02/08/2026
– Massenanfall von Verletzten
Laute Schreie von drei Schwerstbrandverletzten gellten durch die Stille des Geländes, als unser erstausrückendes Fahrzeug nach der Alarmierung unter dem Stichwort „Massenanfall an Verletzten“ an der Deponie Einöde ankam. Ein Bild des Grauens bot sich den anrückenden Feuerwehrleuten: Im Wald am Hang war es zu einer Verpuffung gekommen, die Vegetation stand in Flammen und die Verletzten mussten gerettet werden. Zu allem Überfluss befand sich in einem angrenzenden, mannshohen, sehr schmalen Tunnel, der sich rund 320 Meter in den Berg unter dem Steinprügel bohrte, eine unbekannte Anzahl weiterer Verletzter. Stress und Adrenalin pur für die Einsatzkräfte.
Schnell leiteten die nach und nach eintreffenden Fahrzeugführer mit ihren Mannschaften die ersten Maßnahmen ein: Menschenrettung aus dem Wald und Erstversorgung der Verletzten, Einrichtung eines Behandlungsplatzes, Brandbekämpfung und die Suche nach Verletzten im Tunnel. Dazu drangen mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz in den Tunnel vor. Sie fanden erschwerte Bedingungen vor, waren doch die Verhältnisse mit großer Hitze, beengtem Raum und dem Vorhandensein eines unbekannten Stoffs geeignet, jedem körperlich und psychisch das Äußerste abzuverlangen.
Dennoch retteten sie insgesamt weitere neun Personen aus dem Tunnel, darunter einen Säugling mit seiner Mutter. Zwei Personen waren bewusstlos. Messeinheiten suchten parallel das Gelände und den Tunnel nach der Ursache des Unglücks ab. Eine Verpuffung durch Schwefelwasserstoffgas (H2S), das durch Fäulnisgase tief im Inneren des Berges durch Sickerwasser entstanden war, stellte sich als „Übeltäter“ heraus.
Nachdem Einheiten des Deutschen Roten Kreuzes eingetroffen waren, wurden die Verletzten professionell versorgt. Ein Notarzt, ein Organisatorischer Leiter Rettungsdienst sowie die Besatzungen von drei Rettungswagen kümmerten sich um die Menschen.
Alle Teilnehmer waren begeistert von dem Übungsszenario, das beim anschließenden gemeinsamen Grillen noch reichlich Gesprächsstoff bot. Besonders realistisch war die Übung durch das Mitwirken der Schmink- und Mimtruppe des DRK-Degerloch.