14/09/2026
Ein unscheinbarer Stein mit einer erstaunlichen Geschichte
Manchmal entdeckt man die spannendsten Geschichten genau dort, wo man sie nicht erwartet.
Bei einer ganz normalen Gassirunde mit Loki sind wir am Seedamm bei Westerhausen auf einen besonderen Stein aufmerksam geworden: den Hungerstein am Seedamm.
Der Stein wurde um 1931 errichtet, als das Grabensystem im Helsunger Bruch zur Entwässerung grundlegend erneuert wurde. Damals leisteten Arbeitslose im kommunalen Arbeitsdienst die schwere Arbeit von Hand. Der Stein sollte an diese gemeinschaftliche Arbeit erinnern.
Besonders interessant: Die ineinandergreifenden Hände auf dem Stein wurden später zum Symbol der SED. Der Stein selbst ist aber deutlich älter als die SED, 1931 gab es sie noch gar nicht. Ursprünglich standen die Hände vielmehr für genossenschaftliche Solidarität und gemeinsames Anpacken.
Seine Geschichte hätte beinahe ein anderes Ende genommen: Der Stein wurde beschädigt, verschwand unter Altholz und Aushub und geriet in Vergessenheit. Erst später wurde er wiederentdeckt, geborgen, gereinigt und vom Heimatverein Westerhausen schließlich an seinem heutigen Platz am Seedamm aufgestellt.
Und genau solche kleinen Zeitzeugen lieben wir bei HarzZeitReise.
Man fährt, wandert oder spaziert vorbei und wenn man genauer hinschaut, steckt plötzlich fast ein Jahrhundert Geschichte in einem unscheinbaren Stein.
Danke an Loki für diese besondere Entdeckung auf seiner Gassirunde und an den Heimatverein Westerhausen für die Informationen auf deren Webseite.
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