23/07/2014
Fischerfest: Vom Geheimtipp zum Dauerbrenner
Trotz großer Hitze viele Gäste beim Bezirksfischereiverein – Schattenplätze sehr begehrt – Viele kamen am Samstagabend
Viechtach: Früher galt das Fischerfest des Bezirksfischereivereins unter Gourmets und Fischliebhabern als Geheimtipp, aber das ist es schon lange nicht mehr. Längst hat es sich im weiten Umkreis bei Einheimischen und Feriengästen herumgesprochen, dass die Teichanlage bei Egermühle an zwei Tagen im Jahr ein wahres Eldorado für alle ist, die gerne Fisch essen.
So wanderten am Wochenende wieder zahlreiche Viechtacher am späten Samstagnachmittag zu Fuß zur etwa eine dreiviertel Stunde entfernten Anlage, aber auch die Parkplätze waren voll belegt. Wegen der auch für Sonntag tagsüber angekündigten hohen Temperaturen hatten sich viele Besucher für den Samstagabend entschieden. Bei einigen hatten wohl auch die Kinder ein gewichtiges Wort mitgeredet, da sie beim kostenlosen Würstlgrillen am Lagerfeuer, das unter Aufsicht stattfand, dabei sein wollten. Daneben war bei den Kindern natürlich das kostenlose Bootsfahren auf dem größeren Teich sehr beliebt.
Am Sonntagmittag ließen sich viele ihren Fisch einpacken und aßen ihn – wohl wegen der großen Hitze – lieber zu Hause. Wie in den vergangenen Jahren haben die Fischer ihr ganzes Können aufgeboten, um die kulinarischen Wünsche ihrer Gäste zu befriedigen. Der größte Andrang herrschte wie immer an der Fischbraterei. Hier gab es Forellen gebacken oder geräuchert, Zander gebacken am Stück oder als Filets, und die immer beliebten Fischwürste, die, wie bereits berichtet, aus den beim Hegefischen gefangenen Fischen hergestellt wurden.
Sehr beliebt waren auch die Steckerlfische und die Brote mit gebeizter Lachsforelle. Natürlich kamen die meisten Besucher wegen der guten Fischspezialitäten, aber es gab auch Grillsteaks und -würstchen. Und Käse, sagt man, schließt den Magen. Zum Kaffee waren diverse Backwaren, die von den Mitgliedern bzw. deren Ehefrauen hergestellt waren, im Angebot.
Am Sonntagmittag erwies es sich als vorteilhaft, dass dieses Jahr auch eine lange Reihe von Tischen und Bänken auf dem Weiherdamm im Schatten der Bäume aufgestellt wurde. Während die Tische und Bänke auf dem Hauptplatz trotz vieler aufgestellter Sonnenschirme während der heißen Mittags- und Nachmittagsstunden nur lückenhaft belegt waren, musste man Glück haben, um auf dem schattigen Weiherdamm noch einen Sitzplatz zu ergattern. Auch das Bierzelt bot durch die geöffneten Seitenwände noch angenehme Temperaturen, und die dezente Musik, vorgetragen am ersten Tag durch Alleinunterhalter Erwin und am zweiten durch Vereinsmitglied Alfred Altmann, hätte bestimmt auch dem Bürgermeister gefallen.
Ein so großes Fest erfordert auch von einem eingespielten Team einen enormen Zeit- und Arbeitsaufwand sowohl für Vorbereitung und Durchführung als auch für Nach- und Aufräumarbeiten. Stellvertretend für die zahlreichen mithelfenden Vereinsmitglieder sei hier nur der Zweite Vereinsvorsitzende Wolfgang Ebner und Organisatorin Michaela Kilger genannt. Die beiden waren unermüdlich tätig und hatten für jedes auftauchende Problem eine Lösung parat. Aber ohne die engagierte Mannschaft wäre ein solches Großereignis für sie nicht durchführbar. So hoffen die Gäste, dass das Team noch lange in dieser Form zusammenbleibt, denn das Fischerfest ist für Viechtach und die ganze Umgebung eine Bereicherung. − bl
Der Hochzeiter:
Für Aufsehen sorgte am Samstagnachmittag ein junger Mann, der in einer Art Faschingskostüm mit Fleckvieh-Design zum Fischerfest kam, dazu ein umgehängtes Gießkännchen, ein Feuerwehrhelm und eine Eisenkette mit einer schweren Kugel an den Beinen. Eine Nachfrage ergab, dass im Heimatdorf des jungen Mannes zwei Tage lang Junggesellenabschied gefeiert wird, und während dieser zwei Tage muss der angehende Hochzeiter allen Anweisungen seiner Kumpane Folge leisten. Eine weitere Auflage seiner Freunde war, sich singend über den Teich rudern zu lassen. Natürlich musste er dazu, wie alle anderen, eine Rettungsweste anlegen. Interessant wäre in diesem Zusammenhang, zu erfahren, wie hoch angesichts derartig hoher Hürden der Anteil der Verheirateten im Heimatdorf des Delinquenten ist.
© 2014 Passauer Neue Presse pnp.de -bl / Fotos und Bilder: Blüml
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