27/12/2025
𝐖𝐚𝐬 𝐩𝐚𝐬𝐬𝐢𝐞𝐫𝐭, 𝐰𝐞𝐧𝐧 𝐚𝐦 𝟐𝟒. 𝐃𝐞𝐳𝐞𝐦𝐛𝐞𝐫 𝐢𝐧𝐦𝐢𝐭𝐭𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐁𝐞𝐬𝐜𝐡𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠 𝐮𝐧𝐝 𝐕𝐨𝐫𝐛𝐞𝐫𝐞𝐢𝐭𝐮𝐧𝐠 𝐚𝐮𝐟 𝐝𝐢𝐞 𝐂𝐡𝐫𝐢𝐬𝐭𝐦𝐞𝐭𝐭𝐞 𝐮𝐧𝐯𝐨𝐫𝐡𝐞𝐫𝐠𝐞𝐬𝐞𝐡𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐩𝐥ö𝐭𝐳𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞 𝐇𝐞𝐫𝐳𝐭𝐨𝐝 𝐝𝐚𝐬 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐫 𝐣𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 𝐅𝐚𝐦𝐢𝐥𝐢𝐞 𝐤𝐨𝐦𝐩𝐥𝐞𝐭𝐭 𝐯𝐞𝐫ä𝐧𝐝𝐞𝐫𝐭?
Nicht nur für unser PSNV-Team und die Notfallseelsorge wurde o.g. Szenario dieses Jahr an Heiligabend zur besonderen Herausforderung: Rettungsdienst, Notarzt, Polizei, Kriminaldauerdienst, PSNV, Notfallseelsorge im eigenen Haus – an einem Abend, an dem die Nachbarschaft fröhlich Weihnachtslieder singt, Kinderlachen hörbar ist und sich alle in Weihnachtsstimmung Plätzchen und Glühwein schmecken lassen.
Im Grunde passiert bei so einem Ereignis das Gleiche wie an jedem anderen Tag bei einem Todesfall, aber ....
Während sich die Welt ausgelassen weiterdreht, bleibt die Zeit an dieser Adresse auf unbestimmte Zeit stehen und die Trauer über den plötzlichen Verlust wird zu einer noch größeren Herausforderung als an anderen Tagen. Für alle Beteiligten!
Die Betroffenen: Chaos im Kopf. Wie ein Film. Alles unwirklich. Wir haben doch vor 5 min noch miteinander gesprochen. Wie geht es jetzt weiter?
Fragen der Angehörigen: Hat mein Leben noch einen Sinn? Warum (schon wieder) unsere Familie? Wie kann Gott so etwas zulassen? Und ausgerechnet heute an Heiligabend? Wie sage ich es den Kindern? Warum kann ich nicht Weinen? Es hätte doch noch soviel zu besprechen gegeben? Warum habe ich sie/ihn nicht noch einmal in den Arm genommen und gesagt, wie sehr ich sie/Ihn liebe? Kann ich zukünftig noch Weihnachten feiern oder einen Gottesdienst besuchen? Habe ich in irgendeiner Form Schuld am Tod? Er/Sie war doch nie krank, wie konnte das passieren?
Unsere Angebote: Begleitung bei der Verständigung von Angehörigen, gemeinsame Abschiednahme vom Verstorbenen vor Ort, Betroffene auf den Anruf beim Bestatter vorbereiten, auf Wunsch Beistand bei der Befragung durch die Polizei, die in so einem Fall routinemäßig Fremdverschulden prüft.
Und dann? – Sitzen und schweigen. So ungewöhnlich es sich auch anhören mag. Lange, lange Zeit sitzen und mit den Betroffenen schweigen, bis es nach und nach wieder Worte für das Geschehene gibt. Wenige Worte, unterbrochen von Tränen, Verzweiflung, Hilflosigkeit und Leere.
Unsere Kompetenz: Zuhören und Empathie, Aktivierung des sozialen Netzwerks und Strukturierung der folgenden Tage, Hinweise auf Anschlusshilfen, weitere psychosoziale Unterstützung.
Nach 4 Stunden Betreuung der Betroffenen und einer kurzen internen Nachbesprechung waren wir wieder zuhause.
𝗛𝗲𝗶𝗹𝗶𝗴𝗮𝗯𝗲𝗻𝗱 𝟐𝟎𝟐𝟓 – 𝗞𝗲𝗶𝗻𝗲 „𝗦𝘁𝗶𝗹𝗹𝗲 𝗡𝗮𝗰𝗵𝘁“ 𝗶𝗻 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝗺 𝗝𝗮𝗵𝗿 𝗳ü𝗿 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗲𝗵𝗿𝗲𝗻𝗮𝗺𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗘𝗶𝗻𝘀𝗮𝘁𝘇𝗸𝐫ä𝗳𝘁𝗲.