28/07/2026
Erneut steht Deutschland eine Hitzewelle mit Temperaturen weit über 30 Grad bevor, in Frankreich und Spanien wüten verheerende Waldbrände: Die unmittelbaren Folgen der Klimakrise sind in Europa schon jetzt deutlich zu spüren.
Nicht nur die menschliche Gesundheit, sondern auch unsere Infrastruktur stößt zunehmend an ihre Belastungsgrenzen. Parks, Bäume und Grünflächen bleiben hingegen deutlich kühler. Wärmebilder aus Berlin zeigen, dass die Temperaturunterschiede zwischen versiegelten und begrünten Flächen bis zu 20 Grad betragen können.
Der NABU sieht drei zentrale Stellschrauben für hitzeresiliente Städte:
Erstens: Mehr Grün statt mehr Beton. Grünflächen müssen erhalten und versiegelte Flächen konsequent entsiegelt werden. Parks, Bäume und begrünte Freiräume speichern Wasser, geben Feuchtigkeit an die Luft ab und senken so die Temperaturen in aufgeheizten Städten. Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (WVO) bietet hierfür eine wichtige Chance.
Zweitens: Kühle Luft muss freie Bahn haben. Kaltluftschneisen und unbebaute Freiflächen dürfen nicht weiter verbaut werden. Sie sorgen insbesondere nachts dafür, dass kühlere Luft aus dem Umland in dicht bebaute Stadtquartiere strömen kann und tragen damit entscheidend zur Entlastung während Hitzeperioden bei.
Drittens: Innenentwicklung statt Flächenverbrauch. Deutschland muss seine Siedlungsentwicklung flächensparender gestalten. Noch immer werden laut Statistischem Bundesamt täglich rund 50 Hektar unbebaute Fläche für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch genommen – obwohl gleichzeitig mehr als zwei Millionen Wohnungen leer stehen.