23/12/2025
Liebe Mitglieder von Bruderschaft und Schützenjugend,
liebe Freunde und Partner der St. Hubertus-Bruderschaft,
liebe Oberbebericher,
wer mich gut kennt, wird verstehen, dass ich für die diesjährigen Weihnachts- und Neujahrsgrüße auf das Buch Kohelet aus dem Alten Testament zurückgreife: „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit…“
Mit der Zeit vergehen nun die letzten Tage des Jahres 2025. Zwölf bewegende Monate liegen hinter uns. Die weltpolitische Lage treibt uns weiterhin Sorgenfalten auf die Stirn. Deutschland ringt um den richtigen Kurs für die Zukunft, etwa bei Verteidigung, Wirtschaft oder Rente. Das Ringen um dauerhaf-ten Frieden in Europa oder die politische und auch gesellschaftliche Polarisierung in Deutschland verunsichern.
Daher ist es gut, wenn es konstante Räume gibt – ob Familie, Freundeskreis, Nachbarschaften oder Vereine. Sie bieten Rückzugsmöglichkeiten bei Unsicherheit, geben Stabilität und Geborgenheit und helfen zu entspannen.
Auch die St. Hubertus-Bruderschaft ist ein stabiler Anker, ob für die Mitglieder oder für die Menschen im Beberich. Seit jeher begehen wir über das ganze Jahr unsere großen und kleinen Feste, bieten Angebote für Jung und Alt und verpflichten uns zu sozialem Engagement, ob im Kleinen und Verborgenen oder sichtbar und im Rampenlicht.
Unser Vereinsheim an der Weiherstraße, das in diesem Jahr 20 Jahre alt geworden ist, ist ein wichtiger Treffpunkt für die Hubertus-Schützen mit ihrer großen Schützenjugend und dem Klöntreff, die Freunde der benachbarten Remigius-Bruderschaft, den Martinsverein oder für andere, teils auch private Anlässe. Unser Ehrenmal an der Bebericher Straße und die Hubertus-Kapelle in der Sitzstadt laden zum stillen Verweilen ein.
Wir schrecken auch vor Großprojekten nicht zurück. So waren die Hubertus-Schützen im vergangenen Jahr erneut Mal nach 2005 Gastgeber der Diözesanjungschützentage. Zwei Tage lang hielten sich Kinder und Jugendliche aus allen Regionen des Bistums Aachen unter dem Motto „Lott Jonn (2.0)“ in Oberbeberich auf – ein tolles Fest der persönlichen Begegnung und mit dem großen Festzug eine eindrucksvolle Demonstration, dass der Leitspruch „Für Glaube, Sitte und Heimat“ auch bei jungen Menschen ankommt.
Weiterhin hat die St. Hubertus-Bruderschaft die Anschaffung eines eigenen Festzeltes beschlossen. Der Vorstand schafft derzeit die letzten finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen, damit wir im kommenden Jahr Eigentümer eines eigenen großen Zeltes sind.
Die St. Hubertus-Bruderschaft und Oberbeberich stehen für Tradition und Fortschritt. Die Menschen im Verein und in der Sektion beherrschen den Ausgleich von Althergebrachtem und Neuem.
Alles hat seine Zeit. “So habe ich eingesehen: Es gibt kein Glück, es sei denn, der Mensch kann durch sein Tun Freude gewinnen.“ (Kohelet)
Im Jahr 1983 trug ich als kleiner Junge zum ersten Mal eine Pagen-Uniform bei den Hubertus-Schützen. 1991 übernahm ich erste Verantwortung als stellv. Jungschützen- und Schießmeister. Mit der Verabschiedung einer eigenen Satzung für die Schützenjugend im Jahr 1996 gehörte ich nicht nur dem neuen Jugendvorstand an, sondern wurde auch offiziell Mitglied des Bruderschaftsvorstandes. Es folgten Aufgaben als Jungschützenmeister (bis 2007), stellv. Vorsitzender (bis 2011) und schließlich bis heute als Präsident.
In den über drei Jahrzehnten war es mein wesentliches Ziel, das rund 300 Jahre alte Bebericher Schüt-zenwesen zu erhalten, in die Zukunft zu führen und den Staffelstab der Verantwortung einst so weiter-zugeben, dass die nächste Generation mit stabilem Fundament ein neues Kapitel in der Geschichte der Bruderschaft aufschlagen kann. Im nächsten Jahr wird es nun so weit sein: Ich kandidiere nicht erneut für den Vorsitz.
Dankbar schaue ich auf das zurück, was zahlreichen Wegbegleitern und mir gelungen ist: Feste, Ausflüge, Gruppenfahrten, Jubiläen, Bezirks- und Diözesanveranstaltungen, Konzerte, Wortgottesdienste, soziale Aktionen und Projekte sowie langfristige Investitionen am Vereinsheim, an der Kapelle oder am Ehrenmal.
Und: Neben der Gründung meiner eigenen Gruppe, den Grenadieroffizieren (1995), konnte ich – wie es Jahrzehnte langer Brauch ist – viele Schützenjugendliche bei der Gründung ihrer eigenen Bruder-schaftsgruppen begleiten: die Offiziersgarde (2000), die Artillerie (2005), die Infanterie und die Bienen (jeweils 2010) und in diesem Jahr nochmals die jungen Königsoffiziere. Dass ich allen Gruppen bis heute eng verbunden bin, ist mir eine große Freude und der schönste Lohn der jahrelangen Arbeit.
Großen Schmerz hat mir der Tod von lieben Mitgliedern bereitet. Jede einzelne Abschiedsrede am Grab verstorbener Schützenschwestern und -brüder war eine echte Herausforderung. Und ich will nicht verschweigen, dass der frühe Tod von Christoph Geburtzky (42) und Janet Siemons-Gormanns (36) mich bis heute bewegt, so wie es auf Christophs Grabstein steht: „Dem Auge so fern, dem Herzen ewig nah“.
Was trägt in den Zeiten von Höhen und noch viel mehr in denen von Tiefen? Das feste Band der wun-derbaren Schützenfamilie und der „gute Draht“ zu den Beberichern! Ich habe mich immer getragen und auch behütet gefühlt, sonst hätte ich im vergangenen September nicht noch einmal den Königs-vogel von der Stange geholt, um meine Präsidentschaft im nächsten Jahr mit der Königswürde zu be-schließen.
Allen Verantwortlichen, die unsere stolze St. Hubertus-Bruderschaft weiterführen, wünsche ich von Herzen alles Gute und viel Erfolg. Ich werde mich für die gemeinsame Sache weiter engagieren – mit gleicher Leidenschaft, dann aber zumindest im Beberich gerne auch einmal ohne leitende Funktion.
Mit einem ganz persönlichen Dank für eine mein Leben prägende, tolle Zeit, ganz viel Zuversicht und einer Portion Vorfreude auf das, was kommt, wünsche ich
ein friedgebendes Weihnachtsfest,
Gesundheit, Glück und Gottes Segen
für ein gutes Jahr 2026!
Ihr/Euer
Hans-Willi Pergens