12/06/2026
Nicht jeder Hund oder Katze möchte gerettet werden 🙏🏽
Liebe Sizilien Urlauber,
diesen Beitrag widmen wir allen Menschen, die mit offenen Augen durch die Welt gehen und nicht weg sehen.
Jeden Sommer erreichen uns Telefonate, Nachrichten und Emails von Urlaubern:
Sie melden „den Hund, der vor dem Supermarkt liegt“ , „die Katze mit ihren Kitten neben den Mülleimern“, „junge Katzen ohne Mutter auf dem Campingplatz“, „könnt ihr kommen ich reise morgen ab“..
und und und.
Die Tierschützer vor Ort können nicht die ganze Welt retten.
Und eigentlich es ist auch nicht ihre Aufgabe, in jedem Fall einzugreifen.
Zunächst solltet ihr wissen, dass nach italienischem Recht die veterinärmedizinischen Dienste der ASL sowie die Gemeinden – die für die auf ihrem Gebiet lebenden Streunertiere verantwortlich sind – verpflichtet sind, einzugreifen und herrenlose Tiere in Not in Sicherheit zu bringen.
Straßenhunde- und Katzen sind Eigentum der jeweiligen Kommune.
Privatpersonen – und dazu gehören auch die freiwilligen Tierschützer –, sofern sie nicht im Auftrag der Gemeinden ein Tierheim betreiben, dürfen Tiere rechtlich gesehen nicht einfach von der Straße mitnehmen. Dass sie es dennoch oft tun, wenn die zuständigen Behörden nicht handeln, ist eine andere Sache.
Manchmal ist es besser und im
Sinne des Tieres einen gesunden Hund/Katze nicht von der Straße zu holen und aus seiner gewohnten Umgebung zu reißen, damit es in ein Canile (Tierheim) kommt. Und wer die südländischen Tierheime gesehen hat, versteht das sofort.
Die Canile sind mit deutschen Tierheimen nicht zu vergleichen.
Wenn ihr ein verletztes oder krankes Tier seht, informiert die Stadtpolizei (Vigili) oder die zuständigen Behörden (Asl/ASP/ Veterinäramt). Wenn das Tier jedoch gesund ist, lasst es dort, wo es ist. Gebt ihm Futter und Wasser, wenn ihr seht, dass es diese Hilfe braucht.
Viele Urlauber sind es nicht gewohnt, freilebende Haustiere zu sehen. Im Süden gehört das jedoch zur Realität.
Manche dieser Tiere sind gechippt, auf die Gemeinde registriert, kastriert und als sogenannte „Quartiershunde“ wieder in ihr vertrautes Umfeld zurückgebracht worden, wo sie von Anwohnern versorgt werden.
Einige von ihnen haben ihre festen Bezugspunkte und führen ein ruhiges und gutes Leben.
Denkt daran: Wenn die Stadtpolizei bei einem angefahrenen, verletzten, schwer kranken oder zu jungem Tier nicht eingreift, könnt ihr darauf hinweisen, dass euch die gesetzlichen Bestimmungen bekannt sind und dass ein solches Verhalten eine unterlassene Hilfeleistung darstellt.
Bitte niemals locker lassen und wenn möglich alles schriftlich machen.
Und wenn euch stattdessen ein freiwilliger Tierschützer antwortet und bereit ist, die Verantwortung für das Tier zu übernehmen, denkt bitte daran, dass ihr ihm damit eine zusätzliche Verpflichtung und weitere Kosten aufbürdet. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass er diese besser tragen kann als ihr selbst.
Kauft Futter, bietet an, die Tierarztkosten mitzutragen, helft dabei, für den Hund oder die Katze ein Zuhause zu finden, die ihr ihm anvertraut habt – oder adoptiert das Tier vielleicht sogar selbst.
Tiere in Not bei Menschen einfach so abzuladen, die ohnehin schon mit Notfällen überfordert sind, bedeutet nicht, wirklich zu helfen.
Wir hoffen, dass euch unsere Zeilen dabei helfen im Notfall richtig zu handeln.
Danke fürs lesen, für euer Verständnis und Engagement in Sizilien ❤️
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