19/10/2022
Es gibt Anlass zur Sorge um die iranische Klettermeisterin Elnas Rekabi, die ohne Hidschab im Finale der Asienmeisterschaft in Seoul angetreten war. Möglich ist, dass sie gegen ihren Willen in den Iran zurückkehren musste.
Die BBC meldet auf ihrem persischsprachigen Kanal, dass sie seit Sonntag Abend von Freund*innen nicht mehr kontaktiert werden konnte. Das vom iranischen Team bewohnte Hotel sagte der BBC, dass das Team schon am Montagmorgen abgereist sei, statt wie geplant am Mittwoch. Außerdem sei Elnas Rekabi der Pass und Handy abgenommen worden, so die BBC.
Elnas Rekabi hatte im Finale der Asienmeisterschaft das für iranische Sportlerinnen obligatorische Kopftuch abgenommen und schloss sich damit der immer größer und lauter werdenden Protestbewegung im eigenen Land an. Iranische Medien reagierten mit Empörung auf den Vorfall. „Bleibt abzuwarten, wie das Sportministerium auf diese Aktion reagieren wird“, schrieb die regierungsnahe Zeitung Hamshahri am Montag.
In den sozialen Medien jedoch wurde die Sportlerin von den Iranern gefeiert. „Wir sind stolz auf dich“, hieß es in einer der zahlreichen Reaktionen auf Twitter. Rekabi belegte am Ende den vierten Platz. Seit der Islamischen Revolution von 1979 müssen die iranischen Frauen in der Öffentlichkeit ein Kopftuch und lange Jacken tragen, um so Haare und Körperkonturen zu verbergen. Dieses Gesetz gilt auch für alle Sportlerinnen des islamischen Landes, insbesondere bei Wettbewerben im Ausland.
Quellen: dpa, BBC Persian