31/05/2026
Rendezvous am Abendhimmel:
Zwei Planeten kommen sich immer näher
In den kommenden Tagen kann der aufmerksame Naturliebhaber beobachten, wie sich zwei Planeten immer näherkommen und dann wieder voneinander entfernen. Eine beeindruckende Möglichkeit, Himmelsmechanik und damit die Bewegungen von Planeten am Sternenhimmel hautnah mit zu erleben. Gutes Wetter vorausgesetzt, ist diese beeindruckende Planetenkonjunktion auch in der Trierer Region gut zu beobachten.
Vielleicht sind ihnen nach Einbruch der Dämmerung auch schon zwei besonders hell leuchtende Gestirne über dem Westhorizont aufgefallen? Es handelt sich hierbei um zwei Wandelsterne, die jetzt im Juni besonders gut zu beobachten sind.
Jupiter der Gasriese
Jupiter ist der größte und massereichste Planet in unserem Sonnensystem. Als fünfter Planet von der Sonne aus gesehen ist dieser gewaltige Gasriese so groß, dass die Erde rund 1300-mal in ihn hineinpassen würde. Er besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium und besitzt keine feste Oberfläche.
Venus der Abendstern
Die Venus ist der zweite Planet in unserem Sonnensystem und unser nächster Nachbar. Wegen ihrer Größe von 12.100 km und ihrer festen Oberfläche wird sie oft als „erdähnlich“ bezeichnet, ist durch eine extrem dichte Atmosphäre jedoch eine lebensfeindliche, kochend heiße Hölle.
Beide Planeten zeigen sich seit dem Frühjahr 2026 zusammen am Abendhimmel. Von Abend zu Abend kann man jetzt beobachten, wie sich beide Himmelskörper näherkommen.
Beobachtungstipps:
In den ersten Junitagen stehen beide Planeten bereits als markantes Doppelgestirn in der Abenddämmerung am Westhimmel. Rund um den 9. Juni erreicht das Schauspiel seinen Höhepunkt, wenn Venus den Jupiter überholt. Dann stehen beide Wandelsterne gerade einmal ein Fingerbreit voneinander entfernt!
Diese Planetenkonjunktion ist vor allem ein Genuss für das bloße Auge. Um das Himmelsschauspiel zu erleben, ist kein Teleskop oder Fernglas notwendig, da Venus und Jupiter bereits in der Abenddämmerung hell am Himmel leuchten. Suchen sie sich aber einen Beobachtungsplatz mit freier Sicht nach Westen (in Trier z.B. die Korlinger Höhe oder der Aussichtspunkt Petrisberg), da die Planeten schon relativ tief über dem Horizont stehen, wenn die Dämmerung einsetzt.
Tipps für Fotografen
Eine Konjunktion von Venus und Jupiter ist ein tolles Fotomotiv. Mit den richtigen Kameraeinstellungen und etwas Planung fangen Sie das Himmelsspektakel perfekt ein.
Nutzen sie ihre vorhandene Kamera. Egal ob Spiegelreflex oder spiegellose Kamera.
Nutzen sie am besten ein Weitwinkelobjektiv (24 mm – 50 mm) für Landschaftsaufnahmen. Möchte man die Planeten im Detail fotografieren, kann man auch zu Objektiven mit 70-200 mm Brennweite greifen. Ein Stativ ist zwingend erforderlich, um Verwacklungen zu vermeiden. Zudem hilft ein Fernauslöser Erschütterungen beim Drücken des Auslösers zu verhindern (alternativ: der Selbstauslöser der Kamera). Planetenkonjunktionen wirken am spektakulärsten, wenn Sie markante Vordergründe in das Bild integrieren (z. B. Bäume, Kirchtürme, Berge oder historische Gebäude). Die Trierer Region hat hier einiges zu bieten! Zudem wirken Planetenfotos am schönsten im Farbenspiel der Dämmerung, da der Himmel dann noch eine tiefe, blaue Farbe hat und der Kontrast zu den hellen Lichtpunkten ideal ist. Belichtungszeiten je nach Dämmerungsverlauf zwischen 5 bis 10 Sekunden bei ISO 800 und offener Objektivblende haben sich bewährt.
Wie geht es mit den zwei Planeten weitert? Jupiter beendet seine Sichtbarkeit und pirscht sich immer näher an die Sonne heran. Damit verschwindet der Gasriese Ende Juni von der Himmelsbühne. Venus hingegen leuchtet noch bis September als strahlender Abendstern über dem Westhorizont und begleitet uns an lauen Sommerabenden.
Viel Spaß bei der Beobachtung!
Die Aufnahmen stammen von unserem Vereinsmitglied Michel Luy und zeigen die Planeten am Abend des 28. Mai 2026 über der Stdt Trier. Standort ist der Markusberg mit Blickrichtung Westen.