24/03/2026
Anno 1628. Von Wacht, Wehr und guter Ordnung zu Stralsund. ⚔️
Dies Bildnis zeiget in nachgebildeter Weise die Stralsunder Stadtwache vom Stralsunder Traditionsverein in den Kriegsjahren um anno 1628.
Wiewohl es kein wahrhaft zeitgenössisch Zeugnis noch urkundlicher Beleg aus selbiger Zeit ist, so dienet es doch dazu, die bedrängte Lage der Stadt mit kunstreicher Hand vor Augen zu stellen.
In diesem Jahre, da große Kriegsnot, Furcht und ungewisse Händel die ehrwürdige Hansestadt Stralsund beschwerten, ist mit allem Ernst auf Wacht, Wehr und gute Ordnung gesehen worden. Denn alldieweil viel fremdes Kriegsvolk im Lande zog und man täglich neuer Anschläge, Brandes und Überfalls zu besorgen hatte, wurden Tore, Mauern, Gassen und Plätze fleißig bewacht.
Also sind die Wächter und dienenden Knechte der Hansestadt bei Tag und Nacht auf den ihnen verordneten Posten befunden worden, ein jeder mit seiner Wehr versehen, etliche mit blanker Klinge, etliche mit Spieß, Haken oder anderer Notwehr, dazu mit Laternen und Horn, damit sie bei nächtiger Zeit desto besser sehen, rufen und warnen möchten. Und ob schon Regen, Sturm und finstere Nacht groß gewesen, so haben sie doch ihren Dienst nicht verlassen.
Also hat man befunden, dass nicht allein Mauern, Türme und Tore eine Stadt schützen, sondern auch treue Männer und Weiber, die in Gehorsam, Zucht und Unerschrockenheit auf ihrer Wacht verharren. Und es ist Stralsund in solchen schweren Zeiten zu großer Hilfe gewesen, dass die Wache treulich bestellt und die Bürgerschaft wachsam geblieben.