16/07/2026
Liebe Mitstreiter,
Anerkennung für unsere Arbeit ist wichtig – und sie tut gut. Doch im Moment stehen wir vor Aufgaben, die für die Zukunft unserer Gemeinschaft noch entscheidender sind.
Wir müssen jetzt mit Nachdruck das Gespräch mit der Politik suchen. Dabei stehen derzeit drei Themen besonders im Vordergrund:
1. Der Bericht der Rentenkommission: Darin findet sich kein einziges Mal ein Hinweis auf Spätaussiedler, Russlanddeutsche, das Fremdrentengesetz oder die besonderen rentenrechtlichen Herausforderungen unserer Volksgruppe. Eine Bevölkerungsgruppe von mehreren Millionen Menschen darf in einer solchen Kommission nicht einfach übergangen werden.
2. Der drastische Rückgang der Aufnahmezahlen: In diesem Jahr wurden bislang nur rund 900 Aufnahmeanträge für Deutschland gestellt. Warum ist das so? Welche Ursachen liegen diesem historischen Tiefstand zugrunde? Und – welche politischen Konsequenzen werden daraus gezogen?
3. Die Zukunft der landsmannschaftlichen Arbeit: Warum ist die Finanzierung der landsmannschaftlichen Arbeit auf Bundesebene weggefallen? Wer Integration, Identität, Kulturpflege und die demokratische Teilhabe der Deutschen aus Russland stärken will, darf die Organisationen, die diese Arbeit seit Jahrzehnten leisten, nicht finanziell austrocknen.
4. Und schließlich: Wieso haben die politischen Strukturen der Russlanddeutschen Interessenvertretung in keinem der Punkte Ergebnisse erzielen können? Warum versagen sie?
Es muss uns allen bewusst sein: Das Interesse der Russlanddeutschen an der Politik ist unmittelbar davon abhängig, wie ernst die Politik die Anliegen der Russlanddeutschen nimmt. Wer erwartet, dass sich Menschen politisch engagieren, muss ihnen auch das Gefühl geben, gesehen, gehört und vertreten zu werden. Politische Teilhabe ist keine Einbahnstraße – sie lebt vom gegenseitigen Interesse und vom Dialog.
Um diese Fragen auf höchster politischer Ebene anzusprechen, hat Inna Dietz-Kravtsov, stellvertretende Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, ein Gespräch mit Steffen Bilger, MdB, organisiert. Das Treffen findet am 27. Juli 2026 statt (siehe Flyer).
Eine starke Beteiligung ist von großer Bedeutung. Ich bitte Sie deshalb herzlich, Ihre Planungen noch einmal zu prüfen und – wenn es Ihnen möglich ist – an diesem wichtigen Termin teilzunehmen.
Je mehr wir sind, desto deutlicher wird sichtbar, dass die Deutschen aus Russland ihre Anliegen geschlossen vertreten und eine verlässliche politische Interessenvertretung erwarten.
Ernst Strohmaier