18/05/2026
Text aus "DerWesten" von Dominik Göttker
Ein Hundeheim kommt an seine Grenzen. Seit der Verein „Save a Dog Germany“ im TV zu sehen war, steht das Handy von Leiterin Marina nicht mehr still.
„Es explodiert! Ich kann nicht mehr zählen, für wie viele Hunde wir täglich um Aufnahme gebeten werden. Ich war gezwungen, einen Aufnahmestopp zu verhängen.“ Es sind die verzweifelten Worte von Marina Jovanovic. Zusammen mit Anna-Lisa Wintzen leitet sie den Verein „Save a Dog Germany e.V.“, der im nordrhein-westfälischen Wegberg-Wildenrath ein Hundeheim betreibt. Doch das Heim und seine Leiterinnen kommen an ihre Grenzen, wie Marina uns im Gespräch klar sagt. Der Grund: Zu viele Tiere werden abgegeben.
„Ich bekomme täglich Anrufe und E-Mails aus ganz Deutschland, in denen mir Menschen mitteilen, dass sie ihre Hunde abgeben wollen oder müssen“, berichtet uns Marina. Dies sei noch mehr geworden, seit sie in der Vox-Show „Harte Hunde – Ralf Seeger greift ein“ zu sehen waren. Und auch in unserem Gespräch leuchtet immer wieder das Handy der gebürtigen Düsseldorferin auf.
„Die Leute überschätzen sich und unterschätzen die Situation. Ahnungslosigkeit ohne Ende. Der Charakter des Hundes passt nicht zum Menschen. Genau das, worauf wir so achten, wird woanders vollkommen vernachlässigt. Die Leute kaufen sich die Tiere dann einfach irgendwo“, erklärt Marina. Für viele ist unser Hundeheim irgendwann die letzte Möglichkeit.
„Hier sitzen einige Hunde“, berichtet uns Marina, „die woanders keine Chance mehr gehabt hätten.“ Manche haben bereits ernsthaft gebissen, sollten eingeschläfert werden – „Save a Dog Germany e.V.“ war für viele Tiere die letzte Rettung. Doch Hunde, die bereits auffällig wurden, sind schwer zu vermitteln. Und das Hundeheim platzt aus allen Nähten. Zwar finde sie es gut und richtig, die Tiere in fachmännische Hände zu geben, doch die Situation macht sich auch finanziell bemerkbar.
Allein die Tierarztkosten liegen im fünfstelligen Bereich, sagt uns die Düsseldorferin. Und da sind Futter, Energiekosten und Co. noch nicht drin. Finanziert wird das Ganze durch Spenden. „Wir helfen, wo wir können, sogar mehr als wir können. Aber wir kommen an unsere Grenzen. Wir können das alles auf diese Weise so nicht mehr alleine stemmen“, sagt Marina deutlich. Zwar haben sie viele tolle Helfer für die täglichen Arbeiten, jedoch fehlen feste finanzielle Unterstützer.
Aber aufgeben wollen sie nicht. Dafür lieben sie ihre Arbeit, ihre Hunde zu sehr. Doch wie kann der Problematik entgegengetreten werden? „Das Einzige, was wir machen können, ist aufklären. Appellieren und aufklären“, so Marina. Heißt: Hund und Mensch müssen zusammenpassen, die Sprache des Hundes muss gelernt und Verantwortung übernommen werden. Nur so können Zustände wie diese dauerhaft verbessert werden.
Wer unterstützen möchte kann das hier tun:
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https://www.derwesten.de/region/hunde-heim-nrw-save-a-dog-adoption-spenden-id302057922.html
Ein Hundeheim kommt an seine Grenzen. Seit der Verein „Save a Dog Germany“ im TV zu sehen war, steht das Handy von Leiterin Marina nicht mehr still.