung für so eine wunderbare "Gesundheitsreform"

Friedrich Merz hat den Nagel auf den Kopf getroffen: Wir Ärzte sind die wahren Profiteure des Gesundheitssystems. Es wird Zeit, unsere luxuriösen Privilegien endlich offen zuzugeben:

- Work-Life-Illusion: Überstunden in der Klinik sind toll – vor allem, weil man sie dank chronischem Personalmangel ohnehin niemals als Freizeitausgleich nehmen kann.

- Unternehmerisches Schlaraffenland: In der Niederlassung trägt man das volle finanzielle Risiko für Personal, Miete und moderne Geräte. Der absolute Luxus dabei? Dank Budgetierung und gedeckelter Einnahmen darf man ein Viertel des Jahres völlig unentgeltlich arbeiten!

- Bürokratie-Wellness: Statt banal am Patienten zu arbeiten, jonglieren wir viel lieber mit MDK-Prüfungen in der Klinik, drohenden Regressen in der Praxis und absurden Sektorengrenzen dazwischen.

- Strukturelle Nostalgie: Wir baden im Vintage-Charme einer jahrzehntelang verschlafenen Digitalisierung, während um uns herum Krankenhäuser rote Zahlen schreiben und Praxen um ihre Existenz bangen.

Herr Merz hat recht: Ohne dieses System könnten wir wirklich nicht existieren. Wo sonst hätten wir das Privileg, politisches Versagen täglich mit unserem eigenen Einsatz auszubügeln – nur um uns dann zur besten Sendezeit im Fernsehen als die wahren Profiteure abkanzeln zu lassen?

Ich bedanke mich für diese Erleuchtung.



Wer profitiert noch überproportional von unserem Gesundheitssystem? Schreibt es in die Kommentare ;)

Ist das wirklich nötig?Bevor man Leistungen kürzt, sollte man hinterfragen, ob 93 gesetzliche Krankenkassen mit 93 Verwa...
03/08/2026

Ist das wirklich nötig?

Bevor man Leistungen kürzt, sollte man hinterfragen, ob 93 gesetzliche Krankenkassen mit 93 Verwaltungsapparaten wirklich noch zeitgemäß sind. Sparpotenzial gibt es nicht nur bei den Versicherten.

Danke fürs Lesen und Teilen.

Mit den besten Grüßen
Mario Steffens
Facharzt für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin
Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer
Palliativnetz Lörrach gGmbH












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31/07/2026
Wenn Sprache Patienten Angst macht, dann haben wir ein Problem.Gestern habe ich erneut erlebt, dass ein Patient unsere s...
29/07/2026

Wenn Sprache Patienten Angst macht, dann haben wir ein Problem.

Gestern habe ich erneut erlebt, dass ein Patient unsere spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) zunächst abgelehnt hat – aus Angst, wir seien „Sterbebegleiter“.

Und ehrlich gesagt: Das beschäftigt mich inzwischen nicht mehr nur fachlich, sondern auch ethisch.

Palliativmedizin ist keine Sterbebegleitung.

Palliativmedizin bedeutet, Schmerzen zu lindern, Luftnot zu behandeln, Ängste zu nehmen, Angehörige zu unterstützen und Lebensqualität zu erhalten. Oft über Monate, manchmal über Jahre. Gestorben wird an einem einzigen Tag. An allen anderen Tagen geht es um Leben. Um Lebensqualität. Um Würde. Um Selbstbestimmung. Genau darum geht es in der Palliativmedizin.

Dennoch habe ich den Eindruck, dass der Begriff „Sterbebegleitung“ in den vergangenen Jahren wieder deutlich häufiger verwendet wird. Über die Beweggründe möchte ich nicht spekulieren. Ob es Tradition ist, Ausdruck einer bestimmten Haltung oder andere Gründe hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Mir geht es auch gar nicht um die Motivation einzelner Personen oder Institutionen.

Mir geht es ausschließlich um eine Frage:

Was macht diese Sprache mit unseren Patienten?

Denn genau daran sollten wir unser Handeln messen.

Ich erlebe immer wieder, dass Patienten aufgrund dieser Begrifflichkeit Angst entwickeln und eine palliativmedizinische Mitbetreuung zunächst ablehnen. Sie verbinden Begriffe wie „Sterbebegleitung“ oder „Hospiz“ mit dem unmittelbar bevorstehenden Tod. Sie denken: „Jetzt kommen die, weil ich sterben muss.“

Dabei ist genau das falsch.

Palliativmedizin beginnt nicht erst in den letzten Tagen des Lebens. Sie begleitet Menschen oft über einen langen Zeitraum mit dem Ziel, Beschwerden zu lindern, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, Angehörige zu entlasten und vor allem eines zu erhalten: Lebensqualität.

Ein weiteres Problem sehe ich in der öffentlichen Wahrnehmung.

Hospizbegleitung, Hospizarbeit, Palliativversorgung und Sterbebegleitung werden immer häufiger in einen Topf geworfen. Für viele Patienten ist kaum noch erkennbar, worin die Unterschiede bestehen. Wir werden regelmäßig gefragt, ob wir „zum Hospiz gehören“. Die Antwort lautet: Nein.

Ich bin Palliativmediziner. Ich arbeite in einer Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung. Das ist ein medizinisches Versorgungsangebot mit einem klar definierten ärztlichen und pflegerischen Auftrag. Wir diagnostizieren, behandeln, lindern Symptome, treffen medizinische Entscheidungen und übernehmen Verantwortung.

Hospizbegleitung ist etwas anderes. Sie ist eine unverzichtbare und wertvolle ehrenamtliche Begleitung schwer kranker Menschen. Aber sie ist keine Palliativmedizin. Beides ergänzt sich. Beides ist wichtig. Aber beides ist nicht dasselbe.

Gerade deshalb halte ich es für problematisch, wenn diese Bereiche sprachlich immer weiter miteinander verschmelzen. Denn der Patient kann diese Unterschiede nicht kennen. Er orientiert sich an den Begriffen, die wir verwenden. Und wenn diese Begriffe Angst auslösen, dann wird Sprache zu einem Versorgungsproblem.

Ich habe diese Problematik bereits mehrfach angesprochen und den Dialog gesucht. Bislang habe ich jedoch den Eindruck gewonnen, dass die Wirkung dieser Begrifflichkeiten auf Patienten nur eine untergeordnete Rolle spielt. Dabei sollte sie eigentlich unser wichtigster Maßstab sein.

Denn Sprache ist kein Selbstzweck. Sprache muss den Menschen dienen. Sie darf niemals dazu führen, dass ein Patient notwendige Hilfe aus Angst ablehnt.

Vielleicht müssen wir deshalb den Mut haben, unbequeme Fragen zu stellen.

Nicht nur, ob ein Begriff historisch richtig ist.

Sondern ob er den Menschen heute noch hilft.

Und wenn er das nicht mehr tut, sollten wir bereit sein, ihn zu überdenken.

Oder müssen wir die Palliativmedizin künftig sprachlich noch klarer von der Hospizbegleitung abgrenzen, damit Patienten keine Angst mehr vor einer Versorgung haben, die eigentlich dazu da ist, ihr Leben lebenswerter zu machen?

Ich kenne die Antwort nicht.

Aber ich bin überzeugt, dass wir diese Diskussion führen müssen – offen, ehrlich und mit einem einzigen Maßstab:

Dient das, was wir tun und wie wir darüber sprechen, wirklich dem Patienten?

Danke fürs Lesen und Teilen.

Mit den besten Grüßen
Mario Steffens
Facharzt für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin
Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer
Palliativnetz Lörrach gGmbH












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Frankreich hat sich jetzt für einen gesetzlichen Rahmen der Suizidassistenz entschieden. Damit gewinnt die Diskussion au...
28/07/2026

Frankreich hat sich jetzt für einen gesetzlichen Rahmen der Suizidassistenz entschieden. Damit gewinnt die Diskussion auch in Deutschland erneut an Bedeutung.

Ein Wunsch zu sterben bedeutet häufig nicht, dass ein Mensch tatsächlich sterben möchte. Viele schwer kranke Menschen leiden unter Schmerzen, Atemnot, Angst, dem Verlust ihrer Selbstständigkeit oder der Sorge, ihren Angehörigen zur Last zu fallen. Hinter einem geäußerten Sterbewunsch steckt deshalb oft ein Hilferuf – und keine endgültige Entscheidung.

Die wichtigste Reaktion ist daher nicht Widerspruch, sondern Zuhören. Gute Palliativmedizin nimmt Sterbewünsche ernst, fragt nach den Ursachen und versucht, körperliches, psychisches, soziales und existenzielles Leid zu lindern. Moderne Palliativversorgung kann heute sehr viel erreichen. Sie kann jedoch nicht jeden Sterbewunsch auflösen.

Gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Reformen im Gesundheitswesen dürfen wir aber auch eine unbequeme Frage stellen: Was passiert, wenn pflegerische und medizinische Versorgung durch Personalmangel und wirtschaftlichen Druck weiter an ihre Grenzen geraten? Schon heute erleben viele Menschen, dass in Pflegeheimen und ambulanten Strukturen häufig die Zeit fehlt – nicht aus mangelndem Engagement der Mitarbeitenden, sondern weil Personal fehlt und die Arbeitsbelastung enorm ist. Würde entsteht nicht durch Hochglanzbroschüren, sondern durch Zeit, Zuwendung, Beziehung und das Ernstnehmen individueller Bedürfnisse.

Wenn Menschen Angst entwickeln, am Lebensende nicht mehr würdevoll begleitet oder gepflegt zu werden, dann besteht die Gefahr, dass diese Angst ihre Entscheidungen beeinflusst. Deshalb muss sich unsere Gesellschaft fragen, ob der Wunsch nach Suizidassistenz immer Ausdruck freier Selbstbestimmung ist – oder manchmal auch Ausdruck eines Versorgungsdefizits.

Auch Begriffe wie „humanes Sterben“ verdienen eine offene Diskussion. Was bedeutet ein humanes Sterben eigentlich? Ist es in erster die Möglichkeit, das Leben aktiv zu beenden? Oder bedeutet Humanität nicht vielmehr, alles dafür zu tun, dass kein Mensch aus Angst vor Schmerzen, Einsamkeit, Überforderung oder einer unwürdigen Versorgung den Tod als einzigen Ausweg empfindet?

Die Debatte über Suizidassistenz darf deshalb nicht losgelöst von der Qualität unserer Pflege und Palliativversorgung geführt werden. Eine wirklich freie Entscheidung setzt voraus, dass jedem Menschen zunächst eine menschenwürdige Versorgung, ausreichend Zeit, Zuwendung und eine hochwertige Palliativmedizin zur Verfügung stehen. Erst dann können wir glaubwürdig von Selbstbestimmung sprechen.

Danke fürs Lesen und Teilen.

Mit den besten Grüßen
Mario Steffens
Facharzt für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin
Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer
Palliativnetz Lörrach gGmbH












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Was wir täglich in der ambulanten Versorgung erleben, zeigt uns immer wieder, wie wichtig eine ambulante Ethikberatung w...
25/07/2026

Was wir täglich in der ambulanten Versorgung erleben, zeigt uns immer wieder, wie wichtig eine ambulante Ethikberatung wäre – insbesondere in Pflegeheimen.

Immer wieder stoßen wir auf Situationen, in denen ethische Fallbesprechungen Patienten, Angehörigen und den behandelnden Teams helfen könnten. Trotzdem wird das Angebot nahezu ausnahmslos abgelehnt.

Dafür gibt es verschiedene mögliche Erklärungen. Vielleicht wird der ethische Konflikt gar nicht erkannt. Wer sich einer Problematik nicht bewusst ist, wird auch keinen Bedarf für eine Ethikberatung sehen. Vielleicht besteht aber auch die Sorge, dass durch eine externe Fallbesprechung das eigene Handeln kritisch hinterfragt wird.

Letzteres möchte ich niemandem unterstellen. Dennoch bleibt die Frage, warum ein Angebot, das ausschließlich der Verbesserung der Patientenversorgung dient, praktisch nie in Anspruch genommen wird.

Aus unserer täglichen Arbeit entsteht jedenfalls ein anderes Bild: Der Bedarf wäre da. Genutzt wird das Angebot jedoch kaum.

Danke fürs Lesen und Teilen.

Mit den besten Grüßen
Mario Steffens
Facharzt für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin
Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer
Palliativnetz Lörrach gGmbH












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Kinderlebenslauf 2026 – Ein Tag am RheinAm Samstag, den 8. August 2026, laden das Palliativnetz Lörrach und die Myokin S...
20/07/2026

Kinderlebenslauf 2026 – Ein Tag am Rhein

Am Samstag, den 8. August 2026, laden das Palliativnetz Lörrach und die Myokin Standort Breisach herzlich zu einem besonderen Wassersporttag am Rhein ein.

Von 10:00 bis 16:00 Uhr steht der Tag ganz im Zeichen von Inklusion, Gemeinschaft und unbeschwerten Erlebnissen.

Die Veranstaltung ist Teil der bundesweiten Initiative „Kinderlebenslauf“ des Bundesverbands Kinderhospiz e. V..
Mit zahlreichen Aktionen in ganz Deutschland werden Familien mit schwer oder lebensverkürzend erkrankten Kindern unterstützt und gleichzeitig auf die wichtige Arbeit des Bundesverbands Kinderhospiz aufmerksam gemacht.

Der Wassersporttag wird vom Palliativnetz Lörrach gGmbH finanziert und in enger Zusammenarbeit mit der MYOKiN Standort Breisach gGmbH organisiert.

Familien haben an diesem Tag die Möglichkeit, Wakeboard- und Wasserskifahren, Stand-up-Paddling auf dem Rhein oder eine Mitfahrt im Wasserskiboot zu erleben – ganz ohne Leistungsdruck und mit viel Raum für Freude, Begegnung und gemeinsame Erinnerungen.

Auch abseits des Wassers ist für einen schönen Tag gesorgt: Ein gemeinsames Mittagessen vom Grill sowie Kaffee und Kuchen unter den schattenspendenden Pappeln auf der angrenzenden Wiese laden zum Verweilen und zum Austausch ein. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Zeit, unbeschwerte Momente und das Miteinander der Familien.

Termin:
Samstag, 8. August 2026, 10:00–16:00 Uhr

Ort:
MYOKiN Standort Breisach gGmbH

Anmeldung und Informationen:
Armin Rothfuß: [email protected]
Sandra Diemand: [email protected]












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Wenn der größte Wunsch daran scheitert, dass niemand mehr Zeit hat.Heute habe ich eine 96-jährige Patientin in unsere Ve...
17/07/2026

Wenn der größte Wunsch daran scheitert, dass niemand mehr Zeit hat.

Heute habe ich eine 96-jährige Patientin in unsere Versorgung aufgenommen.

Ihr größter Wunsch ist eigentlich ganz bescheiden: Sie möchte ihre letzte Zeit zu Hause verbringen. In ihrer vertrauten Umgebung. In ihrem eigenen Bett. Dort, wo ihr Leben stattgefunden hat, möchte sie auch sterben.

Doch genau dieser Wunsch könnte unerfüllt bleiben.

Nicht, weil es medizinisch unmöglich wäre. Sondern weil wir keinen Pflegedienst finden, der noch Kapazitäten hat.

Sie hat keine nahen Angehörigen, die diese Versorgung übernehmen könnten. Sie ist darauf angewiesen, dass unser Gesundheitssystem funktioniert. Doch genau das gerät seit Jahren immer weiter an seine Grenzen.

Ich habe heute telefoniert, angefragt und gehofft. Eine Absage nach der anderen. Nicht, weil die Kolleginnen und Kollegen nicht helfen wollen, sondern weil sie schlicht nicht mehr können.

Und irgendwann saß ich einfach nur noch da und dachte: Wie kann das eigentlich sein? Wie kann es sein, dass eine 96-jährige Frau darum bangen muss, ob ihr letzter Wunsch erfüllt werden kann? Nicht wegen ihrer Erkrankung. Nicht wegen fehlender medizinischer Möglichkeiten. Sondern weil unser System ihr nicht einmal mehr die notwendige Grundversorgung bieten kann.

Seit Jahren verschärft sich die Situation. Es fehlen ausgebildete Pflegefachkräfte. Pflegedienste suchen händeringend Personal. Diejenigen, die noch da sind, arbeiten oft weit über ihrer Belastungsgrenze. Und trotzdem müssen Menschen abgelehnt werden.

Und ja, das macht mich wütend.

Nicht auf die Pflegekräfte. Nicht auf die Pflegedienste. Ich weiß, wie sehr sie kämpfen und jeden Tag über ihre Grenzen hinausgehen.

Mich macht wütend, dass wir seit Jahren zuschauen, wie dieses System immer weiter ausblutet. Dass alle wissen, wie dramatisch die Lage ist, und trotzdem scheint sich viel zu wenig zu verändern.

Gestern hat die französische Nationalversammlung ein Gesetz verabschiedet, das unter strengen Voraussetzungen einen assistierten Suizid beziehungsweise Hilfe zum Sterben ermöglichen soll.

Die Debatte dreht sich dort um Selbstbestimmung am Lebensende.

Und ich frage mich, ob wir nicht noch eine andere Debatte führen müssten.

Nämlich darüber, wie wir überhaupt sicherstellen, dass Menschen bis zu ihrem Lebensende würdevoll begleitet werden können. Dass sie die Wahl haben, zu Hause zu sterben, wenn das ihr Wunsch ist. Dass Pflege nicht am Mangel an Personal scheitert.

Denn Selbstbestimmung beginnt für mich nicht erst mit der Frage, wie ein Mensch sterben möchte.

Sie beginnt viel früher. Mit der Möglichkeit, überhaupt so leben und sterben zu dürfen, wie man es sich wünscht.

Ich finde es erschreckend, wie wir inzwischen mit den schwächsten Menschen unserer Gesellschaft umgehen. Nicht aus mangelndem Mitgefühl. Sondern weil wir ein System geschaffen haben, das seit Jahren personell und strukturell ausblutet.

Vielleicht sollten wir uns deshalb weniger fragen, was Pflege kostet, sondern vielmehr, was es uns als Gesellschaft kostet, wenn sie nicht mehr funktioniert.

Denn am Ende wird jeder von uns einmal auf die Hilfe anderer angewiesen sein.

Es ist an der Zeit, sich wieder daran zu erinnern, dass der Umgang mit unseren schwächsten Mitmenschen mehr über unsere Gesellschaft aussagt als jede Statistik.

Denn am Ende geht es nicht um Zahlen. Es geht um Menschen.

Danke fürs Lesen und Teilen.

Mit den besten Grüßen
Caro Moschner
Exam. Krankenschwester
Palliative Care
Palliativnetz Lörrach gGmbH












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Verletzlichkeit und Autonomie als produktives PotenzialDas Leben ist von Grund auf verletzlich. Pascal Ide beschreibt di...
12/07/2026

Verletzlichkeit und Autonomie als produktives Potenzial

Das Leben ist von Grund auf verletzlich. Pascal Ide beschreibt die Primärverletzung durch die Durchtrennung der Nabelschnur und damit die Weiterentwicklung als Individuum. Wir stehen dabei in stetiger Abhängigkeit sozialer Strukturen, ohne die wir nicht überleben können.
Im Gesunden fühlen wir uns gern stark, unangreifbar, autonom. Krankheit und Schwäche haben hier nichts zu suchen. Bloß nicht abhängig sein von anderen, bloß niemandem zur Last fallen. Sich nicht n***t und hilflos fühlen müssen.

Doch was steckt dahinter?

Giovanni Maio benennt die Unhintergehbarkeit der Verletzlichkeit als Grundelement unserer Existenz. Und die Konfrontation mit dem radikalen Lebensende, welche mit zunehmendem Altern oder einer unheilbaren Diagnose immer schwerer auszublenden ist.

Wovor haben wir Angst? Und welches Potenzial hat diese Angst?

Wir können unseren Blick auf unsere Verletzlichkeit als produktives Potenzial sehen.
Was zeigt uns die Krankheit?

Wir sind plötzlich vermehrt auf andere angewiesen. Maio benennt das Selbst nicht als das Selbstgemachte, sondern das immer schon in eine Geschichte mit anderen Verwobene. Und als solches entwickelt es sich weiter, ohne sich je ganz aus dem Verwobensein lösen zu können. Die nun vermehrt wahrgenommene Abhängigkeit war also immer schon da. Doch wenn körperliche Schwäche zunimmt und damit vielleicht auch Scham, nimmt die Verletzlichkeit symbolisch zu. Wir fühlen uns ausgesetzt. Die Situation ist einfach gegeben. Wir bekommen den Spiegel der Nichtallmacht vorgehalten. Jeder Mensch stirbt. Radikal.
Jeder Mensch möchte sich verstanden und anerkannt fühlen.
Zuerst ist da also unsere Verletzlichkeit.
Aaron Antonowski entdeckt das Modell der Salutogenese und beschreibt das Leben als Fluss mit verschiedenen Strömungen und Strudeln. Was macht uns in diesem Fluss zum guten Schwimmer? Welche Strategien entwickeln wir im Lauf des Lebens und auch in der Phase des Alterns und Sterbens? Wir können gestalten.
Verletzlichkeit bedeutet die Möglichkeit einer Bedrohung unserer Stabilität. Es ist aber keine Voraussage.
Sie kann eine innere Lähmung hervorrufen. Oder eine gesunde Vorsicht. Schambehaftung. Angst vor Kontrollverlust. Wie finden wir in der konkreten Situation einer Bedrohung dennoch Halt und Geborgenheit?
Was bannt die Verletzlichkeit? Was stärkt, gibt Geborgenheit, macht Mut, wer gibt Zuspruch, was fördert/erhält die Autonomie? Hier ist wieder die Abhängigkeit als Grundbedürfnis.
Wir schwingen zwischen Leben und Tod. Halten uns wie an einer Liane.
Ressource statt Auflehnung. Zuwendung zu anderen Menschen als Ressource. Vertrauen. Kreativität. Letztverantwortlichkeit (Charta) verlangt die Inklusion des Sterbens in die lebende Gesellschaft.
Alle bisherigen Fähigkeiten werden mit der Krankheit in Frage gestellt, alles was bisher wichtig war. Und auch das, was nebensächlich war.
Schwerpunkte ändern sich. Die Kostbarkeit des Augenblicks zeigt sich, wenn wir mit dem Bewusstsein der Vergänglichkeit leben. Sie lässt sich nicht einfach abstreifen.
Was ist schützenswert und was gilt es zu fördern? Welche Handlungsmöglichkeiten bleiben und wo beginnt Paternalismus? Der Mensch sollte nicht auf seine Verletzlichkeit reduziert werden.
Verwundbarkeit der verschiedenen Lebensbereiche werden deutlich, es entsteht ein so genannter Total Pain. Schmerz auf sozialer, spiritueller, physischer und psychischer Ebene. Scham ist dann noch die Steigerung wegen der Angst vor den Blicken von außen und des erschütterbaren Selbstbildes. Wir genügen nicht mehr. Hier entsteht auch gern das Gefühl, lieber nicht zu sein, als nichts zu sein. Nicht SO zu sein. Fremd im eigenen Körper, den anderen ausgeliefert. Schutzbedürfnis. Rückzug aus der Öffentlichkeit. Nähe und Distanz zwischen den Patienten und der Außenwelt werden im besten Fall immer wieder neu ertastet. Schonend, diskret, behutsam.
Jakob Muth benennt den Respekt gegenüber der letzten Unnahbarkeit des anderen.
Würde gilt es zu erhalten. Für den nächsten das Beste wollen. Ohne etwas überzustülpen. Gegenseitige Sorge ist überlebenswichtig für den Menschen. Hinwendung zur Realität des anderen und zu dessen Bedürfnis. Nicht nur das Anbieten von Dienstleistungen. Hier kann eine neue Atmosphäre entstehen.
Alice Pugliese: Der Spannungsbogen von Autonomie und Verletzlichkeit.
Verletzlichkeit befähigt zu Sensibilität. Die der anderen und die der eigenen.
Geteilte Verletzlichkeit schafft Verbindung.

Eine Patientin sagte kurz vor ihrem Tod in tiefer Demut und Dankbarkeit, dass sie die Phase der Erkrankung in ihrem Leben nicht missen möchte.

Perfectibilité, vulnérabilité, dignité. Michel Dupuis.

Danke fürs Lesen und Teilen.

Mit den besten Grüßen
Melanie Gsellinger
Exam. Krankenschwester
Palliative Care
Ethikberaterin
Palliativnetz Lörrach gGmbH












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Am Kesselhaus 5
Weil Am Rhein
79576

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