So oder so ähnlich sehen meist die Antworten aus, wenn man Landjugendliche nach dem Grund für ihre Mitgliedschaft in der Katholischen Landjugendbewegung fragt. Mit der Zeit hat sich auch in der KLJB viel getan. Nicht nur die Herkunft der Mitglieder, die mittlerweile oft innerhalb der Stadtmauern aufgewachsen sind, hat sich geändert, auch Grundsätze und Probleme haben sich verschoben. Als die Telgt
er Gruppe im Frühjahr 1948 gegründet wurde, standen Erziehungs- und Bildungsfragen im Mittelpunkt. Auch religiöse Themen nahmen einen breiten Raum ein. Wenn man sich heute den Veranstaltungskalender der Landjugenden, nicht nur in Telgte, anschaut, dann fällt auf, dass auf Ortsebene mittlerweile andere Aktionen angesagt sind. Diskussionsrunden über aktuelle Probleme in Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft werden auf Bezirksebene angeboten und finden dort ihr Publikum. Ob Rhetorikseminare oder Tanzkurse, das Programm bietet alles, was sich einmal als nützlich erweisen könnte. Mit dem Gang der Zeit ändern sich auch die Menschen. Den Jugendlichen aus den Gründungsjahren der Landjugend, die sich mittlerweile allesamt im Rentenalter befinden, brannten die Auswirkungen des zweiten Weltkrieges noch unter den Nägeln, schließlich wurden sie tagtäglich mit den Folgen konfrontiert. So ist es nicht verwunderlich, dass Diskussionsrunden und Bildungsveranstaltungen einen großen Raum einnahmen. Auch Einkehrtage auf der Jugendburg Gemen gehörten oft zum Programm. Zählte der Verein in den Anfangsjahren etwa 30 Mitglieder, so überschreiten die Mitgliederzahlen der Telgter Landjugend mittlerweile die 100er Grenze. Zum einen waren in den ersten Jahren die Mitglieder der Landjugend ausschließlich männlich und zum anderen wurde zunächst nur der bäuerliche Nachwuchs angesprochen. Innerhalb der Stadtmauern gab es Kolpingjugend, KJG und Pfadfinder. Heute wie früher werden gemeinsame Feiern groß geschrieben. Während die alljährlichen Parties, die immer wieder einen großen Organisationsaufwand erfordern, zur finanziellen Absicherung der Landjugend dienen, ist das Erntedankfest ein Fest aller Generationen. Auch nach mehr als 60 Jahren gehört das Erntedankfest zu den Höhepunkten des Landjugendjahres. Neben dem traditionellen Tanz unter der Erntekrone gehören auch die Vorbereitung des Erntedankgottesdienstes und der Dankandacht zu den Aufgaben der Landjugend. Nachdem die Tradition des Theaterspielens einige Jahre lang in Vergessenheit geraten war, betraten die Jugendlichen 1977 zum ersten Mal wieder die Bühne. In dieser Zeit waren die Mitglieder der KLJB Telgte auch immer wieder unterwegs. Ob Mosel oder Rhein, verschiedene Regionen Deutschlands wurden von den Landjugendlichen unsicher gemacht. Nicht nur auf Reisen oder den Brettern, die die Welt bedeuten, sind die Jugendlichen zu beobachten. Gelegentlich sind sie auch in diversen Sporthallen anzutreffen, wo Sieger und Platzierte im Fußball oder Volleyball ermittelt werden. An jedem Sonntagabend besteht für die sportlich interessierten Landjugendlichen die Möglichkeit, in der Turnhalle an der Don-Bosco-Schule ihre Muskeln zu stählen. Auch mit der Kegelkugel in der Hand sind schon einige Jugendliche gesichtet worden, schließlich kann man auch auf der Kegelbahn Meisterehren erringen. Neben diesen schweißtreibenden kreisweiten Aktionen werden auch bei zahlreichen anderen gemeinsamen Aktivitäten die Kontakte zu den Landjugendkollegen aus den Nachbarorten gepflegt. Ob Quizabend, Autorallye, Schützenfest oder Spiele ohne Grenzen, immer wieder besteht die Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen und sich im freundschaftlichen Wettkampf zu messen. Nach wie vor ist sicherlich die Kombination aus Freizeitgestaltung und der Möglichkeit sich zu engagieren einer der Reize der Landjugend.