23/08/2026
🇩🇰 Heute mal keine Bunker – heute geht’s hinter Gitter! 🔒
Keine meterdicken Betonwände gegen Bomben, sondern hohe Mauern, Gitter, schwere Türen und Schlösser gegen diejenigen, die hier nicht mehr hinaus sollten.
Unser heutiges Ziel in Dänemark: das ehemalige Staatsgefängnis von Horsens – FÆNGSLET.
Und dieser Ort hat Geschichte.
1853 nahm das Gefängnis seinen Betrieb auf. Ganze 153 Jahre lang wurden hier Menschen eingesperrt – erst unter Bedingungen, die aus heutiger Sicht kaum vorstellbar sind, später in einem zunehmend modernen Strafvollzug. Erst 2006 verließ der letzte Gefangene das Gefängnis.
Besonders eindrücklich sind die alten Zellen. In der Anfangszeit verbrachten Gefangene ihre Nächte teilweise in gerade einmal 3,2 Quadratmeter großen Zellen – dunkel, ohne Heizung, ohne Fenster und ohne Toilette. Eine Pritsche mit Strohsack und ein Nachttopf mussten reichen.
Und die Mauern haben noch deutlich düsterere Geschichten erlebt.
Am 8. November 1892 wurde hier der Gefangene Jens Nielsen enthauptet. Er war der letzte Mensch in Dänemark, der durch Enthauptung hingerichtet wurde – und zugleich der letzte Däne, der wegen einer in Friedenszeiten begangenen Straftat hingerichtet wurde.
Aber Gefängnisse erzählen natürlich auch Geschichten von Menschen, die nur einen Gedanken hatten:
Raus hier.
Und damit kommen wir zu einer der unglaublichsten Geschichten dieses Ortes.
👉 Carl August Lorentzen.
Fast elf Monate grub er heimlich unter dem Gefängnishof hindurch. Ohne vernünftiges Werkzeug, unter ständiger Gefahr entdeckt zu werden. Am Ende war sein Tunnel 18 Meter lang.
Am 23. Dezember 1949 war es soweit.
Lorentzen kroch durch seinen selbst gegrabenen Tunnel – und war draußen.
Zurück ließ er am Tunneleingang lediglich einen Zettel:
„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“
Mehr Hollywood geht eigentlich nicht.
Nur dass diese Geschichte tatsächlich passiert ist.
Heute kann man durch die historischen Zellentrakte laufen, originale Zellen sehen, die Atmosphäre der alten Gänge erleben und sogar Lorentzens Fluchttunnel nachvollziehen.
Was mich an solchen Orten immer wieder fasziniert:
Man sieht nicht einfach nur alte Mauern.
Man steht an einem Ort, an dem über Generationen hinweg Menschen gelebt, gearbeitet, gelitten, gehofft – und von Freiheit geträumt haben.
Ein wirklich beeindruckender Besuch.
Und weil bekanntlich Bilder manchmal mehr erzählen als tausend Worte:
📸 Hier ein paar Eindrücke aus FÆNGSLET in Horsens.
Heute also ausnahmsweise:
Bunker aus. Gefängnistür zu. 🔐😉