Freunde und Förderer der Wilhelma

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Freunde und Förderer der Wilhelma Verein zur Förderung des zoologisch-botanischen Gartens Wilhelma Stuttgart

Gegründet: 21.09.1956 Und dabei immer das Wohl der Tiere im Blick!
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Der gemeinnützige Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma e.V. setzt sich seit 1956 dafür ein, die Einzigartigkeit der Wilhelma zu erhalten und stetig weiterzuentwickeln. Mit über 32.000 Mitgliedern sind wir der größte Förderverein eines Zoos in Europa.

Fohlen bei hoch bedrohten Somali-Wildeseln geborenMit ihren langen Ohren, den auffällig schwarz-weiß gestreiften Beinen ...
09/10/2026

Fohlen bei hoch bedrohten Somali-Wildeseln geboren

Mit ihren langen Ohren, den auffällig schwarz-weiß gestreiften Beinen und noch etwas vorsichtigen Schritten ist die jüngste Bewohnerin der Somali-Wildesel-Anlage in der Wilhelma ein neuer Publikumsliebling: Am 19. September 2026 ist im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart ein weibliches Fohlen zur Welt gekommen, das mittlerweile den Namen „Shakira“ erhalten hat.

Daniel Wenning, Leiter des Reviers für Afrikanische Huftiere in der Wilhelma, erklärt: „Unsere Stute Sina hat ihr Fohlen im Beisein ihrer Artgenossinnen auf der Außenanlage zur Welt gebracht. Die Geburt verlief problemlos und die Kleine stand schon bald auf ihren Beinen. Zunächst haben wir Mutter und Jungtier für einige Tage einen geschützten Bereich hinter den Kulissen zur Verfügung gestellt. Dort konnten sie ungestört eine enge Mutter-Kind-Bindung aufbauen. Inzwischen sind beide wieder bei der Gruppe.“

Neben der 17 Jahre alten Stute Sina und ihrem Fohlen Shakira sind in der Wilhelma die 30 Jahre alte Shebili, die 24 Jahre alte Sarina und die neun Jahre alte Afia zuhause. Vater des Fohlens ist der sieben Jahre alte Hengst Norbert. Er verbringt einen Großteil des Jahres auf dem Tennhof, der nicht öffentlichen Außenstelle der Wilhelma. Diese räumliche Trennung entspricht der Sozialstruktur der Wildesel in ihrem natürlichen Lebensraum. Kuratorin Dr. Ulrike Rademacher erläutert: „Somali-Wildesel bilden keine dauerhaft geschlossenen Herden. Weibchen können sich mit ihren Jungtieren zu kleinen Gruppen zusammenschließen, wobei die engste und stabilste soziale Bindung zwischen Mutter und Nachwuchs besteht. Erwachsene Hengste leben dagegen überwiegend einzelgängerisch, besetzen zum Teil eigene Territorien und suchen den Kontakt zu den Weibchen vor allem zur Fortpflanzung.“

Der in der Natur nur noch in Teilen Äthiopiens und Eritreas vorkommende Somali-Wildesel (Equus africanus somaliensis) ist eine Unterart des Afrikanischen Wildesels (Equus africanus) – dem Vorfahren des Hausesels – und gehört zu den seltensten Pferdeartigen der Erde. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Wildbestand des Somali-Wildesels als „Critically Endangered“, also hochgradig vom Aussterben bedroht ein. Als wesentliche Bedrohungen nennt die IUCN neben der Wilderei vor allem die Konkurrenz mit dem Menschen und ihren Nutztieren um Nahrung und Wasser, was durch den Klimawandel weiter verschärft wird.

Umso wichtiger ist neben dem Schutz der letzten Bestände in der Natur eine genetisch und demografisch stabile Population in menschlicher Obhut. Der europäische Zooverband EAZA koordiniert daher die Haltung des Somali-Wildesels im Rahmen eines EAZA Ex situ Programme (EEP). Die Wilhelma beteiligt sich bereits seit 1980 an der koordinierten Erhaltungszucht des Somali-Wildesels. Jede erfolgreiche Nachzucht trägt damit dazu bei, eines der seltensten Huftiere der Welt auch außerhalb seines natürlichen Lebensraums langfristig zu erhalten.

Was passiert in der Futterküche, bevor das Futter bei Elefant, Bonobo & Co. landet? Wie werden Tiere auf eine Reise vorb...
24/09/2026

Was passiert in der Futterküche, bevor das Futter bei Elefant, Bonobo & Co. landet? Wie werden Tiere auf eine Reise vorbereitet? Und was verbirgt sich eigentlich in den Technikräumen des Amazonienhauses? Am Sonntag, 27. September 2026, macht der Wilhelma-Tag Bereiche des Zoologisch-Botanischen Gartens zugänglich, die Besucherinnen und Besuchern sonst meist verborgen bleiben. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Zoologie, Botanik, Parkpflege, Umweltbildung und weiteren Bereichen geben Einblicke in ihren Arbeitsalltag und zeigen, wie vielfältig die Aufgaben hinter den Kulissen der Wilhelma sind.

In der Futterküche erfahren die Besucherinnen und Besucher beispielsweise, wie die Versorgung der Tiere vorbereitet wird. Dort führt außerdem der Erlebnisparcours „Durch die Betten der Tiere“. In der Krankenstation besteht die Gelegenheit, einen Blick in den Behandlungsraum zu werfen. Wer sich schon einmal gefragt hat, wie ein Leopard, ein Menschenaffe oder ein anderes Wildtier von einem Zoo zum nächsten gelangt, findet im Betriebshof Antworten: Dort werden verschiedene Transportkisten für Tiere unterschiedlicher Größen gezeigt. Im Amazonienhaus geht es dagegen um das, was normalerweise unsichtbar im Hintergrund arbeitet – die Technik, die für die besonderen klimatischen Bedingungen des Tropenhauses sorgt. Bei den Trampeltieren ist am Nachmittag ebenfalls ein Blick hinter die Kulissen möglich. In den Freiflugvolieren dreht es sich auf spielerische und lehrreiche Art und Weise „rund ums Ei“.

Spannend wird es auch bei den zahlreichen Wilhelma-Talks und Fütterungen, welche von den Tierpflegerinnen und Tierpflegern angeboten werden. Themen der Wilhelma Talks sind unter anderem Löwen, Keas, Elefanten und Nashörner, heimische Reptilien sowie die Tiere des Asiatischen Schaubauernhofs. Hinzu kommt ein umfangreiches Fütterungsprogramm: Unter anderem bei Bonobos, Seelöwen, Piranhas, Pelikanen, Brillenpinguinen und Brillenbären können die Besucherinnen und Besucher dabei sein.

Nicht weniger vielfältig präsentiert sich die botanische Seite der Wilhelma. Im Betriebshof dreht sich alles um Pflanzen und ihre Pflege. Die Gärtnerinnen und Gärtner zeigen unter anderem, wie Zimmerpflanzen vermehrt und verjüngt werden, und informieren über fleischfressende Pflanzen, Kakteen, Cyclamen und tropische Nutzpflanzen. Am Seerosenteich im Maurischen Garten stehen die Seerosen im Mittelpunkt. Beim traditionellen Pflanzenverkauf können zudem in der Wilhelma kultivierte Pflanzen erworben werden. Auch die Auszubildenden der Wilhelma sind mit eigenen Aktionen vertreten: Am Ginkgo-Baum vor dem Eingang zum Wintergarten können Kinder selbst Pflanzen topfen und bei verschiedenen Spielen mitmachen.

Wie viel Arbeit auch in den Grünanlagen und Wegen steckt, zeigt die Parkpflege. Im Betriebshof präsentiert das Team Fahrzeuge und Maschinen aus seinem Arbeitsalltag und stellt beim Pflanzenquiz das Wissen der Gäste auf die Probe.

Ergänzt wird das Programm durch Angebote des Teams Umweltbildung und Veranstaltungen sowie des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma. An den Subtropenterrassen gibt es Tattoos für Kinder, am Ausgang des Aquariums informiert ein Stand über Patenschaften und Sponsoring. Die Wilhelmafreunde sind mit einem Infostand bei der Terra Australis vertreten.

Der Wilhelma-Tag findet am Sonntag, 27. September 2026 statt. Die ersten Programmpunkte beginnen um 9 Uhr, zahlreiche Aktionen werden bis 16 Uhr angeboten. Die Teilnahme an allen Angeboten ist im regulären Eintritt enthalten. Für Inhaberinnen und Inhaber einer gültigen Jahreskarte oder Mitglieder des Fördervereins entstehen keine zusätzlichen Kosten.

Das vollständige Programm mit allen Uhrzeiten und Veranstaltungsorten gibt es unter www.wilhelma.de.

Wie schnell kann ein Nashorn laufen? Warum braucht es trotz seiner Kurzsichtigkeit keine Brille? Und was haben Nashörner...
16/09/2026

Wie schnell kann ein Nashorn laufen? Warum braucht es trotz seiner Kurzsichtigkeit keine Brille? Und was haben Nashörner eigentlich mit Zebras und Tapiren gemeinsam? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es am Dienstag, 22. September, in der Wilhelma. Anlässlich des internationalen Welt-Nashorn-Tags lädt der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart von 11 bis 17 Uhr zu einem Aktionsstand vor der Nashornanlage ein.

Das Team der Wilhelmaschule bringt dabei nicht nur Wissenswertes über die Biologie der imposanten Großtiere mit, sondern auch reichlich Anschauungsmaterial. Unter anderem können die Besucherinnen und Besucher das naturgetreue Replikat eines Spitzmaulnashorn-Horns aus nächster Nähe betrachten. Beim Nashorn-Memory und einem Quiz lässt sich das neu erworbene Wissen gleich testen. Dabei dürften einige Fakten selbst ausgewiesene Tierfans verblüffen: Nashörner gehören wie Zebras und Tapire zu den Unpaarhufern. Nashornkälber kommen zunächst ohne Horn zur Welt, schon wenige Tage nach der Geburt beginnt es jedoch zu wachsen. Und behäbig sind die massigen Tiere keineswegs: Nashörner können Geschwindigkeiten von bis zu 55 Kilometern pro Stunde erreichen.

Auch ihre Sinne halten Überraschungen bereit. Nashörner sehen zwar nicht besonders gut, gleichen das aber durch ein ausgezeichnetes Gehör und einen ausgeprägten Geruchssinn aus. Kommunikation funktioniert zudem über gemeinsame Dungplätze: Anhand der dort hinterlassenen Duftinformationen können die Tiere feststellen, welche Artgenossen sich in der Umgebung aufhalten. Und selbst akustisch zeigen Nashörner eine unerwartete Seite – neben Keuchen und Zischen gehören auch hohe Quietschlaute zu ihrem Repertoire.

Hinter dem spielerischen Zugang steht allerdings ein ernstes Thema. Weltweit existieren heute fünf Nashornarten: Breitmaul- und Spitzmaulnashorn in Afrika sowie Panzernashorn, Sumatra-Nashorn und Java-Nashorn in Asien. Alle sind bedroht: Wilderei und Lebensraumverlust haben ihre Bestände massiv dezimiert. Begehrt ist vor allem das Horn. In pulverisierter Form wird ihm in Teilen Asiens eine angebliche medizinische Wirkung, z. B. in der Krebsbekämpfung, zugeschrieben. Außerdem wird gemahlenes Nashornhorn als Statussymbol konsumiert, einzig und allein, um den eigenen Reichtum zur Schau zur stellen. Dabei besteht es nur aus Keratin – demselben Stoff, aus dem auch menschliche Haare und Fingernägel aufgebaut sind.

Mit Mitteln aus dem Artenschutz-Euro engagiert sich die Wilhelma gleich bei drei Projekten für Nashörner in ihren natürlichen Lebensräumen. Im südafrikanischen Greater Kruger Nationalpark unterstützt sie die „Black Mambas“. Die rein weibliche Ranger-Einheit setzt sich gegen Wilderei ein und leistet zugleich wichtige Bildungsarbeit in den umliegenden Gemeinden. Als Teil der „Black Mamba Conservation Alliance“ hat die Wilhelma seit 2022 bereits mehr als 100.000 Euro zu ihrer Arbeit beigetragen.

Besonders dramatisch ist die Situation des Sumatra-Nashorns. Nur noch wenige Dutzend Tiere leben in freier Wildbahn. Seit 2019 ist die Wilhelma strategischer Partner der International Rhino Foundation und hat rund 270.000 Euro in das von der indonesischen Naturschutzorganisation YABI betriebene Sumatran Rhino Sanctuary investiert. Dort werden Sumatra-Nashörner gezielt nachgezüchtet. Fünf Kälber sind in dem Schutzzentrum bereits zur Welt gekommen – angesichts eines geschätzten weltweiten Bestands von nur noch rund 40 Tieren ist jede einzelne Geburt von enormer Bedeutung. Nach diesem Vorbild soll auch auf Java eine Zuchtstation für das ebenfalls vom Aussterben bedrohte Java-Nashorn entstehen. Die Namen Sumatra- und Java-Nashorn täuschen darüber hinweg, dass beide Arten einst über weite Teile Südostasiens verbreitet waren. Heute haben lediglich kleine Restbestände auf den beiden namensgebenden indonesischen Inseln überlebt. Ohne menschliche Hilfe drohen auch sie, zu verschwinden.

Einen lebenden Botschafter für seine bedrohten Verwandten können die Besucherinnen und Besucher der Wilhelma direkt neben dem Aktionsstand erleben: Panzernashorn Bruno. Der in der Wilhelma geborene Nashorn-Senior ist das älteste Panzernashorn, das derzeit in einem europäischen Zoo lebt. Bruno selbst hat einen wichtigen Beitrag zum Erhalt seiner Art in menschlicher Obhut geleistet. Mehrfach sorgte er in der Wilhelma für Nachwuchs. Seine mittlerweile 24 Nachkommen leben heute in verschiedenen europäischen Zoos, unter anderem in Frankreich, Spanien, Portugal, Polen und Großbritannien. Der Welt-Nashorn-Tag macht damit unmittelbar vor seiner Anlage deutlich, wie eng Zoohaltung, Umweltbildung und Artenschutz miteinander verbunden sein können.

Am 13. September ist in Australien „National Bilby Day“. Auch die Wilhelma nimmt den Aktionstag zum Anlass, auf den Schu...
09/09/2026

Am 13. September ist in Australien „National Bilby Day“. Auch die Wilhelma nimmt den Aktionstag zum Anlass, auf den Schutz des gefährdeten Großen Kaninchennasenbeutlers aufmerksam zu machen. Von 12 bis 16 Uhr informiert das Team der Wilhelmaschule an einem Stand am Ausgang der Terra Australis über den Bilby, seine Gefährdung und das Engagement der Wilhelma für die australische Art. Passend zum diesjährigen National Bilby Day gibt es aus dem von der Wilhelma unterstützten Artenschutzprojekt im australischen Currawinya-Nationalpark eine besondere Erfolgsmeldung: 150 Bilbys wurden dort im August 2026 außerhalb eines raubtiersicheren Schutzgebiets ausgewildert.



Der Greater Bilby, auf Deutsch Großer Kaninchennasenbeutler, war einst über weite Teile Australiens verbreitet. Heute kommt er nur noch in einem Bruchteil seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets vor. Zu seinen größten Bedrohungen gehören eingeschleppte Beutegreifer wie Hauskatzen und Rotfüchse. Hinzu kommen die Konkurrenz durch die ebenfalls aus Europa eingeführten Wildkaninchen sowie der Verlust und die Veränderung geeigneter Lebensräume. Sein nächster Verwandter, der Kleine Kaninchennasenbeutler, ist bereits ausgestorben.



Der Save the Bilby Fund setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, dass dem Großen Kaninchennasenbeutler dieses Schicksal erspart bleibt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Currawinya-Nationalpark im Südwesten des australischen Bundesstaates Queensland. Dort wurde eine durch einen Schutzzaun gesicherte, von eingeschleppten Raubtieren freie Fläche geschaffen. Die Bilbys haben sich in diesem Refugium so erfolgreich vermehrt, dass dort inzwischen mehr als 700 Tiere leben. Nun wurde der nächste entscheidende Schritt gewagt: Im August 2026 wurden 150 gesunde Bilbys aus dem geschützten Areal ausgewählt und jenseits des Zauns in die Wildnis entlassen. Zuvor untersuchte das Projektteam mehr als 280 Tiere. Für Queensland ist die Aktion ein Meilenstein: Erstmals wurden Bilbys dort wieder in einem Gebiet angesiedelt, in dem die Art zuvor lokal ausgestorben war. Im Currawinya-Nationalpark waren wildlebende Bilbys zuletzt in den 1970er-Jahren nachgewiesen worden. Mit der Auswilderung ist die Arbeit allerdings nicht beendet. Die Tiere werden weiterhin überwacht, gleichzeitig müssen eingeschleppte Beutegreifer kontrolliert werden. Ob sich die Bilbys dauerhaft außerhalb des Schutzzauns etablieren und vermehren, wird das langfristige Monitoring zeigen.



Die Wilhelma unterstützt die Arbeit des Save the Bilby Fund seit 2022 mit Mitteln aus dem Artenschutz-Euro, den Besucherinnen und Besucher freiwillig über den Eintritt entrichten. Bereits in den vergangenen Jahren flossen insgesamt 85.000 Euro unter anderem in Wildkameras für das Monitoring sowie in die Finanzierung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin. Darüber hinaus beteiligt sich der Zoologisch-Botanische Garten Stuttgart mit weiteren Mitteln an der Auswilderung außerhalb des Schutzzauns.



Am Sonntag, 13. September 2026, informiert die Wilhelmaschule von 12 bis 16 Uhr am Ausgang der Terra Australis über die Biologie der Bilbys, ihre Bedrohung und die Arbeit des Save the Bilby Fund. Auch der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma ist mit seinem Australien-Infomobil vor Ort vertreten. Das Angebot ist im regulären Eintritt in die Wilhelma enthalten.

In der Wilhelma gibt es gefiederte Neuzugänge: Bei den Grünarassaris sind die ersten zwei Jungvögel des Jahres flügge ge...
08/09/2026

In der Wilhelma gibt es gefiederte Neuzugänge: Bei den Grünarassaris sind die ersten zwei Jungvögel des Jahres flügge geworden. In der zweiten Augusthälfte haben sie ihre Nisthöhle verlassen und erkunden mittlerweile selbstständig die tropische Waldlandschaft im 1.100 m² großen Amazonienhaus.

Bei Grünarassaris handelt es sich um einen im nördlichen Südamerika verbreiteten Tukan. Charakteristisch für diese Vogelfamilie ist der riesige Schnabel. Obwohl dieser so massiv wirkt, ist er federleicht, da er von Luftkammern durchzogen wird. Er dient als körpereigene Klimaanlage, durch die der Vogel überschüssige Wärme nach außen abgeben kann. Außerdem hilft er, Früchte von Bäumen zu pflücken und zu zerquetschen. Eine weitere Besonderheit von Tukanen ist ihre erstaunlich lange, ausgefranste Zunge, die dabei unterstützt, die Nahrung in den Hals zu befördern.

Tukane gehören zur Ordnung der Spechtvögel und sind damit Höhlenbrüter. Aufgrund ihres leichten Schnabels können Sie im Gegensatz zu den eigentlichen Spechten nur in morschem Holz selbst Nisthöhlen anlegen. Ansonsten nutzen sie zur Brut verlassene Spechthöhlen oder natürliche Hohlräume. In der Wilhelma stehen den Grünarassaris speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Nistkästen zur Verfügung. In diese werden zwei bis vier reinweiße Eier gelegt, aus denen nach 16 bis 17 Tagen Brutzeit die Jungvögel schlüpfen. Obwohl sich Grünarassaris als erwachsene Vögel vorwiegend von Früchten ernähren, wird zur Brutzeit ein hoher Anteil an proteinreicher tierischer Nahrung an den Nachwuchs verfüttert. Rund sechs Wochen nach dem Schlupf verlassen die flüggen Jungvögel ihren Nistkasten. Oft haben ihre Eltern zu dem Zeitpunkt schon längst in einer weiteren Höhle mit dem Brutgeschäft bekommen und ziehen bereits die nächste Generation Jungvögel groß. So auch aktuell in der Wilhelma: Während die ersten beiden Jungvögel des Sommers bereits ihre Runden durchs Amazonienhaus drehen, sprießen bei ihren beiden Geschwistern, die in einem anderen Nistkasten erbrütet worden sind, gerade einmal die Federkiele aus der Haut.

Von mild und fruchtig bis rekordverdächtig scharf: Ende August 2026 hat in der Wilhelma die diesjährige Chili-Ausstellun...
02/09/2026

Von mild und fruchtig bis rekordverdächtig scharf: Ende August 2026 hat in der Wilhelma die diesjährige Chili-Ausstellung begonnen. Im Wintergarten der historischen Gewächshauszeile präsentieren die Gärtnerinnen und Gärtner des Zoologisch-Botanischen Gartens eine Vielfalt von rund 80 Chilisorten sowie mehrerer Wildformen. Inmitten des üppigen Grüns von Bananenstauden und Palmen leuchten ihre Früchte in Gelb, Orange, Rot, Violett und beinahe Schwarz. Wilhelma-Gärtnerin Fenja Baumgärtner zeigt sich zufrieden: „Für viele Pflanzen war die Hitze der vergangenen Wochen eine große Beanspruchung. Unseren Chilis haben die hohen Temperaturen aber nicht geschadet – ganz im Gegenteil. Sie sind besonders gut gewachsen. Dieses Jahr haben wir außerdem einige Sorten im Programm, die wir schon lange nicht mehr gezeigt haben, deren Samen aber noch bei uns lagerten. So haben wir zum Beispiel wieder Pflanzen der Sorte Capsicum annuum Spanish Pepper Yellow oder der Wildform Capsicum eximium herangezogen.“



Alle Chilis gehören zur Gattung Capsicum innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse. Ihre Heimat liegt ursprünglich in Mittel- und Südamerika. Von dort gelangten die Pflanzen nach der Ankunft der Europäer in Amerika zunächst auf die Iberische Halbinsel und verbreiteten sich anschließend über weite Teile der Welt. Heute sind Chilis aus zahlreichen Landesküchen nicht mehr wegzudenken. Die Vielfalt ihrer Früchte ist enorm: Sie können rund, länglich, spitz zulaufend oder bizarr gefaltet sein.



Bei den meisten gezeigten Pflanzen handelt es sich um Züchtungen, die aus den Arten Capsicum annuum und Capsicum chinense hervorgegangen sind. Während zu Capsicum annuum neben scharfen Chilis auch viele milde Gemüsepaprika gehören, ist Capsicum chinense für Sorten mit ausgeprägter Schärfe und häufig tropisch-fruchtigem Aroma bekannt. Zu dieser Art zählen unter anderem die Habaneros sowie einige der schärfsten Chili-Züchtungen überhaupt. Wie scharf eine Frucht tatsächlich ist, lässt sich ihrem Äußeren allerdings kaum ansehen.



Verantwortlich für das Brennen im Mund beim Verzehr von Chili ist der Wirkstoff Capsaicin. Der Stoff aktiviert bei Säugetieren Rezeptoren, die normalerweise auf Hitze reagieren. Was wir beim Essen einer Chili als „scharfen Geschmack“ empfinden, ist daher streng genommen kein Geschmack, sondern ein Hitze- und Schmerzreiz. Für die Pflanzen hat dieser Mechanismus einen bemerkenswerten ökologischen Nutzen: Viele Säugetiere meiden die scharfen Früchte. Vögel dagegen reagieren anders auf Capsaicin und können die Beeren ohne das für uns typische Brennen fressen. Mit ihrem Kot verbreiten sie die unverdauten Samen über größere Entfernungen – und tragen damit zur Vermehrung der Pflanzen bei. Capsaicin ist also nicht entstanden, um menschliche Mutproben am Esstisch zu ermöglichen. Die Schärfe der Chilis ist vielmehr Teil einer ausgeklügelten Strategie der Pflanzen, ihre Samen möglichst erfolgreich verbreiten zu lassen.



Besonders gut lässt sich diese Strategie an den Wildformen erkennen. Ihre meist kleinen Früchte stehen häufig aufrecht und lösen sich leicht vom Kelch, sodass Vögel sie gut aufnehmen können. Im Zuge jahrtausendelanger Züchtung durch den Menschen haben sich viele dieser Merkmale verändert. Die Früchte der Kultursorten sind oftmals deutlich größer und schwerer und sitzen fester an den Pflanzen. Gleichzeitig entstand eine enorme Bandbreite an Farben, Formen, Aromen und Schärfegraden. Die Chili-Ausstellung der Wilhelma macht diese Vielfalt unmittelbar erlebbar. Sie schlägt einen Bogen von der Biologie der Wildpflanzen über die traditionelle Nutzung durch den Menschen bis zu modernen Züchtungen, bei denen immer neue Kombinationen von Form, Aroma und Schärfe entstehen.



Für die Einordnung der Schärfe wird häufig die Scoville-Skala verwendet. Während milde Paprika praktisch keine Schärfe besitzt, erreichen besonders scharfe Sorten Werte von weit über einer Million Scoville Heat Units (SHU). Einen Rekord stellte 2005 die aus Indien bekannte Bhut Jolokia mit rund einer Million SHU auf. Es folgten unter anderem Trinidad Scorpion Butch T, Naga Viper und Trinidad Moruga Scorpion. 2013 übernahm Carolina Reaper mit rund 2,2 Millionen SHU die Spitzenposition. Seit 2023 gilt Pepper X mit durchschnittlich 2,69 Millionen SHU als neuer Rekordhalter.

Was verbindet die Regenwälder Mittelamerikas mit den Hochgebirgen Zentralasiens und einer blühenden Wiese vor unserer Ha...
31/08/2026

Was verbindet die Regenwälder Mittelamerikas mit den Hochgebirgen Zentralasiens und einer blühenden Wiese vor unserer Haustür? Sie alle sind Lebensräume einer großen Vielfalt von Tieren und Pflanzen – und vieler Arten, deren Zukunft keineswegs gesichert ist. Am Sonntag, 6. September 2026, rückt die Wilhelma dieses verbindende Thema in den Mittelpunkt: Beim Artenschutztag von 11 bis 17 Uhr zeigen der Zoologisch-Botanische Garten und seine Partnerorganisationen, wie konkrete Schutzarbeit vor Ort funktioniert und was internationale Zusammenarbeit für den Erhalt der Biodiversität bewirken kann.

Über das Gelände der Wilhelma verteilt geben Informations- und Mitmachstände von rund 15 Organisationen aus Baden-Württemberg und aller Welt Einblicke in ihr Engagement im Artenschutz. Neu mit dabei sind unter anderem die Forschungsgemeinschaft zum Erhalt einheimischer Eulen (FOGE) und der Landschaftserhaltungsverband (LEV) Ludwigsburg, der zeigt, mit welchen Maßnahmen das in Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohte Rebhuhn wieder eine Zukunft bekommen soll. Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) stellt ein Schutzprojekt für Meeresschildkröten in Kenia vor, während sich am Stand des NABU alles um die Schneeleoparden in Kirgistan dreht. Im Ausgangsbereich des Amazonashauses berichtet Caspar Bijleveld, Direktor des Papiliorama in Kerzers in der Schweiz und Gründungsmitglied der Corozal Sustainable Future Initiative (CSFI), wie diese zusammen mit der Wilhelma durch den Ankauf von Land und der Finanzierung von Rangergehältern zum Schutz der Biodiversität in Belize beiträgt. Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) informiert über das „Zootier des Jahres“, den Kronenkranich. Das Hauptzollamt Stuttgart klärt über den Schmuggel geschützter Arten auf.

Überall wird deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen im Artenschutz sind: Während in manchen Teilen der Erde die Zerstörung und Zerschneidung natürlicher Lebensräume bedrohten Arten zusetzt, sind andernorts Wilderei, Nutzungskonflikte zwischen Mensch und Tier oder Veränderungen ganzer Ökosysteme aufgrund des Klimawandels entscheidende Faktoren. Auch unmittelbar vor der eigenen Haustür ist der Erhalt artenreicher Kulturlandschaften eine wichtige Aufgabe. Mitmachaktionen laden dazu ein, diese Zusammenhänge auf anschauliche Weise kennenzulernen und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welchen Beitrag jeder Einzelne zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten kann.

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin erklärt: „Artenschutz beginnt mit dem Verständnis dafür, dass das Überleben einer Art immer auch von ihrem Lebensraum und einem funktionierenden Ökosystem abhängt. Das möchten wir auch am Artenschutztag sichtbar machen. Unsere Partnerinnen und Partner arbeiten unter ganz unterschiedlichen Bedingungen und auf verschiedenen Kontinenten – sie verbindet aber ein gemeinsames Ziel: Tier- und Pflanzenarten dauerhaft eine Zukunft zu sichern. Wir möchten unseren Besucherinnen und Besuchern zeigen, was mit Fachwissen, Ausdauer und gemeinschaftlichem Engagement erreicht werden kann.“

Der Zoologisch-Botanische Garten verbindet die Haltung und Vermehrung bedrohter Arten in menschlicher Obhut mit dem Schutz von Tieren, Pflanzen und ihren Lebensräumen in der Natur. In wissenschaftlich koordinierten Ex Situ-Programmen werden Reservepopulationen bedrohter Tierarten aufgebaut und erhalten. Auch in der Botanik beteiligt sich die Wilhelma an Erhaltungssammlungen und Projekten zur Bewahrung seltener Pflanzen. Die Wilhelma ist zudem seit 2022 Mitglied der Weltnaturschutzunion IUCN. Mit der Gründung eines IUCN Centers for Species Survival (CSS), das den Gefährdungsstatus von Reptilien und Orchideen auf der Roten Liste der IUCN erfasst, hat die Wilhelma ihre Rolle im internationalen Artenschutz weiter ausgebaut.

Gleichzeitig unterstützt die Wilhelma rund 40 In Situ-Artenschutzprojekte in aller Welt. Dabei kamen seit 2023 über eine Million Euro pro Jahr zusammen. Eine wesentliche Grundlage für dieses Engagement bildet der Artenschutz-Euro, den die Besucherinnen und Besucher über den Eintritt in den Zoologisch-Botanischen Garten beitragen. Hinzu kommen die Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma sowie Spenden von Einzelpersonen und Firmen.

Die Aktionen zum Artenschutztag finden am Sonntag, 6. September 2026, von 11 bis 17 Uhr statt. Die Teilnahme ist im regulären Eintritt in die Wilhelma enthalten.

Der Numbat beweist es: „Reverse the Red“ ist möglichDer weltweite Verlust der biologischen Vielfalt gilt als eine der gr...
11/08/2026

Der Numbat beweist es: „Reverse the Red“ ist möglich

Der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt gilt als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die internationale Artenschutzbewegung „Reverse the Red“ verfolgt deshalb ein ehrgeiziges Ziel: Arten sollen nicht länger auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) in immer höhere Gefährdungskategorien aufsteigen – vielmehr soll dieser Trend umgekehrt werden. Dass dies gelingen kann, zeigt jetzt ein bemerkenswerter Erfolg aus Australien: Der Numbat, auch Ameisenbeutler genannt, wurde von der IUCN von der Beurteilung „Stark gefährdet“ um gleich zwei Kategorien auf „Potenziell gefährdet“ herabgestuft. Auch die Wilhelma hat dazu beigetragen.

Möglich wurde dieser Erfolg durch mehr als drei Jahrzehnte konsequenter Schutzarbeit. Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Zucht- und Auswilderungsprogramm des Perth Zoos, das seit 1993 insgesamt 325 dort geborene Numbats für die Wiederansiedlung in geeigneten Lebensräumen in Westaustralien, Südaustralien und New South Wales bereitgestellt hat. Gemeinsam mit zahlreichen Naturschutzpartnern konnten mehrere neue, sich selbst erhaltende Populationen aufgebaut werden. Während Ende der 1970er Jahre nur noch rund 300 Exemplare der gut eichhörnchengroßen Beuteltiere in freier Wildbahn lebten, wird ihr Bestand heute auf 2.000 bis 3.000 Tiere geschätzt.

Die Wilhelma unterstützt den Perth Zoo seit 2025 mit 10.000 Euro pro Jahr bei diesem wichtigen Artenschutzprojekt. Die Mittel stammen aus dem Artenschutz-Euro, den die Besucherinnen und Besucher der Wilhelma mit ihrem Eintritt leisten. Sie fließen in die aufwendige Beschaffung von Termiten – der natürlichen Hauptnahrung der Numbats. Ohne diese spezielle Ernährung wäre eine erfolgreiche Zucht und die Vorbereitung der Tiere auf ein Leben in der Wildnis nicht möglich.

In der Natur ernähren sich Numbats fast ausschließlich von Ameisen und Termiten. Um den Bedarf der Zuchttiere zu decken, sammeln Mitarbeitende des Perth Zoos jede Woche die lebenden Insekten im australischen Busch. Die Jungtiere wachsen dank dieser Nahrungsquelle unter möglichst naturnahen Bedingungen heran und werden sorgfältig auf ihre spätere Auswilderung vorbereitet. Ziel ist es, ihnen die bestmöglichen Voraussetzungen für ein selbstständiges Leben in ihrem natürlichen Lebensraum zu geben.

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin erklärt: „Die Rückstufung des Numbats auf der Roten Liste ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Artenschutz wirkt, wenn er wissenschaftlich fundiert, langfristig angelegt und international vernetzt ist. Solche Erfolgsgeschichten brauchen wir. Sie zeigen, dass wir den Rückgang bedrohter Arten tatsächlich umkehren können – ganz im Sinne von Reverse the Red“.

Trotz der erfreulichen Entwicklung bleibt der Numbat auf intensive Schutzmaßnahmen angewiesen. Die Art besiedelt heute noch weniger als ein Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets. Vor allem verwilderte Hauskatzen und Füchse stellen weiterhin eine erhebliche Bedrohung dar. Das Zucht- und Auswilderungsprogramm des Perth Zoos wird daher konsequent fortgeführt.

Für zwei Alpensteinböcke aus der Wilhelma hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Am Donnerstag, 30. Juli 2026, wurden s...
04/08/2026

Für zwei Alpensteinböcke aus der Wilhelma hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Am Donnerstag, 30. Juli 2026, wurden sie in den Hohen Tauern in die Natur entlassen. Sie waren dabei nicht alleine: Mit ihnen zusammen wurden noch acht Artgenossen aus drei weiteren europäischen Zoos ausgewildert. Initiiert und koordiniert wurde die Aktion durch eine lokale Initiative vor Ort in Österreich.

Für die beiden weiblichen Tiere, die 2024 in der Wilhelma zur Welt gekommen sind, begannen die Reisevorbereitungen bereits einige Wochen vorher: Am 1. Juli wurde ihr Gesundheitszustand veterinärmedizinisch überprüft, Blutproben genommen und die vorgeschriebenen Ohrmarken angebracht. Am Vormittag des 29. Juli wurde jede der beiden Geißen dann von den zuständigen Tierpflegerinnen in eine eigene Transportkiste bugsiert und in einen klimatisierten Transporter verladen. In Österreich angekommen wurde zunächst noch eine Zwischenübernachtung eingelegt. Am folgenden Morgen ging es dann im Konvoi ins Gebirge. Am Ort der Auswilderung angekommen, wurden die zehn Transportkisten der vier beteiligten Zoos vorsichtig nebeneinander platziert und zeitgleich geöffnet. Die Auswilderung aller zehn Tiere verlief erfolgreich.

Dr. Ulrike Rademacher, Kuratorin für Huftiere in der Wilhelma, erklärt: „Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus anderen Zoos zu dieser gelungenen Aktion beitragen durften. Zwar gelten Steinböcke heutzutage nicht mehr als gefährdet. Oft leben sie aber in Inselpopulationen, die nicht miteinander verbunden sind. Seit 1994 haben wir daher nun insgesamt 25 unserer eigenen Nachzuchten für bestandsstützende Maßnahmen in Österreich zur Verfügung gestellt. Sie helfen dabei, Populationslücken zu schließen und genetische Vielfalt in den Beständen zu sichern.“

Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin fügt hinzu: „Der Alpensteinbock ist eine Art, bei der schon seit langer Zeit erfolgreich ausgewildert wird. Möglich ist das, da seine Lebensräumer weitgehend intakt sind und er nicht mehr verfolgt wird. Das sind die Grundvoraussetzungen für jede Auswilderung: Zunächst müssen die Ursachen behoben sein, die einst zur Dezimierung einer Art in der Natur geführt haben. Bei vielen in Zoos gehaltenen Arten ist dieser Zeitpunkt aber noch nicht erreicht. Artenschutz ist darum eine langfristige, oft generationenübergreifende Aufgabe.“

Der Alpensteinbock war noch bis ins 16. Jahrhundert in den Hochgebirgslagen der Alpen sehr verbreitet Art. Aufgrund von intensiver Bejagung war die Art bis Mitte des 19. Jahrhunderts fast ausgerottet. Im Gran Paradiso Nationalpark in Italien blieb eine Restpopulation erhalten, die 1821 auf rund 60 Exemplare geschätzt wurde. Dank strenger Schutzmaßnahmen konnte sich der dortige Bestand bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wieder auf rund 3.000 Tiere erholen. Gezielten Wiederansiedlungen von Steinböcken, sowohl aus der Population am Gran Paradiso als auch aus Wildparks und Zoos in zuvor verwaisten Gebieten, ist es zu verdanken, dass heute wieder über 50.000 der charismatischen Bergziegen im gesamten Alpenraum heimisch sind.

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Wilhelma 11
Stuttgart
70376

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