17/09/2020
Keine blasse Spur
Spuren verfolgen und nachgehen.
Spuren verlieren, Spuren tragen.
Spuren lesen.
Spuren hinterlassen.
Auf verschiedenen sinnlichen und funktionalen Ebenen werden persönliche Spuren und Gesten erforscht. Sind es Spuren der Bewegung, der Handlung, der Zuneigung oder der Zeit? Die Arbeiten verfolgen Ziele der Selbsterfüllung, Offenbarung, Kommunikation und Erzählung. Sie bedienen sich handwerklicher und digitaler Techniken, sowie traditioneller und zeitgenössischer Materialien. Durch die Medien der Weberei, Zeichnung, skulpturalen Arbeiten, Installation, Video, Diaprojektion und der Verwendung von Lebensmitteln und Textilien, wird ein individueller Zugang zu Kunst und Design gefunden. Narrative und poetische Themen stehen dabei politischen und gesellschaftlichen gegenüber. Möglichkeiten der Partizipation und das Aufbrechen eines klassischen Kunstkontextes eröffnen sowohl den Künstlerinnen, als auch Betrachtenden Räume neuer Erfahrung.
Wir werden unmittelbar von Spuren geprägt, verarbeiten sie räumlich, zeitlich und haptisch. Wir hinterlassen nicht nur Spuren in unserem Alltag, unseren Ateliers und Arbeitsorten oder unserem zu Hause, wir setzen sie bewusst und unbewusst, einige bedeutender als andere. Manchmal finden wir wochenlang eine ersehnte Spur nicht, dafür trifft uns ein unerwarteter Zufall. Wir werden von Spuren unserer Vergangenheit und Gegenwart verfolgt und eingeholt. Wir sind uns selbst auf der Spur.
In Zeiten sozialer Distanzierung haben sich die Künstlerinnen zusammengeschlossen, um drei Tage einen Raum zu bespielen, und ihre Arbeiten einem Publikum außerhalb des Kunsthochschul- Umfeldes zu zeigen. Durch digitale Lehre entsteht die Notwendigkeit einer analogen Präsentation der Werke, welche in der Ausstellung neu kontextualisiert werden. Es entsteht ein Ort zur Auseinandersetzung mit kulturellen Gegenwartsprozessen und -phänomenen.
Neun Freundinnen laden zur interdisziplinären Ausstellung “Keine blasse Spur“ ein.
Kuration: Nina Plaskova
Die Ausstellung wurde von der Mart Stam Gesellschaft, dem Freundeskreis der weißensee kunsthochschule berlin, gefördert.