25/06/2026
Beim im Jahr 2010 evakuierte Annika Schröder unter Beschuss der gefallene Kameraden, rettete Verwundeten das Leben. Dafür wurde ihr die Einsatzmedaille Gefecht der und das Ehrenkreuz in Gold mit rotem Rand, einer Auszeichnung für außergewöhnliche Tapferkeit unter Lebensgefahr verliehen.
👉 Doch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland holten sie die Ereignisse ein, sie entwickelte eine . Über Jahre kämpfte sie um die Anerkennung ihrer . Heute lebt sie mit vielen Tieren auf einem kleinen Selbstversorgerhof in Sachsen – und gibt mit ihrer „ “ anderen betroffenen Kameraden halt.
👉 Aber von vorne: Schon als Kind verbringt Annika Schröder jede freie Minute draußen, spielt begeistert Fußball, als Jugendliche braust sie mit dem Motorrad durch die Gegend. Nach dem Abitur bewirbt sie sich bei der Bundeswehr, weil sie sich viel draußen bewegen will und sich keinen typischen Bürojob vorstellen kann. Sie startet als Mannschaftssoldatin bei der – und macht mit 19 Jahren den Führerschein für den Kampfpanzer 2. „Ich war wahrscheinlich die erste und jüngste Frau, die jemals einen Leopard gefahren ist“, sagt sie.
👉 Nach ihrem Abstecher bei der Panzertruppe kommt Annika Schröder zu den , als eine von sehr wenigen Frauen. Als soll sie die Soldaten ins Gefecht begleiten. Sie besteht den herausfordernden Fallschirmspringerlehrgang und wechselt danach in die Feldwebellaufbahn.
👉 Im März 2010 kommt sie mit den Seedorfer Fallschirmjägern in Kundus an. Sie soll als Kommandantin eines beweglichen Arzttrupps die Kampftruppen auf Patrouille begleiten. Dann kommt der 2. April 2010. Als Teil einer schnellen Eingreiftruppe fährt sie los als im Feldlager bekannt wird, dass im Dorf Isa Khel eine Truppe von Fallschirmjägern aus Seedorf in einen Hinterhalt der Taliban geraten sind. Vor Ort zieht sie unter höchster körperlicher Anstrengung Verwundete und Gefallene aus der Gefechtszone. Zwei Kameraden, Hauptfeldwebel Nils Bruns und Hauptgefreiter Martin Augustyniak kann sie nur noch tot bergen. Mindestens zwei Verwundete rettet sie.
👉 Nach ihrer Rückkehr aus Afghanistan macht sie zunächst da weiter, wo sie aufgehört hat. Aber bald merkt sie, dass es etwas nicht stimmt. Schlaflose Nächte häufen sich, sie fühlt sich ausgebrannt und ist leicht reizbar. Im Bundeswehrkrankenhaus, wo sie nach einem Zusammenbruch eingeliefert wird, erhält sie die Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung. Trotzdem stürzt sie sich in den nächsten Jahren in die Arbeit, ohne Rücksicht auf sich und ihren Körper. Im Gefechtsübungszentrum des Heeres in Gardelegen bildet sie Führungskräfte der Bundeswehr aus, schult die Rettungskette.
👉 Um endlich irgendwo anzukommen und etwas zu finden, das ihr Halt gibt, kauft sie im Jahr 2017 einen kleinen Selbstversorgerhof nahe Delitzsch – mittlerweile ist sie in der Nähe stationiert. Gemeinsam mit einem Nachbarn renoviert sie den Hof aus den 1950er Jahren. Mittlerweile leben dort mit ihr Hühner, Gänse, ungarische Wollschweine.
👉 Phasen unermüdlicher Aktivität wechseln sich ab mit Zeiten tiefer Erschöpfung. Hinzu kommt ihr zermürbender Kampf mit der Bundeswehrbürokratie. Schon vor Jahren hat sie einen Antrag auf gestellt. Doch es werden immer neue Begutachtungen gefordert, die Verfahren ziehen sich hin. Im Jahr 2022 wird ihre Wehrdienstbeschädigung erneut abgelehnt. Dazu kommt: Die Bundeswehr hat sie für dienstunfähig erklärt und will sie Anfang 2025 entlassen. Für Schröder ist das ein Schlag ins Gesicht. Nach ihrer Entlassung müsste sie von 1.800 Euro leben, davon könnte sie ihren Hof nicht halten und die Tiere nicht versorgen – ohne die sie nicht mehr leben kann, die ihr Halt geben.
👉 Schröder wird aktiv, weist in Social Media und anderen Medien auf diese Ungerechtigkeit hin. Und bekommt schließlich recht. Im Jahr 2025 erkennt die Bundeswehr ihre Wehrdienstbeschädigung an.
👉 Schon einige Jahre vorher ist ihr Wunsch gewachsen, anderen Veteranen, die an PTBS leiden, zu helfen. Im Jahr 2023 gründet sie eine Veteranenherberge mit dem Namen „Annis kleine Farm“. Dort können Veteranen für einige Zeit leben und arbeiten, Halt in einem festen Tagesablauf finden – und sich mit Gleichgesinnten austauschen. Inzwischen engagiert sie sich zudem im Bundeswehrverband und in der örtlichen Reservistenkameradschaft. Getreu ihrem Motto: Führen durch Vorbild, führen von vorn! Denn sie ist und bleibt im Herzen Soldatin.
Annikas ganze Geschichte – und 16 weitere Porträts – findet ihr im Buch „Kameradschaft und Kampfgeist. Frauen in der Bundeswehr" von loyal-Redakteurin Julia Egleder, im Februar im Mittler-Verlag () erschienen.