17/06/2026
Lithografie "Das Gefecht vor Mannheim am 17. Juni 1849"
Zwei Aufstände und eine Stadtgründung – historische Ereignisse am 17. Juni
Der 17. Junidürfte vielen als Tag der deutschen Einheit in Erinnerung sein. Mit dem westdeutschen Feiertag wurde an den DDR-Volksaufstand von 1953 erinnert. Dabei starben über 50 Menschen, Gerichte verhängten Hunderte von Haftstrafen. Nach 1990 wurde der 17. Juni durch den 3. Oktober als Tag der Wiedervereinigung ersetzt.
Ein Aufstand erschütterte auch das Frühjahr 1849. Im Juni 1849 beendete eine Reihe von Niederlagen die Badische Revolution. Am Schluss der Auseinandersetzungen in der Pfalz standen die Gefechte von Ludwigshafen und Rinnthal am 15. und 17. Juni. Das pfälzische Ludwigshafen wurde von Militär unter preußischer Führung besetzt. Die Revolutionäre in Mannheim versuchten, die Gegner am Überqueren des Rheins zu hindern. Vier Tage dauerte der Schusswechsel über den Fluss hinweg, dann fiel der Widerstand in sich zusammen und preußische Truppen hielten auch in Mannheim Einzug. Zu den zahlreichen bildlichen Darstellungen des Revolutionsgeschehens gehört eine Lithografie, die „Das Gefecht vor Mannheim am 17. Juni 1849“ festhält. Im weiteren Verlauf des Juni unterlagen die Revolutionäre bei Waghäusel und an der Murglinie. Mit der Übergabe der Festung Rastatt am 23. Juli 1849 war die Badische Revolution gescheitert.
Erfreulicher gestaltete sich der 17. Juni des Jahre 1715. Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach (1679-1738) beschloss im Hardtwald eine Residenz zu errichten. Dazu wurde der später für Karlsruhe charakteristische Wegestern angelegt, der zunächst das markgräfliche Jagdrevier erschließen sollte. Im selben Jahr erfolgte die Grundsteinlegung für den Turm eines Jagd- und Lustschlosses. Dessen erste Ausführung bestand teilweise aus Holz und war reparaturanfällig. Karl Friedrich von Baden-Durlach (1728-1811) veranlasste den Umbau, bei dem das um 1781 fertiggestellte Schloss seine heutige Gestalt bekam.
Bild: Das Gefecht vor Mannheim am 17. Juni 1849 als zeitgenössische Darstellung, Quelle: Badisches Landesmuseum Inv. Nr. 80/409-344, gemeinfrei