09/02/2026
Hilfe aus Soest erreicht frierende Kinder in Kiew: Seit Mitte Januar gibt es in vielen Häusern und Wohnungen der ukrainischen Hauptstadt Kiew weder Licht noch Wärme. Unter den gezielten Angriffen Russlands auf die Energieinfrastruktur bei klirrender Kälte leiden vor allem die Kinder.
Hilfe aus Soest und Umgebung sorgt nun immerhin bei mehr als 100 Familien für etwas Schutz vor den niedrigen Temperaturen. Maryna Bohun, in Kiew wohnende Projekt-Partnerin der Jürgen Wahn Stiftung e.V., hat mit unseren Spenden jetzt Material für mehr als 100 Hilfspakete für kleine und größere Familien beschafft. Diese sind meist aus dem Kriegsgebiet im Donbass geflohen. Am vergangenen Wochenende unterstützten Maryna zahlreiche Freundinnen bei der Verteilung von Päckchen mit Fleece-Decken für Kinder und Eltern, Hand- und Fußwärmern, Stirnlampen, Powerbanks, Trocken-Shampoo und Müsli-Riegeln.
Die Finanzierung ermöglichte die Jürgen Wahn Stiftung mit 5.000 € aus ihrem eigenen Budget. Weitere rund 3.500 € von Spendern aus Soest und den Nachbargemeinden gingen nach einem Bericht im Soester Anzeiger ein. „Wir danken allen sehr für diese spontane Hilfsbereitschaft“, freut sich Thomas Frye, Vorsitzender der Jürgen Wahn Stiftung, über die große Resonanz. Die Gelder seien sofort nach Kiew weitergeleitet worden, denn sie sollten möglichst schnell den frierenden Menschen helfen.
„Bei der Übergabe der Pakete gab es eine Mischung aus Tränen, Kinderlachen, Umarmungen und großer Dankbarkeit“, beschreibt Maryna Bohun die Stimmung. Generell sei die Situation in Kiew sehr kritisch. Es gebe gerade einmal zwei Stunden am Tag Strom. Die Temperaturen in den Wohnungen liege unter 10 Grad. Oft sei das Wasser aus den Heizungen abgelassen, um einem Platzen der Leitungen vorzubeugen. Besserung ist in nächster Zeit nicht in Sicht. Maryna: Wir können den Frühling kaum erwarten“.