Freunde und Förderer der Wilhelma

Freunde und Förderer der Wilhelma Verein zur Förderung des zoologisch-botanischen Gartens Wilhelma Stuttgart

Gegründet: 21.09.1956 Und dabei immer das Wohl der Tiere im Blick!
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Der gemeinnützige Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma e.V. setzt sich seit 1956 dafür ein, die Einzigartigkeit der Wilhelma zu erhalten und stetig weiterzuentwickeln. Mit über 32.000 Mitgliedern sind wir der größte Förderverein eines Zoos in Europa.

Für zwei Alpensteinböcke aus der Wilhelma hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Am Donnerstag, 30. Juli 2026, wurden s...
04/08/2026

Für zwei Alpensteinböcke aus der Wilhelma hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Am Donnerstag, 30. Juli 2026, wurden sie in den Hohen Tauern in die Natur entlassen. Sie waren dabei nicht alleine: Mit ihnen zusammen wurden noch acht Artgenossen aus drei weiteren europäischen Zoos ausgewildert. Initiiert und koordiniert wurde die Aktion durch eine lokale Initiative vor Ort in Österreich.

Für die beiden weiblichen Tiere, die 2024 in der Wilhelma zur Welt gekommen sind, begannen die Reisevorbereitungen bereits einige Wochen vorher: Am 1. Juli wurde ihr Gesundheitszustand veterinärmedizinisch überprüft, Blutproben genommen und die vorgeschriebenen Ohrmarken angebracht. Am Vormittag des 29. Juli wurde jede der beiden Geißen dann von den zuständigen Tierpflegerinnen in eine eigene Transportkiste bugsiert und in einen klimatisierten Transporter verladen. In Österreich angekommen wurde zunächst noch eine Zwischenübernachtung eingelegt. Am folgenden Morgen ging es dann im Konvoi ins Gebirge. Am Ort der Auswilderung angekommen, wurden die zehn Transportkisten der vier beteiligten Zoos vorsichtig nebeneinander platziert und zeitgleich geöffnet. Die Auswilderung aller zehn Tiere verlief erfolgreich.

Dr. Ulrike Rademacher, Kuratorin für Huftiere in der Wilhelma, erklärt: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus anderen Zoos zu dieser gelungenen Aktion beitragen durften. Zwar gelten Steinböcke heutzutage nicht mehr als gefährdet. Oft leben sie aber in Inselpopulationen, die nicht miteinander verbunden sind. Seit 1994 haben wir daher nun insgesamt 25 unserer eigenen Nachzuchten für bestandsstützende Maßnahmen in Österreich zur Verfügung gestellt. Sie helfen dabei, Populationslücken zu schließen und genetische Vielfalt in den Beständen zu sichern.“

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin fügt hinzu: „Der Alpensteinbock ist eine Art, bei der schon seit langer Zeit erfolgreich ausgewildert wird. Möglich ist das, da seine Lebensräumer weitgehend intakt sind und er nicht mehr verfolgt wird. Das sind die Grundvoraussetzungen für jede Auswilderung: Zunächst müssen die Ursachen behoben sein, die einst zur Dezimierung einer Art in der Natur geführt haben. Bei vielen in Zoos gehaltenen Arten ist dieser Zeitpunkt aber noch nicht erreicht. Artenschutz ist darum eine langfristige, oft generationenübergreifende Aufgabe.“

Der Alpensteinbock war noch bis ins 16. Jahrhundert in den Hochgebirgslagen der Alpen sehr verbreitet Art. Aufgrund von intensiver Bejagung war die Art bis Mitte des 19. Jahrhunderts fast ausgerottet. Im Gran Paradiso Nationalpark in Italien blieb eine Restpopulation erhalten, die 1821 auf rund 60 Exemplare geschätzt wurde. Dank strenger Schutzmaßnahmen konnte sich der dortige Bestand bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wieder auf rund 3.000 Tiere erholen. Gezielten Wiederansiedlungen von Steinböcken, sowohl aus der Population am Gran Paradiso als auch aus Wildparks und Zoos in zuvor verwaisten Gebieten, ist es zu verdanken, dass heute wieder über 50.000 der charismatischen Bergziegen im gesamten Alpenraum heimisch sind.

Am Dienstag, den 28. Juli 2026 hat Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin im Rahmen einer Pressekonferenz den neuen Wilhelm...
28/07/2026

Am Dienstag, den 28. Juli 2026 hat Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin im Rahmen einer Pressekonferenz den neuen Wilhelma Masterplan 2035+ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Dr. Thomas Kölpin erklärt: „Seit ihrer Gründung hat sich die Wilhelma immer weiterentwickelt und auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert. Mit dem Masterplan 2035+ schlagen wir nun ein neues Kapitel unserer Geschichte auf. Erstmals haben alle Fachbereiche und Stabsstellen gemeinsam ein Zukunftsbild für die Wilhelma konzipiert. Unser Ziel ist es, Bewährtes zu bewahren, unsere besonderen Stärken weiter auszubauen und gleichzeitig den Mut zu haben, neue Maßstäbe zu setzen. Mein besonderer Dank gilt dem Land Baden-Württemberg als Träger der Wilhelma für die verlässliche Unterstützung und das Vertrauen in unsere Arbeit. Ebenso danke ich dem Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma und seiner mittlerweile rund 38.000 Mitglieder. Der Förderverein unterstützt uns schon seit Jahrzehnten mit außergewöhnlichem Engagement und erheblichen Summen. Damit hat er zahlreiche Projekte ermöglicht entscheidend zur Weiterentwicklung der Wilhelma und dem Artenschutz in aller Welt beigetragen.“

Der Masterplan versteht sich als strategischer Entwicklungsrahmen. Sämtliche dargestellten Projekte stehen dabei unter dem Vorbehalt der Finanzierung, zumal sie nur im Rahmen vorhandener finanzieller Mittel und personeller Kapazitäten vorangebracht werden können.

Weichenstellungen für die Zukunft

Der Masterplan beschreibt die Wilhelma gemäß der Welt- Zoo- Naturschutzstrategie Weltverband der Zoos und Aquarien (WAZA) als international anerkanntes Zentrum für Artenschutz, Forschung, Bildung und Erholung und formuliert den Anspruch, ihre zoologischen und botanischen Sammlungen, den historischen Park sowie ihre wissenschaftlichen Aktivitäten gleichermaßen weiterzuentwickeln. Tierwohl, Nachhaltigkeit, Klimaanpassung, Biodiversität und moderne Infrastruktur gehören dabei ebenso zu den zentralen Handlungsfeldern wie eine zeitgemäße Besuchendenorientierung. Ziel ist es nicht nur, die Wilhelma weiterzuentwickeln, sondern neue Maßstäbe zu setzen. Fokus wird dabei auf Nachhaltigkeit gelegt, ganz besonders, was einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Energie und der Vermeidung von Emissionen angeht. Die Vision der Wilhelma ist es, dass eine Zukunft in der Natur geschätzt, geschützt und bewahrt wird. Sie sieht es als ihre Mission, für Umwelt und Natur zu begeistern, um gemeinsam Arten zu schützen.

Vom Leitbild zur Umsetzung

Die strategischen Ziele werden im Masterplan durch konkrete Entwicklungsschritte ergänzt – von der bereits im Juli 2026 eröffneten Anlage für Kalifornische Strumpfbandnattern bis hin zu Zukunftsvisionen, die erst nach 2035 auf dem Plan stehen sollen. Gemeinsam verfolgen diese Projekte das Ziel, naturnahe Lebensräume zu schaffen, Tierwohl und Ex Situ-Artenschutz weiter zu stärken und den Besucherinnen und Besuchern ökologische Zusammenhänge noch anschaulicher zu vermitteln.

Aktuell ist die Entstehung der neuen Elefantenwelt „Kui Buri“, deren Spatenstich im Januar 2026 begangen wurde, ein wegweisendes Leuchtturmprojekt: Als erste so genannte Fission-Fusion-Anlage für Asiatische Elefanten wird sie nach einer Bauzeit von rund 3,5 bis 4 Jahren optimale Bedingungen für Zucht und Haltung der stark gefährdeten Art bieten. Sie wird dem Sozialverhalten der Tiere Rechnung tragen, bei dem sich Elefantengruppen immer wieder trennen und neu formieren. Um einen naturgetreuen Lebensraumausschnitt des namensgebenden Kui Buri Nationalpark in Thailand abbilden zu können, wurde schon 2020 mit der Aussaat und Anzucht von Baumarten begonnen, die in dem Gebiet natürlicherweise vorkommen. Das Gesamtprojekt umfasst ein modernes Elefantenhaus, großzügige Außenanlagen sowie Gastronomie- und Serviceangebote. Das Land Baden-Württemberg investiert in den Neubau rund 68,5 Millionen Euro. Hiervon werden 15 Millionen Euro durch den Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma übernommen.

Die bestehende Themenwelt Terra Australis wird zudem schon zeitnah mit den Bereichen Narawntapu und Tasmanien weiterentwickelt, u. a. mit einer teilweise begehbaren Anlage für Südliche Nacktnasenwombats, Tasmanische Östliche Graue Riesenkängurus und Bennett-Kängurus. Grundlage bleibt das Prinzip „100 % Habitat“, das natürliche Lebensräume mit den dazugehörigen Pflanzen- und Tierarten möglichst vollständig nachbildet. Vor dem Amazonienhaus ist zudem ein Krallenaffenbaum geplant, der Einblick in das Leben der possierlichen Primaten geben wird. Über die kommenden Jahre hinweg werden im Rahmen des Projekts „Luftige Bergwelten“ sukzessive neue Volieren für Greifvögel und Eulen entstehen.

Die Sanierung des Nashornhauses und die Gestaltung einer größeren Außenanlage wird erfolgen, sobald die benachbarte alte Elefantenanalage nicht mehr bewohnt ist. Mittelfristig soll auf der Fläche des heutigen Raubtierhauses mit der Themenwelt Gir Forest ein neuer Lebensraum für Asiatische Löwen, Streifenhyänen und Rostkatzen entstehen. Langfristig muss das noch aus dem Jahr 1960 stammende Gebäude des Aquariums/Terrariums umfassend modernisiert oder ggf. neu errichtet werden.

Ein wesentliches Ziel des Masterplans ist die behutsame Erhaltung und Weiterentwicklung der denkmalgeschützten Gebäude und Anlagen aus der Zeit von König Wilhelm I. Dazu gehören unter anderem die bereits begonnene stufenweise Sanierung der Subtropenterrassen und der dortigen Errichtung neuer Volieren sowie langfristig die Transformation des Maurischen Landhauses – eines der architektonischen Kleinode der Wilhelma – zu einem Madagaskar-Trockenwaldhaus mit Nachttierbereichen.

Perspektiven über 2035 hinaus

Der Masterplan endet bewusst nicht mit dem Jahr 2035. Er formuliert darüber hinaus Entwicklungsperspektiven für die Zeit danach. Dazu gehören unter anderem eine neue afrikanische Savanne, die Umgestaltung des heutigen Flusspferdhauses zu einer Südostasien-Anlage mit Schabrackentapiren, Hirschebern, Orang-Utans und Gibbons sowie eine vom Förderverein der Wilhelma geplante, frei zugängliche Anlage für Zwergflusspferde am Neckar.

Mit dem Masterplan 2035+ richtet die Wilhelma ihren Blick weit über einzelne Bauvorhaben hinaus. Er verbindet die Geschichte eines einzigartigen zoologisch-botanischen Gartens inmitten historischer Anlagen mit den Herausforderungen der Zukunft und formuliert einen klaren Anspruch: Die Wilhelma will Maßstäbe setzen – im Artenschutz, in der Umweltbildung, in der nachhaltigen Entwicklung und als moderne wissenschaftliche Einrichtung im Dienst der biologischen Vielfalt.

Eine Institution internationaler Bedeutung

Die Wilhelma ist der einzige zoologisch-botanische Garten Deutschlands. Auf dem historischen Gelände, dessen Wurzeln in einer privaten Parkanlage von König Wilhelm I. von Württemberg liegen, werden heute rund 1.200 Tierarten und mehr als 8.500 Pflanzenarten und -sorten gepflegt. Über 330 Beschäftigte in der Wilhelma selbst und den Außenstellen des Fachbereichs Parkpflege sorgen täglich dafür, dass Zoologie, Botanik, Parkpflege, Verwaltung, Technik, Umweltbildung und Artenschutz innerhalb und außerhalb der Wilhelma erfolgreich zusammenwirken. Mit mehr als 1,8 Millionen Besucherinnen und Besuchern jährlich zählt der zoologisch-botanische Garten zu den beliebtesten Freizeiteinrichtungen Baden-Württembergs und ist zugleich der größte außerschulische Lernort der Landeshauptstadt Stuttgart. Darüber hinaus engagiert sich die Wilhelma weltweit mit jährlich mehr als einer Million Euro für über 40 internationale Artenschutzprojekte.

In der Wilhelma wurde am Dienstag, 21. Juli 2026 die neue Anlage für San-Francisco-Strumpfbandnattern (Thamnophis sirtal...
21/07/2026

In der Wilhelma wurde am Dienstag, 21. Juli 2026 die neue Anlage für San-Francisco-Strumpfbandnattern (Thamnophis sirtalis tetrataenia) eingeweiht. Es handelt es sich um eine Unterart der Gewöhnlichen Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis). Von dieser hebt sie sich durch ihr leuchtend türkisblau und orange gefärbtes Streifenmuster ab. Die Unterart stammt aus einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet in Kalifornien, wo sie strukturreiche Feuchtgebiete besiedelt. Aufgrund von Lebensraumzerstörung sind mittlerweile viele Teilpopulation voneinander isoliert, sodass ein genetischer Austausch unterbrochen wurde. Invasive Arten und Krankheiten sowie illegaler Fang setzen den noch vorhandenen Beständen weiter zu. Die mit rund 1.300 Tieren größte Population beherbergt heute der Flughafen von San Francisco, dessen durch Umzäunung bestens geschütztes Gelände mit Wasserflächen, Röhrichten, Wiesen und Buschland noch optimale Lebensbedingungen bietet. Aus vielen anderen seiner früheren Habitate ist das hübsch gefärbte Reptil mittlerweile verschwunden.

In der Wilhelma wurde für die San-Francisco-Strumpfbandnattern in direkter Nachbarschaft zu den Kalifornischen Seelöwen ein 24 m² großes Freilandterrarium als Gemeinschaftsprojekt der Fachbereiche Zoologie, Botanik, Parkpflege, Technik und Umweltbildung realisiert. Die beiden Schlangen, die am Tag der Einweihung ihr neues Zuhause bezogen haben, sind Nachzuchten aus dem Allwetterzoo Münster. Sie werden sich ganzjährig in der Anlage aufhalten. Für die kalte Jahreszeit steht eine frostfreie Überwinterungsbox zur Verfügung, in welche sich die Tiere eigenständig zurückziehen können. Beim Bau der Anlage musste mit höchster Präzision vorgegangen werden, da Jungtiere der Strumpfbandnatter durch kleinste Spalte passen. Ein Schutznetz gegen Reiher und Rabenvögel sowie ein Grabschutz gegen Nagetiere beugen dem Eindringen von Beutegreifern vor.

Die Gestaltung und Bepflanzung der Anlage wurden dem natürlichen Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Schlange nachempfunden. Das Saatgut von 20 typischen Pflanzenarten wurde direkt aus Kalifornien importiert und in der Wilhelma herangezogen. Unter anderem findet man in der Wiesenfläche die Schmalblättrige Seidenpflanze. Sie ist in Nordamerika eine der der Hauptnahrungsquellen für die Raupen des Monarchfalters. Am Rand des Tümpels und in der an die Anlage angrenzenden Vegetation wächst das bis 1,8 Meter hohe silbergraue Amerikanische Moxakraut. In getrockneter Form ist die Pflanze ein wichtiger Bestandteil in den traditionellen Räucherzeremonien der indigenen Bevölkerung Nordamerikas.

Finanziert wurde das neue Großterrarium von der Ingrid Kandler Stiftung in der Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, welche für den Bau der Anlage einen Betrag von 150.000 € zur Verfügung gestellt hat. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin zeigt sich dankbar: „Wir freuen uns sehr über die große Unterstützung hier aus der Region – zumal die Spende von der Ingrid Kandler Stiftung und der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen nicht nur der Wilhelma, sondern der Erhaltungszucht eines vom Aussterben bedrohten Reptils zugutekommt.“

Um den Erhalt einer Reservepopulation der San-Francisco-Strumpfbandnatter kümmern sich zoologische Gärten in Zusammenarbeit mit privaten Tierhaltenden. Die Organisation Citizen Conservation, mit der auch die Wilhelma eng zusammenarbeitet, koordiniert das gemeinsame Erhaltungszuchtprogramm und bildet das Bindeglied zwischen Zoos, Wissenschaft und Privathaltung.

In den kommenden Wochen zeigt sich einer der stimmungsvollsten Orte der Wilhelma von seiner schönsten Seite: Der Seerose...
17/07/2026

In den kommenden Wochen zeigt sich einer der stimmungsvollsten Orte der Wilhelma von seiner schönsten Seite: Der Seerosenteich im Maurischen Garten erreicht seine Hochblüte. Um die 40 unterschiedliche Arten und Sorten von Seerosen verwandeln das 650 Quadratmeter große Wasserbecken in ein buntes Blütenmeer.

Das Besondere: Nicht alle von ihnen blühen gleichzeitig. Während die Nachtblüher ihre meist weißen oder rosafarbenen Blüten bereits am späten Nachmittag öffnen und bis in den Vormittag hinein geöffnet halten, übernehmen anschließend die Tagblüher mit ihren gelben und blauen Farbtönen. Wer den Seerosenteich zu unterschiedlichen Tageszeiten besucht, erlebt daher immer wieder ein anderes Bild.

Etwas später als bei den Seerosen setzt die Blüte des Indischen Lotos ein. Bis weit in den September hinein setzt die Wappenpflanze der Wilhelma am Rande des Seerosenteichs farbenprächtige Akzente. Einen weiteren Blickfang bilden die Viktorien, die Riesenseerosen aus dem Amazonasgebiet. Ihre runden Schwimmblätter können einen Durchmesser von mehr als zwei Metern erreichen und erinnern an Wagenräder. Ebenso faszinierend sind ihre Blüten: Sie öffnen sich am Abend zunächst in strahlendem Weiß. Bestäubende Käfer werden von Duft und Wärme angelockt und verbringen die Nacht im Inneren der Blüte. Erst am folgenden Abend öffnet sie sich erneut – nun rosafarben –, bevor sich der Lebenszyklus dieser einzelnen Blüte beendet.

Gärtnermeister Achim Bauer-Henriques und sein Team pflegen die tropischen Wasserpflanzen während der gesamten Saison. Damit die Seerosen ihre volle Pracht entfalten können, werden verwelkte Blätter regelmäßig entfernt und besonders stark wachsende Pflanzen zurückgeschnitten. Dafür steigen die Gärtnerinnen und Gärtner zwei bis dreimal pro Woche in das bis zu 30 Grad warme Wasser des Beckens. Gefüllt ist der Seerosenteich mit rund 800.000 Litern Mineralwasser aus der historischen Quelle im Maurischen Garten.

Nicht nur die Besucherinnen und Besucher schätzen den Seerosenteich. Auch heimische Tiere profitieren von diesem besonderen Lebensraum. Selbst Graureiher nutzen die riesigen Blätter der Viktorien gelegentlich als Ansitz. Zwischen den Schwimmblättern der Seerosen bauen Teichrallen regelmäßig ihre Nester und ziehen dort ihren Nachwuchs auf. Die auf der Roten Liste von Baden-Württemberg mittlerweile als gefährdet geltende Art ist in der Wilhelma ein regelmäßiger Brutvogel.

Die Wilhelma kann nicht nur mit den Viktorien als einigen der größten Vertreter der Seerosenwelt aufwarten – sondern auch mit der kleinsten: Bereits vor einem Jahr ist hinter den Kulissen die Nymphaea thermarum eingezogen. Ihre Blüten sind gerade einmal so groß wie eine 1-Cent-Münze. Seit Frühjahr 2026 ist die winzige Seerose in der Historischen Gewächshauszeile in der Sonderausstellung „Afrikanische Landschaften“ zu sehen. Die aus dem Südwesten Ruandas stammende Art galt seit 2008 als in der Natur ausgestorben, konnte aber in botanischen Gärten erfolgreich kultiviert werden. In ihrem natürlichen Lebensraum wurde die Art seit 2023 an zwei Standorten wiederentdeckt – dennoch erstreckt sich ihr gesamtes Verbreitungsgebiet auf nur 4 km². Damit handelt es sich nicht nur um die kleinste, sondern auch um eine der seltensten Seerosen der Welt.

Die Flamingogruppe der Wilhelma hat Zuwachs bekommen: Bereits in der ersten Junihälfte sind vier Jungvögel geschlüpft. Z...
08/07/2026

Die Flamingogruppe der Wilhelma hat Zuwachs bekommen: Bereits in der ersten Junihälfte sind vier Jungvögel geschlüpft. Zunächst hielten sie sich meist im von dichter Vegetation abgeschirmten hinteren Teil der Anlage auf, wo auch die Brut stattfand. Mittlerweile kann man immer häufiger beobachten, wie sie auf Erkundungstour gehen. Mit ihrem grauen Dunengefieder und den noch vergleichsweise kurzen Beinen unterscheiden sich die Küken deutlich von den rosafarbenen Erwachsenen.

Flamingos brüten auf mit Hilfe von Schlamm selbst aufgehäuften Hügeln, an deren Oberseite eine flache Brutmulde geformt wird. In der Regel besteht jedes Gelege aus nur einem einzigen Ei, das von beiden Elternteilen bebrütet wird. Nach rund vier Wochen Brutzeit schlüpft der Nachwuchs. Schon wenige Tage später verlassen die Jungvögel ihr Nest und schließen sich mit anderen Küken zu einer Art „Kindergarten“ zusammen. Dort verbringen sie den Großteil des Tages gemeinsam, während die Eltern sie weiterhin zuverlässig versorgen.

„Obwohl sich die Jungvögel in einer Gruppe aufhalten, findet jedes Küken seine Eltern wieder“, erklärt Andreas Frei, Vogel-Kurator der Wilhelma. „Flamingos erkennen sich an ihren individuellen Rufen. Das funktioniert in der Natur sogar in großen Kolonien mit Hunderten oder Tausenden von Vögeln.“

Der Name Rosaflamingo täuscht zunächst: Die Küken schlüpfen mit einem weichen grauen Dunenkleid und entwickeln erst im Laufe der Zeit ihr typisches Federkleid, das aber zunächst auch eher schlicht gefärbt ist. Die namensgebenden kräftigen Rosatöne im Gefieder, am Schnabel und an den Beinen zeigen sich meist erst im 3. oder 4. Lebensjahr. Das kräftige Rosa ausgewachsener Flamingos ist auf natürliche Farbstoffe zurückzuführen, die sie über ihre Nahrung aufnehmen.

Ebenso auffällig wie ihre Färbung ist die besondere Art der Nahrungssuche: Mit ihren nach unten gebogenen Schnäbeln filtern Flamingos kleine Krebstiere, Insektenlarven und andere Kleinstlebewesen aus dem Wasser. Dabei halten sie den Kopf oft auf dem Kopf stehend ins Wasser und pumpen mit der Zunge das Wasser durch feine Lamellen im Schnabel – ein hochspezialisiertes Filtersystem.

Rosaflamingos sind ausgesprochen soziale Tiere und fühlen sich nur in Gruppen wohl. In der Natur können Brutkolonien mehrere Zehntausend Paare umfassen. Die Art ist rund um das Mittelmeer, in weiten Teilen Afrikas sowie vom Nahen Osten bis nach Indien verbreitet und gilt derzeit noch nicht als bedroht. Dennoch sind einzelne Brutkolonien natürlichen und vom Menschen verursachten Einflüssen ausgesetzt. Sinkende Wasserstände, lang anhaltende Trockenperioden, Störungen durch Freizeitaktivitäten oder Infrastrukturprojekte sowie Veränderungen der Wasserqualität können den Bruterfolg beeinträchtigen oder sogar ganze Kolonien gefährden.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wilde Wochenenden“ bietet der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart einen ganzen neu...
07/07/2026

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wilde Wochenenden“ bietet der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart einen ganzen neuen Aktionstag an: Am Sonntag, 12. Juli 2026 dreht sich in der Wilhelmaschule alles um die faszinierende Welt der Vögel. Von 11 bis 17 Uhr erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm, das die außergewöhnlichen Fähigkeiten der gefiederten Wirbeltiere beleuchtet.

Ob in Wäldern, Wüsten, Gebirgen oder Städten – Vögel haben nahezu jeden Lebensraum der Erde erobert. Grundlage ihres Erfolgs sind zahlreiche Anpassungen an ihre Umwelt. An verschiedenen Stationen können große und kleine Gäste diesen Besonderheiten auf den Grund gehen und selbst ausprobieren, wie unterschiedlich Vögel an ihre Lebensräume angepasst sind.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Federn – ein Merkmal, das ausschließlich Vögel besitzen. Man erfährt, wie Federn aufgebaut sind, welche unterschiedlichen Aufgaben sie erfüllen und weshalb Daunen, Schwung- und Steuerfedern ganz verschieden aussehen. An echten Federn lässt sich nachvollziehen, wie ihre feinen Strukturen nach dem sogenannten Klettverschlussprinzip ineinandergreifen. Unter der Lupe wird außerdem das Geheimnis des nahezu lautlosen Flugs der Eulen sichtbar.

Auch die erstaunliche Vielfalt der Vogelschnäbel wird anschaulich erklärt. Ihre Form verrät viel darüber, welche Nahrung eine Vogelart bevorzugt. An verschiedenen Mitmachstationen können die Gäste selbst testen, welche Herausforderungen etwa ein Rotkehlchen oder eine Gans bei der Nahrungssuche meistern müssen. Ergänzt wird das Programm durch Einblicke in unterschiedliche Fußformen, den leichten Knochenbau der Vögel als Voraussetzung für den Flug sowie die Lebensweise von Zug- und Standvögeln.

Darüber hinaus widmet sich der Thementag dem Balzverhalten, der Jungenaufzucht und der Vielfalt von Nestern und Vogeleiern. Vogelgesänge, verschiedene Nestformen und ein Quiz zum Erkennen heimischer Vogelarten laden dazu ein, die Vogelwelt genauer kennenzulernen.

Neben der faszinierenden Biologie der Vögel geht es auch um ihren Schutz. Lebensraumverlust, der Rückgang von Insekten als Nahrungsgrundlage oder Kollisionen mit Glasfassaden setzen zahlreichen Vogelarten zu. Die Wilhelmaschule zeigt, wie diese Bedrohungen zusammenhängen und mit welchen einfachen Maßnahmen jeder zum Vogelschutz im eigenen Garten oder auf dem Balkon beitragen kann.

Ein besonderer Schwerpunkt des Thementags liegt auf dem Kronenkranich, dem „Zootier des Jahres 2026“. Mit der bundesweiten Kampagne machen die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP), der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und weitere Partner jedes Jahr auf eine besonders bedrohte Tierart aufmerksam, die bislang wenig im öffentlichen Fokus steht. Beim Kronenkranich sind vor allem die Zerstörung von Feuchtgebieten und der illegale Wildtierhandel für den Bestandsrückgang verantwortlich. Am Beispiel dieser eleganten Vogelart zeigt die Wilhelmaschule, wie moderner Artenschutz funktioniert und warum der Schutz ganzer Lebensräume für das Überleben vieler Vogelarten entscheidend ist.

Die Teilnahme am Thementag Vögel ist – wie bei allen Wilden Wochenenden – im regulären Eintritt in die Wilhelma enthalten.

Die Wilhelma greift einer einheimischen Eulenart unter die Flügel: Dem Steinkauz. Mit einer Förderung in Höhe von 4.000 ...
02/07/2026

Die Wilhelma greift einer einheimischen Eulenart unter die Flügel: Dem Steinkauz. Mit einer Förderung in Höhe von 4.000 € hat der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart der Forschungsgemeinschaft zum Schutz einheimischer Eulen (FOGE) den Bau von fast 140 neuen Niströhren ermöglicht.

Beim Steinkauz handelt es sich um eine kleine, nicht viel mehr als amselgroße Eulenart. In Baden-Württemberg hat sich der Steinkauz über die Jahrhunderte an die von Streuobstwiesen geprägte Kulturlandschaft angepasst. Flurbereinigungen und bis in die 1970er gezahlte Subventionen für die Rodung von hochstämmigen Obstbäumen führten zu einem massiven Verlust an höhlenreichen Brutbäumen. 1988 wurden im Landkreis Ludwigsburg und angrenzenden Gebieten nur noch acht Steinkauz-Reviere nachgewiesen – die Art stand hier kurz vor dem Verschwinden. Die von dem Oberriexinger Artenschützer Herbert Keil aufgebaute FOGE hat einen maßgeblichen Beitrag dazu geleistet, das regionale Aussterben des Steinkauzes zu verhindern. Dank eines großangelegten Nistkastenprogramms stehen der kleinen Eule mittlerweile auf einer Kontrollfläche von 690 km² weit über 1.000 künstliche Nistmöglichkeiten zur Verfügung. Mit einem Bestand von über 350 Brutpaaren existiert hier nun eine der größten Steinkauzpopulationen in ganz Deutschland. Durch wissenschaftliche Beringung in Kooperation mit der Vogelwarte Radolfzell und mehreren Telemetriestudien konnten zudem wichtige Erkenntnisse über die Art gewonnen werden.

Um den vitalen Bestand zu erhalten, müssen jedes Jahr zahlreiche Niströhren repariert, aber oft genug auch gegen neue Nisthilfen ausgetauscht werden. Der Schreiner Lothar Grau, Mitglied der FOGE und Vorsitzender des NABU Vaihingen/Enz erklärt: „Zusammen mit einem Team von Helfern haben wir wieder ehrenamtlich 50 Arbeitstage und etwa 200 Stunden investiert – umgerechnet auf die Röhrenanzahl nur etwa 1,45 Stunden je Nisthilfe. Es galt, Hunderte Meter Bretter und Dachlatten zu sägen und Tausende verschieden große Löcher zu bohren. Wir sind der Wilhelma sehr dankbar, dass sie über den Artenschutz-Euro die Materialkosten übernommen hat.“

Stefanie Reska, Leiterin der Stabsstelle Artenschutz in der Wilhelma, nutzte im Juni 2026 die Gelegenheit, sich einen persönlichen Eindruck von der Arbeit der FOGE zu machen und begleitete die Beringung junger Steinkäuze in Stuttgart-Weilimdorf. Sie zeigte sich beeindruckt: „Es ist unglaublich, was für faszinierende Vögel in den Streuobstwiesen direkt vor den Toren Stuttgarts leben – und zwar meist im Verborgenen. Wir alle müssen uns dafür einsetzen, dass Arten wie der Steinkauz nicht genauso unbemerkt verschwinden.“ Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin betont: „Mit dem Artenschutz-Euro helfen wir nicht nur dabei, Lebensräume in aller Welt zu schützen und spektakuläre Arten wie das Sumatranashorn vor dem Aussterben zu retten. Gerade in einem hochindustrialisierten Land wie Deutschland müssen wir auch die Biodiversität vor der eigenen Haustür bewahren.“

Wer derzeit durch die historische Gewächshauszeile der Wilhelma wandelt, begegnet einem farbenfrohen Schauspiel: Hundert...
22/06/2026

Wer derzeit durch die historische Gewächshauszeile der Wilhelma wandelt, begegnet einem farbenfrohen Schauspiel: Hunderte Fuchsien präsentieren ihre filigranen Blüten in unterschiedlichsten Formen und Farbkombinationen. Mal wirken sie wie kleine Lampions, mal wie kunstvoll geschichtete Ballettröckchen. Von zartem Weiß und Pastellrosa über leuchtendes Karminrot bis hin zu kräftigem Violett reicht die Palette, die Besucherinnen und Besucher noch bis in den Spätsommer hinein bewundern können.

Mit über 600 Pflanzen aus fast 40 Arten und 120 Sorten zeigt die Wilhelma einen eindrucksvollen Ausschnitt aus der Vielfalt einer Pflanzengattung, die seit Jahrhunderten Gartenliebhaber auf der ganzen Welt fasziniert. Die Ausstellung umfasst sowohl bekannte Zuchtsorten mit besonders großen oder gefüllten Blüten als auch einige der oft schlichter wirkenden Wildarten, aus denen die heutige Formenfülle hervorgegangen ist.

Die ursprüngliche Heimat der meisten Fuchsien liegt in den feuchten Bergwäldern Mittel- und Südamerikas. Dort wachsen sie vor allem in kühleren Höhenlagen und werden von Kolibris bestäubt. Die langen, röhrenförmigen Blüten sind perfekt an die geschickten Flugkünstler angepasst, die mit ihren Schnäbeln tief in die Blüten eindringen, um an den Nektar zu gelangen. In ihrer Heimat können manche Fuchsienarten mehrere Meter hohe Sträucher oder sogar kleine Bäume bilden.

Ihren Namen verdankt die Pflanzengattung dem Tübinger Mediziner und Botaniker Leonhart Fuchs (1501–1566), einem der bedeutendsten Pflanzenkundler der Renaissance. Der französische Botaniker Charles Plumier beschrieb die Fuchsie Ende des 17. Jahrhunderts erstmals wissenschaftlich und ehrte mit der Namensgebung den Gelehrten aus Württemberg.

Dass Fuchsien heute zu den beliebtesten Zierpflanzen Europas zählen, ist vor allem ihrer erstaunlichen Wandlungsfähigkeit zu verdanken. Durch jahrhundertelange Züchtungsarbeit entstanden rund 12.000 Sorten. Einige tragen einfache, elegante Blüten, andere wirken mit ihren mehrfach geschichteten Blütenblättern fast wie kleine Kunstwerke. Für Hobbygärtner gelten Fuchsien als vergleichsweise unkomplizierte Begleiter. Bei ihrer Pflege muss allerdings beachtet werden, dass sie keine starke Sonneneinstrahlung vertragen. Besonders gut gedeihen Fuchsien an hellen, leicht schattigen Standorten. Regelmäßiges Gießen und das Entfernen verblühter Blüten fördern eine lang anhaltende Blüte bis weit in den Herbst hinein.

Am Sonntag, 21. Juni 2026, dem internationalen Welt-Giraffen-Tag, steht in der Wilhelma alles im Zeichen der Giraffen. V...
19/06/2026

Am Sonntag, 21. Juni 2026, dem internationalen Welt-Giraffen-Tag, steht in der Wilhelma alles im Zeichen der Giraffen. Von 11 bis 17 Uhr vermittelt das Team der Wilhelmaschule direkt an der Giraffenanlage Wissenswertes über die beeindruckenden Savannenbewohner und ihre Verwandten. Die Teilnahme an allen Aktionen ist im regulären Eintrittspreis enthalten.

Dass der Welt-Giraffen-Tag ausgerechnet auf den längsten Tag des Jahres fällt, ist kein Zufall: Schließlich besitzen Giraffen den längsten Hals im Tierreich. Doch die eleganten Paarhufer beeindrucken nicht nur durch ihre Größe. An verschiedenen Stationen erfahren große und kleine Gäste, welche besonderen Anpassungen ihnen das Leben in den afrikanischen Savannen ermöglichen. So können Giraffen mit ihrer kräftigen, bis zu 50 Zentimeter langen Zunge selbst zwischen Dornenblättern nach Nahrung greifen. Auch ihr Kreislaufsystem ist außergewöhnlich: Damit das Blut bis in den mehrere Meter hoch gelegenen Kopf gepumpt werden kann, verfügt eine Giraffe über ein enorm leistungsfähiges Herz. An einer Mitmachstation können Besucherinnen und Besucher selbst ausprobieren, welche Kraft dafür nötig ist. Für Kinder gibt es zahlreiche Angebote zum Mitmachen. Sie können Giraffenmasken gestalten, ihr Wissen bei einem Quiz testen oder beim Giraffen-Memory auf Entdeckungstour gehen.

In der Wilhelma leben die in der Natur in Kenia sowie angrenzenden Regionen Äthiopiens und Somalias vorkommenden Netzgiraffen. Trotz ihrer Bekanntheit zählen Netzgiraffen inzwischen zu den bedrohten Tierarten Afrikas. Ihre Bestände sind in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen; vielerorts finden sich die Tiere nur noch innerhalb geschützter Gebiete. Zoologische Gärten leisten deshalb einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Art. Die Wilhelma beteiligt sich seit vielen Jahren am Europäischen Ex-situ-Programm für Netzgiraffen und konnte seit 1970 bereits zahlreiche Jungtiere erfolgreich aufziehen.

Der Aktionstag informiert zudem über das Engagement der Wilhelma für den Schutz von Giraffen in ihrem natürlichen Lebensraum. Mit Mitteln aus dem Artenschutz-Euro unterstützt der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart die Arbeit der Giraffe Conservation Foundation (GCF) in Namibia. Dort werden unter anderem Umweltbildungsprogramme durchgeführt, die das Bewusstsein für den Schutz der Tiere stärken und die lokale Bevölkerung in Naturschutzmaßnahmen einbeziehen.

Zur Familie der Giraffenartigen gehören auch die Okapis. Die seltenen Waldgiraffen aus dem Kongobecken sind aufgrund von Lebensraumverlust und Wilderei stark gefährdet. Gemeinsam mit weiteren zoologischen Einrichtungen unterstützt die Wilhelma daher das „Okapi Conservation Project“ in der Demokratischen Republik Kongo und engagiert sich auch für den Erhalt dieser außergewöhnlichen Tierart.

Adresse

Wilhelma 11
Stuttgart
70376

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