Hendrik möchte wieder Lachen

Hendrik möchte wieder Lachen Unser Hendrik möchte wieder Lachen! Die Story eines kleinen Delitzschers, der trotz schwerer Krankheit versucht ein normales Leben zu führen.

Die Angst, die mich auffrisst!!! Das Leben meines Sohnes – ein Zeitraffer…



Ich bin Mutter eines Sohnes und jeder kennt die Angst, dass seinem Kind etwas zustoßen könnte. Ein Unfall, Krankheiten usw. In den Medien erlebt man ja vieles davon und denkt es ist weit weg und betrifft einen zum Glück nicht selbst. Das dachte ich auch!!! Bis uns der Horror traf!!! Als mein Sohn Hendrik 3 Jahre alt war,

bekam er starke Bauchschmerzen und wir gingen von Arzt zu Arzt und keiner konnte uns eine Diagnose geben. Schließlich nach 2 Wochen bangen, was mit meinem Kind ist, sind wir in der Uniklinik Halle-Kröllwitz auf der Onkologiestation gelandet. Dort stellten Sie anhand von Ultraschalluntersuchungen einen 12 cm großen Tumor an der linken Niere und Metastasen in Leber und Lunge fest. Das war ein K.O.-Schlag direkt ins Gesicht!!!! Die ersten Gedanken waren, „Mein Kind stirbt und ich kann nichts machen!“
Die Hilflosigkeit, die uns als Eltern in diesem Moment traf, war unbeschreiblich groß. Nun kamen unzählige Untersuchungen auf uns zu und ständig mussten die Flexülen neu gelegt werden, da diese immer wieder verstopften und somit kein Blut entnommen werden konnte. Wir sahen unser Kind ohne Haare, abgemagert im Bett liegend an sämtlichen Schläuchen und Geräten. Das schlimmste an den vielen Untersuchungen war, dein Kind leiden zu sehen. Du weißt, das alles was die Ärzte unternehmen dein Kind retten kann, aber als Mutter oder Vater will man sein Kind nicht leiden sehen! Wie oft hat Hendrik gesagt „warum ich“, „ich will die Medi nicht“ oder „ich will nach Hause“. In solch einer Situation dein Kind aufzufangen, für es da zu sein und selber nicht daran kaputt zu gehen, ist wahnsinnig schwer. Der erste Lichtblick in Hendriks noch kurzen Leben kam im Mai 2010. Die erste große OP stand an. Während der OP wurden ihm eine Niere, der Tumor sowie Metastasen an der Leber entnommen. Die Angst, die du in solch einem Moment hast ist unbeschreiblich groß. Du vertraust den Ärzten das Leben deines Kindes an und hoffst, dass du danach dein Kind wieder in die Arme schließen kannst. In diesen vielen, auf das Ende der OP wartenden Stunden fühlte ich mich, als ob mir jemand die Luft zum Atmen nimmt. Die OP verlief zum Glück gut. Doch nun mussten wir unserem 3-jährigem Sohn erklären, warum er auf dem Bauch einen großen Strich, die Narbe, hat und warum er diese Schmerzen ertragen muss. Wir erklärten ihm, dass er „böse Bälle“ im Bauch hatte und diese raus mussten. Das verstand er und konnte so mit dem „Strich“ umgehen. Da wird einem erstmal bewusst, dass man als Eltern immer stark für sein Kind sein muss, aber es ist leichter gesagt als getan. Die Angst, dass der Krebs weiter wütet ist trotzdem immer da. Also beschlossen wir, als Hendrik sich erholt hatte, im Dezember 2010 in eine Klinik nach Tübingen zu fahren. Dort wurden Gewebeproben an Lunge und Leber entnommen um festzustellen, ob die Krebszellen abgestorben sind. Zum großen Glück war das der Fall und Hendrik musste sich noch einer Bestrahlung unterziehen und im April 2011 war die Therapie beendet.

1,5 Jahre durch die Hölle und wieder zurück. Ich hatte ein gesundes Kind geboren, alles dran, keine seelischen Narben! Wir versuchten trotz der vielen notwendigen Kontrollen in der Uniklinik Halle ein „normales“ Leben mit unserem Sohn aufzubauen. Wir waren zu viert zur Kur und mussten wieder lernen eine Familie zu werden. Als Eltern hatten wir immer Angst vor den Kontrollen. Immer dieselben Gedanken „könnte wieder was sein?“! Doch umso mehr Zeit verging und die Kontrollen positiv verliefen wurde es erträglicher. Doch die Angst verschwindet nie und ist, auch beim kleinsten „Aua“, ständig da. Auch ich musste wieder lernen ein Stück loszulassen. Erstmal war alles gut und Hendrik kam in die Schule. Er lernte gerne und genoss sein Leben. Was uns alle sehr erfreute.

… bis zum März 2015! Anfang März 2015 erbrach er viel Blut und wurde sofort ins St. Georg nach Leipzig eingeliefert, da die Uniklinik Halle zu weit war. Dort sagten uns nach den Untersuchungen die Ärzte, dass in der Speiseröhre ein Blutgefäß geplatzt ist. Die Ursache war, das die Leber den Druck falsch leitet. Da die Leber zweimal beschnitten wurde, führt sie das Blut nach oben anstatt nach unten. Dadurch kommt es zu einer Stauung, in Form einer Krampfader bzw. zum platzen des Gefäßes. Die Ärzte „klippten“ die betroffene Stelle in der Speiseröhre. Jedoch sagten Sie uns, dass dies jederzeit wieder passieren kann. Doch welches Gefäß als nächstes platzen könnte und ob es wieder in den Magen oder in andere innere Körperregionen blutet, das konnte uns keiner sagen zumal nicht alle Gefäße geklippt werden können. Als Mutter denkt man in diesem Moment, „nicht noch einmal“ und „wie soll man das zum zweiten Mal durchstehen?“. Es zieht einem die Beine weg und man ist der Ohnmacht nahe. Wie soll man als Mutter, als Familie damit umgehen, das dass eigene Kind jederzeit innerlich verbluten kann? Er hat doch als 8-jähriger sein ganzes Leben noch vor sich!!! Eine Möglichkeit gibt es noch! Irgendwann eine Lebertransplantation bzw. eine Entfernung der halben Leber in Hannover. Doch bis dahin ist noch viel Zeit. Die Last auf den Schultern als Elternteil wird immer größer, da man nicht weiß was noch kommt! Man möchte sein Kind nur noch glücklich sehen, ihm am besten jeden seiner Wünsche erfüllen und sich mit ihm freuen, das er seinen Lebensmut nicht verloren hat. Bis zur bevorstehenden OP in Hannover ist noch Zeit und um Hendrik zu motivieren, ihm weiterhin Lebensmut zu geben reicht die Gabe meiner bzw. unserer Liebe nicht aus. Ich bin ausgebrannt und froh über jede Hilfe und Unterstützung. Hendrik möchte mit seiner Familie viel lachen und IHR könnt ihm helfen. Er möchte so gern einmal ins Legoland, auf einen Reiterhof und ins Tropical Island.

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