31/05/2026
Ein Bericht aus Hessen https://www.facebook.com/hessenfischer/posts/pfbid032MrqnhQkWhKMem1iUt19xSNFUJ8uRqoiZD4JSuvBrcynFoboNxuY2vRF8G6Q4MFGl hat mich dazu gebracht, über die Wiederansiedlungsmaßnahmen von Fischarten nachzudenken.
Seit rund 20 Jahren werden Maifische und Atlantische Lachse als Jungfische im Rhein ausgesetzt. Ziel ist es, diese Arten wieder dauerhaft im Flusssystem zu etablieren. Die Hoffnung dahinter: Durch Besatzmaßnahmen sollen Arten zurückkehren, die durch die massive Veränderung unserer Gewässerlandschaft nahezu verschwunden sind.
Nun, nach mehr als zwei Jahrzehnten, kehren wieder einzelne Lachse und Maifische in den Rhein zurück. Das wird vielerorts als Erfolg der Besatzprogramme gefeiert.
Dabei sollte man nicht vergessen: Ganz verschwunden waren diese Arten nie. Über die Jahre wurden immer wieder einzelne Tiere nachgewiesen. Sie zeigten, dass die Arten noch vorhanden waren und dass eine natürliche Rückkehr grundsätzlich möglich ist.
Wäre der Besatz tatsächlich der entscheidende Faktor gewesen, hätte man schon wenige Jahre nach Beginn der Maßnahmen deutlich größere Rückkehrzahlen erwarten können. Stattdessen dauerte es über 20 Jahre, bis überhaupt wieder eine nennenswerte Entwicklung sichtbar wurde.
Vieles spricht daher dafür, dass sich die Lebensbedingungen im Rhein inzwischen verbessert haben und die Arten deshalb wieder verstärkt zurückkehren. Noch ist der Zustand nicht optimal, aber offenbar ausreichend, damit Lachs und Maifisch den Rhein wieder als Lebensraum akzeptieren.
Trotzdem stellen sich Vertreter aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gerne vor die Kameras und schreiben den Erfolg den Besatzmaßnahmen zu.
Ich sehe das anders: Die Natur regelt vieles selbst, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Es gibt zahlreiche Beispiele dafür. Biber, Wolf, Fischotter und Kormoran sind vielerorts ohne Besatz oder Aussetzungsprogramme zurückgekehrt. Schwarzmeergrundeln und der Höckerflohkrebs haben sich über den Main-Donau-Kanal ausgebreitet, weil die Bedingungen passten. Selbst Thunfische treten heute wieder verstärkt vor Norwegen auf – ganz ohne Besatzmaßnahmen.
Arten breiten sich aus, wandern ein oder kehren zurück, wenn geeignete Lebensräume vorhanden sind.
Deshalb sollte der Schwerpunkt nicht auf immer neuen Besatzprogrammen liegen, sondern auf dem Schutz und der Verbesserung unserer Gewässer. Wenn die Bedingungen stimmen, kommt vieles von selbst zurück.
Dann braucht es weder millionenschwere Besatzmaßnahmen noch Politiker, die sich für Entwicklungen feiern, die letztlich vor allem das Ergebnis verbesserter Umweltbedingungen sind.