18/03/2026
Besonders wichtig ist bei allen Pflanzarbeiten, ein großes Erdloch auszuheben. Je größer der Anteil an lockerem Boden ist, umso besser wird das Wachstum in den kommenden Jahren sein. Die Wurzeln haben so die Möglichkeit, sich ungehindert auszubreiten. In einem kleinen Pflanzloch wollen die Bäume nicht so recht wachsen und kümmern jahrelang dahin. Sie stehen dann besonders bei einem "schweren" Boden oft wie im Eimer eingeengt. Bei großen Niederschlägen und zusätzlichem Wässern kommt es vor, dass die jungen Bäume regelrecht "absaufen". So kann ein kleiner Bagger oder Erdbohrer bei der Bepflanzung von Streuobstwiesen und Gärten durch eine großzügige Bodenlockerung an der Pflanzstelle wertvolle Dienste leisten. Der Unterschied in der Entwicklung der Bäume ist dann gravierend.
Die Veredlungsstelle unten am Baum sollte nach dem Pflanzen mindestens 5 cm höher sein, als die umgebende Oberfläche. Dabei ist es das Setzen des gelockerten Bodens mit einzuberechnen. Die Spitzen der Wurzeln, die durch das Roden in der Baumschule abgerissen und ausgefranst sind, werden kurz vor dem Pflanzen mit der Rosenschere schräg nach unten angeschnitten. Aus dem Wundkallus, das die glatten Wunden gut überwallt und damit verschließt, bilden sich dann sehr schnell und in großer Menge Saugwurzeln. Diese entstehen vor Allem durch Aufstülpungen des frischen Zellgewebes an der Wundstelle. Ein festes Einstampfen nach dem Einpflanzen ist vor allem bei einem nassen Boden zu vermeiden. Nie sollte Schnee oder gefrorene Erde an die Wurzel kommen. In der Praxis hat sich ergeben, dass es dadurch zu großen Ausfällen bei Neupflanzungen kommt. Zum Schluss wird außen an der Baumscheibe ein Gießrand durch eine leichte Erhöhung angelegt, so dass ein "Nest" entsteht. Erst dann wird kräftig angegossen. Dies führt zum Zuschwemmen der Hohlräume im lockeren Erdreich und damit zu einem besseren Bodenkontakt der Wurzeln. Ein häufiges Gießen im Herbst oder gar im Winter ist aber zu vermeiden, da die Pflanzen ohne Blätter kein Wasser verdunsten. Bei einem lehmigen Boden führt das sehr oft zum Absterben des jungen Baumes. Übrigens, sollte man vor dem Pflanzen die Wurzeln nicht lange ins Wasser stellen, wie dies sehr oft geschieht. Besser ist es, die jungen Bäume vorübergehend einzuschlagen, damit die Wurzeln richtig mit Erde überdeckt sind. Ein Austrocknen des Wurzelwerkes, besonders aber durch Sonnenstrahlen, ist unbedingt zu verhindern.
Bevor aber gepflanzt wird, sollte der Baumpfahl in das Pflanzloch eingeschlagen werden. Vorteilhaft ist dies an der Westseite, da von dort zu 90% der Wind kommt. Somit wird der Baum kaum gegen den Pfahl gedrückt. Die Stütze sollte nicht in Krone hinein ragen und wird deshalb in der Höhe des Ansatzes der Leitäste abgesägt. Das Anbinden mit einem Kokosstrick oder Nylonstrumpf sollte so locker erfolgen, dass der Baum beim Setzen des Bodens ebenfalls mit absacken kann. Sonst schweben die Wurzeln ohne Anschluss über die untere Bodenschicht. Wenn es dann im Frühjahr oder Sommer sehr warm wird, vertrocknen solche Bäume. Später ist auch darauf zu achten, dass die Schlaufe nicht in die Rinde einwächst. Sonst treten Schäden durch Einschnürungen auf. Rinde auf Rinde kann dann nicht mehr zusammen wachsen. Der Baum bleibt für immer geschwächt.
Ein Schutz des Stammes vor Wildverbiss mithilfe von Hasendraht, Schilfmatten oder Plastikmanschetten ist auf jeden Fall anzubringen. Schon ein einziger Hase kann im schneereichen Winter durch Abfressen der Rinde einen verheerenden Schaden anrichten. Der Pflanzschnitt an der Krone sollte unbedingt erst Ende März erfolgen, da jetzt die Wunden nicht mehr vom Baum abgeschottet werden. Sie bleiben somit über Winter offen und sind Eintrittspforten für Pilzkrankheiten. Außerdem trocknen die Triebe an den Schnittstellen über Winter etwas ein. Der Frühjahrschnitt sorgt dann für einen starken Neuaustrieb und somit für einen guten Kronenaufbau. Man sollte auch bedenken, dass bei einem zu frühen Schnitt weniger Knospen am Baum vorhanden sind. Wenn dann der Saft bei mildem Wetter und zunehmender Tageslänge aufsteigt, wird er die verbleibenden Knospen umso stärker entwickeln lassen. Durch die verringerte Salzkonzentration in den Zellen, die durch das Verwässern entsteht, erhöht sich dann die Frostgefahr deutlich. Gegenteilige Meinungen über die Zeitpunkte des Schnittes kommen oft daher, dass die vielen Gartenbücher, die aus dem Gartenland England zu uns kommen, von einigen Autoren kritiklos beim Übersetzen in die deutsche Sprache übernommen werden, ohne auf die großen Klimaunterschiede einzugehen.
In Gebieten, in denen häufig Wühlmäuse vorkommen, sollte man die Wurzeln der Obstbäume bei der Pflanzung in einen Korb aus Draht mit engmaschigem Geflecht geben. Er muss ausreichend groß bemessen und lückenlos geschlossen sein, um das Eindringen der Schädlinge wirksam zu verhindern. Der Drahtkorb sorgt dafür, dass bei einem Wühlmausfraß die Wurzeln der jungen Bäume nicht bis zum Stamm dezimiert werden können. Das bedeutet dann den sicheren Tod der Pflanze. Eine biologische Methode zur Wühlmausbekämpfung ist das Anbringen von Sitzkrücken für Eulen und Greifvögel. Als besonders wirksam hat sich die Anlage eines etwa 70 Zentimeter hohen und lockeren Steinhaufens erwiesen. Er kann dem Mauswiesel, der als erklärter Erzfeind der Wühlmäuse gilt, als „Villa" dienen. Es wäre noch vorteilhaft, wenn sich im Inneren des Steinhaufens ein Hohlraum für die Aufzucht der Jungmauswiesel befindet.