10/11/2025
Der November ist ein schwerer Monat.
Der heutige Tag ist ein schwerer Tag.
Seit 16 Jahren.
Seit einer der besten Torhüter seiner Generation am Abend an einem kleinen Bahnübergang an den Schranken vorbei ging und sich auf die Gleise stellte.
Und dort wartete, bis der Zug kam.
Der Zug kam und mit ihm der Moment an diesem Tag in diesem Monat, der Alles änderte.
Für die Lokführer, die Zugführer, die Fahrgäste, die Ersthelfer und die Leute am Unfallort.
Für ihre Familien, ihre Freunde, ihr Umfeld.
Für Robert Enke, der in diesem Moment dort auf den Schienen starb.
Und für einen Moment, ein paar Tage und Wochen änderte sich einigermaßen flächendeckend die Einstellung Vieler.
Depressionen sind eine Krankheit!
Keine Schwäche, keine Weichheit, kein Dies und kein Das - nur ein Wort: leider.
Weil es sie leider gibt und darüber müssen wir nicht streiten, sondern das müssen wir akzeptieren.
Und wie alle Krankheiten zwischen Geist und Seele sieht man sie gar nicht, bemerkt sie oft nicht und weiß selten, damit umzugehen.
Vielleicht erklärt eine Frage mehr, als so mancher schnell zusammengeratener Versuch einer Antwort: wer weiß, wer da wirklich auf den Schienen stand - noch der ehemalige Nationalspieler oder schon nur noch die Krankheit?
Lieber Robert!
Dieser Tag wird immer schmerzhaft sein.
Eine unsichtbare Narbe, die Bilder auslöst: finster, dunkel, aussichtslos.
Eine schwarze Spirale die sich immer abwärts dreht.
Und wir Beide am Spielfeldrand, ein kurzes Gespräch, abklatschen und dann drehst Du Dich lachend weg, winkst mir zu und läufst dann auf Deine Kurve zu.
Unser Abschied.
Etwas mehr als 50 Stunden später war Nichts mehr so, wie es an diesem Spieltag schien.
War ich nur zufällig dort im Stadion oder habe ich einen Auftrag bekommen? Von Dir oder vom Schicksal, was immer das auch sein mag?
Egal wie, ich werde immer wieder daran erinnern, das wir auch eine Verantwortung dafür tragen, wie wir miteinander umgehen!
Es ist nicht immer Alles mit irgendeiner Subvention oder Ausgleichszahlung zu regeln, wir sollten dringend mehr auf einander achten!
Das bin ich Dir schuldig, diesem freundlichen, stillen und zugewandten jungen Burschen, mit dem ich immer so gern gesprochen habe.
Das bin ich mir schuldig, denn ich bin genau so ein Mensch wie Du und habe nur eine einzige Krankheit weniger.
Das ist keine Leistung, sondern nur ein Zufall.
Das sind wir denen schuldig, die diese schreckliche Krankheit haben, die darunter leiden und sich oft nicht verständlich machen können.
Und das sind wir denen schuldig, die von einer Sekunde auf die andere in diesen Sog gezogen werden, bloß weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort sind.
Oder Lokführer sind.
Wir sind es Allen schuldig, immer wieder daran zu erinnern, weil wir Menschen sind!
Auch das ist keine Leistung, aber eine Tatsache.
Und immer auch eine Chance.
So oder so.
Niemals allein!
Dein Lotto 🖤