15/10/2026
Meine lieben Glühwürmchen,
15. Oktober – Internationaler Sternenkindertag ❤️
Für all die kleinen Seelen, die viel zu früh gehen mussten und für die Herzen, die sie für immer vermissen.
Es war eine dieser Nächte, in denen der Himmel besonders still war. Kein Windhauch bewegte die Blätter des alten Wächterbaumes David. Selbst die Sterne schienen ein wenig leiser zu funkeln.
Der gute alte Mond stand am Himmel und blickte hinunter auf die Erde. Auf all die Eltern, Großeltern, Geschwister, Tanten, Onkel und Familien, die heute mit Tränen in den Augen nach oben schauten. Auf Menschen, die ein Kinderlachen vermissen, das niemals alt werden durfte. Auf A**e, die sich noch immer erinnern, wie sich ein kleines Wesen darin angefühlt hat. Auf Herzen, in denen eine Liebe wohnt, für die es keinen Abschied gibt.
Da hob der Wächterbaum David seine alten Äste und flüsterte zum Mond:
„Guter alter Mond, sag mir, warum müssen manche Kinderseelen ihre Reise beenden, bevor sie überhaupt richtig auf dieser Erde angekommen sind? Warum bleiben Kinderzimmer leer, während die Sehnsucht ihrer Familien jeden Tag ein wenig größer wird? Warum müssen Herzen lernen, mit einem Schmerz zu leben, für den es keine Worte gibt?“
Der gute alte Mond schwieg lange. Dann legte er sein silbernes Licht auf Davids raue Rinde.
„Ach, lieber Wächterbaum David, wenn ich all die Tränen zählen würde, die in dieser Nacht um Sternenkinder geweint werden, würde mein Licht darin ertrinken.
Ich kenne sie alle. Die kleinen Seelen, die schon vor ihrer Geburt wieder zu mir zurückgekehrt sind. Die Babys, die nur wenige Atemzüge auf dieser Welt bleiben durften. Die Kinder, die ihre ersten Schritte nicht mehr gehen, ihre ersten Worte nicht mehr sprechen und ihre Träume nicht mehr selbst erleben konnten.
Ich kenne auch die, über die nur selten gesprochen wird. Die Sternenkinder, deren Namen vielleicht niemand außer ihrer Familie kennt. Die Kinder, deren Platz am Tisch leer geblieben ist. Die kleinen Menschen, die Geschwister hätten sein sollen, Freunde, Schulkinder, große Menschen mit eigenen Geschichten.
Keines dieser Kinder ist weniger wichtig, nur weil die Welt vielleicht nie erfahren hat, dass es sie gab.
Jedes einzelne zählt. Jeder Name. Jede Erinnerung. Jede Liebe.“
David der Wächterbaum ließ seine Äste traurig sinken.
„Was ist mit den Menschen, die zurückbleiben, lieber Mond? Mit jenen, die morgens aufstehen müssen, obwohl ihre Welt in Stücke zerbrochen ist? Mit denen, die lächeln, obwohl sie innerlich weinen?“
Der gute alte Mond wurde ganz weich in seinem Licht.
„Für sie wünsche ich mir, dass niemand ihre Trauer kleinredet. Dass niemand ihnen sagt, sie müssten doch längst darüber hinweg sein. Denn Liebe hat keinen Kalender, David. Trauer kennt keinen festen Weg.
Manche Tage sind leichter. An anderen genügt ein Lied, ein Duft, ein Datum oder ein winziger Augenblick, und plötzlich ist alles wieder da.
Ein Sternenkind wird nicht vergessen, nur weil seine Familie irgendwann wieder lacht. Es wird nicht weniger geliebt, wenn die Jahre vergehen.
Ein Kind muss nicht lange gelebt haben, um für immer geliebt zu werden.“
Als ich diese Geschichte schrieb, dachte ich an meine kleine Mausi. An meine Nichte Miri.
Mein kleines Mädchen, das viel zu früh vom guten alten Mond geküsst wurde und in den Himmel gezogen ist.
Ach, Miri … ❤️
Es gibt Menschen, die hinterlassen Spuren auf der Erde, und es gibt kleine Seelen, die hinterlassen ihre Spuren mitten im Herzen. Du gehörst zu jenen, deren Platz niemals einfach von jemand anderem eingenommen werden kann.
Du bist meine kleine Mausi. Meine Miri. Ein Teil unserer Familie, ein Teil unserer Geschichte und ein Teil dieser Liebe, die nicht einfach verschwindet, nur weil wir dich nicht so bei uns haben dürfen, wie wir es uns gewünscht hätten.
Manchmal wünschte ich, ich könnte dem Mond all die Fragen stellen, auf die es keine Antwort gibt. Ich würde ihn fragen, ob er dich behutsam hält. Ob sein Licht dich wärmt. Ob irgendwo dort oben ein Ort ist, an dem du all das erleben darfst, was dir hier auf Erden verwehrt geblieben ist.
Vielleicht würde ich ihn gerade jetzt einfach bitten, dir einen Kuss von mir mitzugeben.
Einen Kuss für meine kleine Mausi.
Einen Kuss für Miri und ein Versprechen, dass niemals aufhört, wahr zu sein:
Du bist nicht vergessen, mein Schatz. Du wirst geliebt. Heute, morgen und an jedem einzelnen Tag, der noch kommen wird. ❤️
Der alte Wächterbaum David beugte sich ein wenig weiter zum Mond hinauf.
„Dann lass uns heute Nacht besonders hell leuchten“, flüsterte er. „Nicht, damit der Schmerz verschwindet. Sondern damit niemand mit seiner Trauer allein bleiben muss.“
So breitete David der Wächterbaum seine Äste über die Erde aus, während der gute alte Mond sein silbernes Licht über die Familien legte, die ihre Sternenkinder vermissten.
Über jene, die ein Grab besuchen.
Über jene, die einen Namen in ihrem Herzen tragen, den kaum jemand kennt.
Über jene, die jedes Jahr an einem bestimmten Tag still werden.
Über Mütter und Väter, die ihr Kind niemals vergessen werden. Über Geschwister, die jemanden vermissen, den sie vielleicht nie kennenlernen durften. Über Großeltern, Tanten, Onkel und all die Menschen, deren Liebe keinen Platz für ein Ende kennt und über jedes einzelne Sternenkind.
Denn heute geht es nicht nur um die Trauer. Es geht auch darum, dass diese Kinder existiert haben. Dass sie dazugehören. Dass ihre Leben, so kurz sie auch gewesen sein mögen, Bedeutung haben.
Dass wir ihre Namen aussprechen dürfen.
Das wir weinen dürfen.
Das wir uns erinnern dürfen.
Das wir niemals erklären müssen, warum wir einen Menschen vermissen, den wir so sehr lieben.
Meine lieben Glühwürmchen,
am heutigen Internationalen Sternenkindertag möchte ich euch alle umarmen, die ein kleines Wunder verloren haben.
Vielleicht tragt ihr euren Schmerz schon viele Jahre mit euch. Vielleicht ist euer Verlust noch ganz frisch. Vielleicht habt ihr nie erzählen können, wie sehr euch dieses kleine Leben bedeutet hat.
Heute ist Raum für euch. Für eure Tränen, eure Erinnerungen, eure Wut, eure Liebe und eure Sehnsucht.
Wenn ihr mögt, dann entzündet ein Licht. Sprecht den Namen eures Sternenkindes aus. Schaut zum Himmel. Oder legt einfach eine Hand auf euer Herz.
Ihr müsst heute nicht stark sein.
Ihr müsst niemandem etwas beweisen und ihr müsst eure Liebe niemals loslassen.
An alle Sternenkinder dieser Welt: Ihr seid Teil unserer Welt, auch wenn eure kleinen Füße sie nicht lange berühren durften. Ihr seid Teil eurer Familien, auch wenn eure A**e euch nicht mehr halten können. Ihr seid geliebt, auch über alle Grenzen zwischen Himmel und Erde hinaus. ❤️
An meine kleine Mausi Miri:
Der gute alte Mond mag dich damals geküsst und mit in den Himmel genommen haben. Aber meine Liebe zu dir ist hiergeblieben. Sie lebt in meinem Herzen und solange ich dich liebe, wird es immer einen Platz geben, an dem du ganz nah bei mir bist.
In Liebe und stillem Gedenken an Miri und an alle Sternenkinder, die für immer in unseren Herzen weiterleben.
Eure Seelchenmama Sonja mit Leopold Kaninchen tief im Herzen ❤️ und Frieda ganz nah ❤️