03/04/2026
Hohe Rossfelder statt Hoher First
Skitour des Alpenvereins im Jennergebiet
In diesem Winter, der ein Spätherbst war, sind Skitouren immer schwieriger längerfristig planbar. Und so war an die Durchführung der im Programmheft des DAV Simbach ausgeschriebenen Tour auf den Hohen First in der Osterhorngruppe nicht zu denken und als würdiger Ersatz mussten wieder einmal die Hohen Rossfelder im Berchtesgadener Land herhalten.
Es hatte zwei Tage lang ordentlich geschneit und das im Wetterbericht versprochene Schönwetterfenster hatte sich aufgetan, als die sechs Simbacher Skitourengeher in Hinterbrand, unweit der Mittelstation der Jennerbahn, starteten, um ein echtes Wintermärchen zu erleben. Bis zu 50 Zentimeter fluffiger Neuschnee glitzerten in der Sonne, als sie auf Steigfellen an den Skiern an der Königsbachalm und der Priesbergalm vorbeiglitten. In der kalten Luft taten die wärmenden Sonnenstrahlen gut. Nun steilte sich das Gelände auf und in gut angelegter Aufstiegsspur gewann man über das erste und das zweite Rossfeld gleichmäßig an Höhe. Bis zum Ziel, dem, auf Berchtesgadenerisch, „Winterbankei“, konnte man mit Ski steigen. Auf diesem Logenplatz in einer Felsnische am Fuße des Fagstein mit herrlichem Blick auf den König Watzmann genossen die Alpinisten die Rast.
Die Abfahrt erfolgte natürlich diszipliniert um die Schneedecke nicht zu stark zu belasten und dennoch wurden alle erdenklichen Varianten angesteuert, um möglichst viele gänzlich unverspurte Hangpartien zu finden, wo jeder seinen persönlichen Pulvertraum ausleben konnte.
Um diesen außergewöhnlich schönen Tag auch auszunützen wurde im Priesberger Moos in der Nähe der Branntweinbrennhütte nochmals angefellt und die Skibergsteiger strebten im gleichmäßigen Westalpenschritt durch das Königstal und vorbei an der Königsbergalm in absoluter Einsamkeit dem Carl-von-Stahl-Haus am Torrener Joch zu. In dieser Alpenvereinshütte konnte man sich aufwärmen und stärken um dann über die ehemaligen Skipisten nördlich des Jenner in der Nachmittagssonne zum Ausgangspunkt zurückzukehren.
In einer achtstündigen Unternehmung hatten die Skibergsteiger 1500 Höhenmeter im Anstieg und 22 Kilometer Wegstrecke zurückgelegt. Sie konnten sich über ein Hochwintergeschenk im Frühling freuen.
Skitour auf die Hohen Rossfelder, 28.03.26
Leitung: Stephan Haslinger
Teilnehmer: fünf